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Wie die Autobranche über die Ethik-Leitlinien zum autonomen Fahren denkt – Teil 2: Daimler

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EP: Bei all den bisherigen Einschränkungen wurde ein wesentlicher Aspekt noch gar nicht bedacht: Wie kann garantiert werden, dass alle Autohersteller den gleichen technischen Standard aufweisen und zudem die exakt identischen Ethik-Regeln befolgen?

Dr. Thomas Laubert: Bereits heute müssen Fahrzeuge gesetzlich vorgeschriebene technische Anforderungen und Standards erfüllen. Produktsicherheit liegt im ureigenen Interesse der Hersteller – das gilt auch zukünftig für autonom fahrende Autos. Technische Neuerungen haben in der Geschichte des Automobils immer für Regulierungsbedarf gesorgt, denn Rechtssicherheit ist unerlässlich.

Die Autohersteller können dabei nicht alle offenen Fragen zum autonomen Fahren alleine beantworten. Vielmehr brauchen wir auch in Zukunft eine breite gesellschaftliche Diskussion und verlässliche gesetzliche Grundlagen. Das Gesetz zum automatisierten Fahren ist dazu ein erster und wichtiger Schritt.

EP: Was passiert, wenn ich mit meinem Fahrzeug in das Ausland fahre bzw. fahren lasse? Ist es nicht völlig abwegig zu denken, man könnte selbst nur in der EU sich auf einen verbindlichen einheitlichen Rechts- und Ethik-Rahmen einigen?

Dr. Thomas Laubert:Es besteht ein großes Interesse daran, dass der Straßenverkehr auch grenzüberschreitend funktioniert. Dies zeigt sich am Beispiel des Wiener Übereinkommens über den Straßenverkehr von 1968. Durch dieses Abkommen werden für zentrale Regeln des Straßenverkehrs der Mitgliedstaaten einheitliche Rahmenbedingungen definiert. Das Abkommen wurde seit 1968 laufend angepasst.

Darüber hinaus bestehen bereits heute für wichtige Fragestellungen wie zum Beispiel das Produkthaftungsrecht oder das Datenschutzrecht EU-weit einheitliche bzw. harmonisierte Regelungen. Wir können also davon ausgehen, dass die erforderlichen Regelungen auch für das automatisierte und autonome Fahren geschaffen werden.

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