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Angemerkt Wie Zellteilung die Akkubranche retten kann

| Redakteur: Thomas Kuther

Heute Nacht hatte ich einen Albtraum: Mein Smartphone und Laptop funktionieren nicht, auch mein Akkuschrauber streikt, ebenso wie meine elektrische Zahnbürste und alle anderen akkubetriebenen Geräte. Bei meinem E-Bike muss ich wieder mit voller Kraft in die Pedale treten und mein Nachbar flucht, da sein Elektroauto ebefalls den Dienst verweigert. Der Grund: Es gibt keine Akkus mehr!

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Thomas Kuther, Redakteur ELEKTRONIKPRAXIS:
Thomas Kuther, Redakteur ELEKTRONIKPRAXIS: "Mit jedem Elektroauto, das in Serie geht, werden Akkuzellen knapper. Deshalb brauchen wir eine deutsche Zellfertigung."
(Bild: VBM)

Diesen Albtraum träumen derzeit alle Hersteller akkubetriebener Geräte und Akkukonfektionäre, denn es droht eine Verknappung an Lithium-Ionen-Zellen. Die Zellfertiger sitzen fast alle in Asien und allein Tesla hat 2014 rund 14 Prozent der Weltproduktion an Lithium-Ionen-Zellen abgegriffen. Mit jedem neuen Elektroauto, das in Serie geht, werden mehr Zellen gebraucht – und zwar in Abermillionen Stückzahlen.

Dass die Zellfertiger lieber langfristige Lieferverträge mit solchen Großkunden abschließen als kleine Akkukonfektionäre zu bedienen, ist nachvollziehbar. Also gehen denen die Zellen aus und sie können keine Akkus mehr bauen. Da es in Deutschland keine Zellfertigung gibt, droht deshalb der Branche das Aus.

Der Ausweg wäre eine Zellfertigung in Deutschland – aber die ist für ein einzelnes Unternehmen unbezahlbar. Deshalb haben sich namhafte Unternehmen der Branche zusammengeschlossen, um sich die Investitionen in eine solche Zellfertigung zu teilen – und somit quasi auch die dort produzierten Zellen. Die Bundesregierung beteiligt sich mit 1,7 Milliarden Euro an der Hälfte der Investitionskosten.

Wurden vor etwa sechs Jahren die Initiatoren von der Regierung noch belächelt, so hat sich das inzwischen geändert, wie eine Verlautbarung des BMWI zeigt: „Der Aufbau einer Großserien-Zellfertigung sollte in mehreren Schritten erfolgen. Ziel könnte es sein, 2025 zu den Top-5-Zellfertigern weltweit zu gehören.“

So bin ich zuversichtlich, dass mein Albtraum nicht wahr werden wird.

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