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Wie sich mit vernetzten Straßenlaternen der Verkehr überwachen und steuern lässt

| Redakteur: Hendrik Härter

Stau ist nicht nur ärgerlich, sondern kostet auch wertvolle Ressourcen. In der Smart City soll mithilfe von vernetzten Straßenleuchten der Verkehrsfluss überwacht und geleitet werden.
Stau ist nicht nur ärgerlich, sondern kostet auch wertvolle Ressourcen. In der Smart City soll mithilfe von vernetzten Straßenleuchten der Verkehrsfluss überwacht und geleitet werden. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Verkehrsflüsse in einer Stadt zu überwachen und zu leiten, ist eine primäre Aufgabe einer Smart City. Doch was noch möglich ist, zeigen verschiedene Beispiele.

Jetzt in der Ferienzeit verstopft der Verkehr wieder viele deutsche Städte. Hinzu kommen die vielen Baustellen und auch die Infrastruktur ist in vielen Regionen Deutschlands nicht im besten Zustand. Auch autonom fahrende Fahrzeuge sind nicht vor einem Stau befreit. Damit der Verkehr gerade in urbanen Regionen wie einer Stadt nicht zum Erliegen kommt, ist eine intelligente Infrastruktur notwendig. Hier bietet sich die Straßenbeleuchtung an, welche an vielen Punkten einer Stadt verteilt, ein flächendeckendes Netzwerk bildet. Ausgestattet mit unterschiedlichen Sensoren lässt sich der Verkehrsstatus erkennen, die Luftqualität messen oder die Lärmbelastung überwachen.

Ein Beispiel: Das Münchner Start-up-Unternehmen elumiocity hat sich mit Infineon zusammen getan, um Städte mit der gleichnamigen Straßenlaterne auszurüsten. Gesteuert wird die Leuchte mit Chips von Infineon. Hauptaufgabe der Straßenleuchte wird es weiterhin sein, mit der sparsamen LED Licht zu spenden. Verbaut ist außerdem ein Radar-Chip auf Basis von 24 GHz. Dieser ermittelt, wie schnell sich Fußgänger und Autos der Leuchte nähern. Eine weitere Funktion der smarten Straßenlaterne ist die Ladefunktion für Fahrzeuge mit Elektromotor. Die Leuchte unterstützt auch bei der Parkplatzsuche, die aufgrund der zunehmenden Fahrzeugdichte und des steigenden Platzmangels zu Stressmomenten führen kann. Die Leuchte ist in der Lage, freie Parkplätze zu erkennen und gibt die Information über eine Cloud-Anbindung an Autofahrer in der Nähe weiter.

SmartPack von Osram überwacht den Verkehr

Auch der Leuchtenhersteller Osram setzt auf die vernetzte Beleuchtung in der Stadt. Das Unternehmen sieht in der engmaschigen und flächendeckenden Installation der Leuchten den Hauptvorteil. Außerdem ist keine Abstimmung mit Grund- und Hausbesitzern erforderlich. Konkret bietet Osram das sogenannte Streetlight 11 SmartPack an: Ein Flächenversuch in Mannheim soll die Vorteile der LED-Leuchte demonstrieren. Eine zusätzliche Kamera mit hoher Lichtkompensation (HLC), großen Ansteuerungsbereich (WDR) und dynamischer Rauschunterdrückung (DNR) soll die Straßenumgebung optimieren. Zusätzlich sind verschiedene Controller-Einheiten verfügbar. Wie im bereits erwähnten Projekt unterstützt die Leuchte bei der Parkplatzsuche. Sie erkennt freie oder belegte Flächen. Außerdem lässt sich Parkdauer die Parkdauer erkennen, die Nutzungshäufigkeit berechnen und auch Falschparker haben keine Chance mehr.

Neben der Parkraumüberwachung besteht mit dem SmartPack von Osram die Möglichkeit, Verkehrsdichte und Verkehrsfluss zu überwachen, Staus und die Länge des Staus zu erkennen. Es lassen sich auch Anzahl und Art der Verkehrsteilnehmer zählen: Personen, Fahrräder, LKW oder Busse. Praktisch bei Einbahnstraßen: Die Fahrtrichtung und Falschfahrer werden gemeldet. Wichtig bei der Verkehrsüberwachung ist die Tatsache, dass die Gesichter der Fahrer verpixelt werden.

Verkehrsstörungen vermeiden, bevor sie entstehen

Ein ähnliches Konzept bietet Philips Lighting, jetzt unter dem neuen Namen Signify, mit dem webbasierten System CityTouch. Kommunen und Städte können ihre gesamte Straßenbeleuchtung über ein zentrales Dashboard überwachen und einzelne Lichtpunkte nach Bedarf einrichten und anpassen. Auch hier besteht die Möglichkeit, Sensoren, Kameras und andere IoT-Geräte anzuschließen und miteinander zu verbinden. Dabei installiert sich jede Leuchte automatisch selbst im System. Die Techniker vor Ort müssen sie lediglich auf einem Mast installieren, alles Weitere führt die Leuchte über eine eingebaute SIM-Karte selbstständig aus.

Eine aktuelle Entwicklung ist SMIGHT Traffic. Hier haben sich der Energiedienstleister EnBW und die PTV Group zusammengeschlossen mit dem Ziel, Verkehrsflüsse zu analysieren, vorausschauend zu planen und die Verkehrsbelastung zu reduzieren. EnBW bietet mit seiner Marke die Möglichkeit, die Straßenbeleuchtung im öffentlichen Raum mit WLAN auszurüsten, Ladetechnik für Elektroautos anzubieten sowie Sensoren zu integrieren, um den Verkehr zu überwachen. Zusammen mit der Verkehrsmanagement-Software von PTV werden die unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer erfasst und die Daten an die Smart-City-Plattfrom SMIGHT IQ übertragen. Hier werden sie als Echtzeitsimulation abgebildet und der Verkehr vorausschauend analysiert. Smarte Sensorik, sichere Datenverarbeitung und Echtzeitsimulation ermöglichen es Städten und Gemeinden, den Verkehrsfluss frühzeitig zu optimieren.

Das sollen nur ein paar Beispiele sein die zeigen, wohin die Entwicklung in einer sogenannten Smart City gehen kann. Dank der vorhandenen Infrastruktur der Leuchten ist es in einem überschaubaren Rahmen möglich, Teile oder auch gleich die komplette Stadt zu vernetzen.

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