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Wie intelligente Kreuzungen Smart Cities sicherer machen

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Durch sensorbasierte Objekterkennung, ein Umfeldmodell der Kreuzungsumgebung und V2X-Kommunikationstechnologie, die mittels Ad-hoc Kommunikation Sicherheitsanwendungen im Fahrzeug ermöglicht, soll die Sicherheit an Kreuzungen deutlich erhöht werden.

Car-to-X-Kommunikation und Sensortechnologien verwandeln heutige gefährliche Kreuzungen in intelligente und dadurch deutlich sicherere Kreuzungen zum Schutz von schwächeren Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern und Radfahrern.
Car-to-X-Kommunikation und Sensortechnologien verwandeln heutige gefährliche Kreuzungen in intelligente und dadurch deutlich sicherere Kreuzungen zum Schutz von schwächeren Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern und Radfahrern.
(Bild: Continental)

Kreuzungen und T-Kreuzungen erweisen sich häufig als Unfallschwerpunkte. Wenn es dort kracht, ist in der Regel menschliches Versagen die Ursache. Probleme wie mangelnde Aufmerksamkeit, Fehleinschätzungen der Situation sowie sich verdeckt nähernde Fahrzeuge oder Fußgänger verschulden weltweit zahlreiche Unfälle mit vielen Todesopfern. Nach Zahlen des amerikanischen Verkehrsministeriums ereignen sich in den USA 51 Prozent aller Unfälle mit Verletzten sowie 28 Prozent aller Unfälle mit Verkehrstoten an Kreuzungen.

Continental will diese Zahlen nun minimieren. Mit Assistenzsystemen, Fahrzeug-zu-X (V2X)-Kommunikation und Sensortechnologien sollen heutige gefährliche und unübersichtliche Kreuzungen in intelligente und dadurch deutlich sicherere Kreuzungen verwandeln werden. Das Konzept erkennt jeden Verkehrsteilnehmer im 360°-Umkreis einer Kreuzung und übermittelt Position und Bewegung relevanter Objekte an alle sich nähernden Fahrzeuge, die über V2X-Technologie verfügen.

Die intelligente Kreuzung beinhaltet die komplette Sensorausstattung mit leistungsfähigen Sensorfusionsalgorithmen, welche ein Umfeldmodell erzeugen, sowie Funkmodulen für die Ad hoc-Kommunikation an der Kreuzung und in den Fahrzeugen. Ein Schwerpunkt ist der Schutz von schwächeren Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern und Radfahrern. Ein weiteres Ziel besteht darin, Autofahrer in heiklen, unübersichtlichen Kreuzungssituationen zu unterstützen, etwa um zu verhindern, dass sie beim Linksabbiegen frontal mit verdeckt näher kommendem Gegenverkehr kollidieren.

„Unsere Lösung beruht auf dem Transfer und der gezielten Weiterentwicklung von fahrzeugerprobten Hard- und Softwarelösungen in Infrastrukturanwendungen. Städte werden diese Technologie nutzen können, um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. Darüber hinaus kann die Technologie perspektivisch helfen, den innerstädtischen Verkehr durch verkürzte Fahrzeiten und geringere Emissionen zu entlasten“, sagte Jeremy McClain, Leiter Systems & Technology in der Division Chassis & Safety bei Continental in Nordamerika.

Menschliches Versagen wird reduziert

Durch jede technische Neuentwicklung im Rahmen der sensorbasierten Fahrerunterstützung wird das Autofahren sicherer und komfortabler. Allerdings nutzt diese Technologie beispielsweise Fußgängern oder Radfahrern nur dann, wenn sie von den Fahrzeugsensoren auch erkannt werden. Gerade die typischen Verkehrssituationen an Kreuzungen erschweren das Erkennen schwächerer Verkehrsteilnehmer jedoch. Nur allzu leicht können sie oder andere Fahrzeuge sich gegenseitig verdecken.

Die technische Herausforderung besteht deshalb in der Lösung von Fehlerquellen wie Sensorabschattung und Sichthindernissen. „Die intelligente Kreuzung ist ein sehr gutes Beispiel für das Ineinandergreifen verschiedenster Technologien zur Steigerung der Sicherheit und ein weiterer Schritt auf dem Weg zu unserer Vision Zero: unser Ziel des unfallfreien Fahrens“, sagte Bastian Zydek, Projektleiter Intelligente Kreuzung.

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