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Wie aus einem Fahrzeug ein mobiler Arbeitsplatz entsteht

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Die Norrenbrock Technik GmbH integriert Licht- und Signaltechnik sowie Funk- und Kommunikationstechnik in die Fahrzeuge von Behörden oder Organisationen mit Sicherheitsaufgaben.
Die Norrenbrock Technik GmbH integriert Licht- und Signaltechnik sowie Funk- und Kommunikationstechnik in die Fahrzeuge von Behörden oder Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. (Bild: Norrenbrock)

Moderne Kommunikationstechnik gehört bei Polizei- oder Militärfahrzeugen ebenso zum benötigten Ausstattungspaket wie die zugehörige Energieversorgung. Doch wie entsteht aus einem einfachen Fahrzeug ein auf individuelle Ansprüche zugeschnittenes Einsatzfahrzeug?

Flexibilität und ein großes Repertoire an Möglichkeiten stehen oftmals in direktem Zusammenhang mit der hohen Leistungsfähigkeit unterschiedlicher Fahrzeuge. Dabei reicht die Bandbreite eingesetzter Technologien vom Navigationssystem über Spurhalteassistenten bis zur integrierten Rückfahrkamera. Solche Tools bieten besonders Privatpersonen im Alltag den gewünschten Komfort und erleichtern die Fahrt. Doch für Unternehmen, Behörden wie etwa die Polizei oder auch das Militär nehmen die Anforderungen für eine solche Systemintegration deutlich größere Dimensionen an. Wie aber sehen die Schritte zum mobilen Arbeitsplatz genau aus?

Am Anfang steht der Wunsch

Konkrete Vorstellungen des Kunden, wie eine Veränderung letztlich aussehen soll, und akuter Bedarf an ausgebauten Fahrzeugen oder Containern stellen die Grundlage für einen Systemintegrationsauftrag dar. Dabei gilt es zunächst zu definieren, welche technischen Komponenten zusammengeführt werden sollen. Steht erst einmal ein grober Plan zur Umsetzung, kommt es beispielsweise bei öffentlichen Projekten zu Vergabeverfahren, an denen Norrenbrock Technik teilnimmt.

„In detaillierten Kalkulationen stellen wir dem potenziellen Auftraggeber dann unser Angebot vor. Dieser unterzieht unseren Vorschlag anschließend einer Eignungsprüfung“, erklärt Geschäftsführer Robert Norrenbrock. Dagegen kommt im B2B-Bereich ein Auftrag über die gewünschten Leistungen des Kunden zustande. Die Kosten der geplanten Systemintegration sind abhängig von der geforderten Technologie, etwa moderner Kommunikationstechnik.

Auf den Grund gehen

Einsatzzweck und -ort stellen die Basis für eine Integration technischer Lösungen in ein Fahrzeug dar. Wo kommt zum Beispiel ein Transporter zum Einsatz? Was soll mit dem neuen Gesamtsystem mit zusätzlichen Komponenten erreicht werden? Mit diesen Fragen gilt es sich auseinanderzusetzen, um die passenden Technologien und das korrespondierende Fahrzeug für den jeweiligen Zweck zu ermitteln. „Befindet sich das Einsatzgebiet etwa in schwierigem Gelände, stellt die Fahrtauglichkeit auf unbefestigtem Untergrund eine Grundvoraussetzung dar. Allradantrieb, ein Unterbodenschutz Zur Vermeidung von Schäden durch scharfkantige Steine und eine Spezialbereifung gehören in diesem Fall zur Basisausstattung“, zeigt der Experte für Fahrzeugtechnik auf.

„Besonders schweres Areal erfordert zum Beispiel Rockslider oder Spezialschläuche, die Kanten nicht sofort aufschlitzen.“ Anders verhält es sich bei umzurüstenden Containern: Hier steht weniger die Mobilität beziehungsweise das Gelände, sondern vielmehr der Zweck der Nutzung im Vordergrund. Muss der Container nach abgeschlossener Integration per Hakengerät auf einen Lkw befördert werden können? Oder dient er lediglich als Werkstattcontainer? Vielleicht kommt er auch als Kommunikationszelle zum Einsatz: Behörden und Organisationen für Sicherheitsaufgaben beispielsweise setzen dann etwa auf umfangreiche Lichttechnik und spezielle Systeme zur Sprach- sowie Datenübertragung.

Planung macht den Meister

Nach Abschluss der Bedarfsermittlung und Analyse der Einsatzsituation steht die Definition der benötigten Komponenten zur Integration auf dem Programm. Beispielsweise lassen sich neben Mastsystemen, Generatoren für die Stromerzeugung im Fahrzeug sowie außerhalb, Licht- und Klimaanlagen oder Nivelliersystemen auch Sitzmöglichkeiten und Arbeitsflächen einbauen. Norrenbrock Technik nutzt bereits vorhandene Systeme verschiedener Anbieter und integriert diese in das Fahrzeug beziehungsweise den Container.

„Die Herausforderung besteht darin, dass die Komponenten eine unterschiedliche Komplexität aufweisen und sie dadurch über abweichende Bedürfnisse und Anforderungen verfügen“, erläutert Norrenbrock. „Kommt umfangreiche IT zum Einsatz, benötigt sie entsprechende Kühlung. Diese wiederum muss mit Strom versorgt werden – so baut ein Bedürfnis auf dem anderen auf.“ Mit den Anforderungen der einzelnen Bestandteile wächst auch die Komplexität der gesamten Systemintegration. Detailliertes Wissen rund um die jeweiligen Voraussetzungen legt daher den Grundstein, eine angemessene Planung zu gestalten – unerlässlich für ein erfolgreiches Projekt.

Aktiver Dirigent

Fahrzeug, Komponenten und Vorstellungen des Auftraggebers: All dies gilt es mithilfe der Systemintegration zu einem Ganzen zusammenzuführen. Das Zusammenspiel der einzelnen Glieder dirigiert Norrenbrock Technik, etwa durch vorgenommene Sonderkonstruktionen, die der fachkundigen Verbauung bereits bestehender Systeme dienen. Anders als etwa komplexe Halterungen stellt das Unternehmen beispielsweise Generatoren nicht her. „Entsprechende Halter müssen dann exakt auf das Gesamtsystem abgestimmt sein. Um so genau wie möglich zu arbeiten, gilt es das Vorhaben bereits im Vorfeld im CAD zu modellieren und digital durchzuführen“, gibt Norrenbrock Einblicke. Entsprechende CAD-Modelle der zu integrierenden Komponenten stehen hierfür schon vor der Integration zur Verfügung.

Virtuell entsteht auf diese Weise ein einheitliches Gesamtbild. Auch der anschließende Einbau lässt sich im CAD Schritt für Schritt planen – mit dem Ergebnis einer passenden Struktur. Eventuell notwendige Anpassungen an der Karosserie des Fahrzeugs kommen so zum Vorschein. Beispielsweise setzt die Installation eines neuen Mastsystems oftmals einen Durchbruch des Dachs voraus. Den Einbau setzt Norrenbrock Technik je nach Notwendigkeit um und führt anfallende Schweißarbeiten sowie die finale Montage selbst durch.

Herausforderungen im Blick

Fahrzeuge bieten häufig viel Luft für technische Verbesserungen, aber dagegen nur wenig Platz zum Arbeiten. Engster Raum wie in einer Garage geht dann mit dem Problem einher, dass einzubauende Komponenten zu viel Gewicht mitbringen. „Bereits vor der eigentlichen Integration gilt es deswegen neben einer Energie- auch eine Gewichtsbilanz aufzustellen. Mit hoher Treffsicherheit lassen sich die entsprechenden Werte schon im Vorfeld bestimmen“, weiß der Experte um die Wichtigkeit der vorausgehenden Berechnung.

Überschreitet das Fahrzeug nämlich ein bestimmtes Gewicht, darf es nicht mehr bewegt werden. „Aus der Voranalyse geht zum Beispiel hervor, dass ein Blech nur 0,5 statt fünf Millimeter dick sein sollte, damit die Gewichtsbilanz am Ende passt“, führt er fort. Ähnlich sieht es mit der Energie aus: Hier sollte nicht mehr verbraucht werden, als letztendlich zur Verfügung steht. Zudem bereitet Norrenbrock Technik Kunden auf die anspruchsvolle Nutzung der sensiblen Technologie ausführlich vor.

Zurück auf der Schulbank

Wissensstände verschiedener Kunden weisen im Zusammenhang mit sensiblen technischen Lösungen oftmals große Unterschiede auf. Gleichzeitig steigt die Komplexität der Fahrzeuge stetig an. „Im B2B-Bereich kommt es vor, dass Verantwortliche über ausgeprägte Kenntnisse im Zusammenhang mit Übertragungstechnik verfügen, die Fahrzeughandhabung aber nicht zu ihren Stärken zählt. In Einweisungsschulungen gehen wir deswegen auf individuelle Wissensstände ein“, erklärt Norrenbrock. „Ist das Gegenteil der Fall und der Umgang mit der Technik fällt schwer, passen wir uns entsprechend an.“

Insbesondere die zu integrierenden Systeme weisen häufig sensible Eigenschaften auf, die es vor, während und nach dem Gebrauch zu beachten gilt. „Zum Beispiel hat die Detailtiefe bei Generatoren deutlich zugenommen. Wartungsintervalle müssen zwingend eingehalten werden oder es gilt die Belastung des Stromkreises permanent zu überwachen“, so der Experte. Ähnlich verhält es sich bei Klimaanlagen: Ein bestimmter Neigungswinkel darf beispielsweise nicht überschritten werden, weil sonst Kondenswasser ausläuft und eine durchgehende Funktionalität beeinträchtigt. Da die angemessene Handhabung als Fundament für die Kernfunktion fungiert, zählen Schulungen bei Norrenbrock Technik zu den zentralen Bestandteilen der Systemintegration.

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