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Virtuelle A-Säule behebt tote Winkel im vorderen Blickfeld

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Die A-Säule im Fahrzeug wird virtuell. Kernelemente sind flexible OLED-Displays und eine Innenraum-Kamera zu Fahrererkennung. Durch die Kombination von Kopfbewegungsmustern und Live-Außenaufnahmen blickt der Fahrer durch die physischen A-Säulen hindurch, womit die Gefahr toter Winkel im vorderen Sichtfeld beseitigt wird.

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Die virtuelle A-Säule erhöht die Sicherheit für schwächere Verkehrsteilnehmer. Die Innenraum-Kamera erfasst dabei die Kopfposition des Fahrers.
Die virtuelle A-Säule erhöht die Sicherheit für schwächere Verkehrsteilnehmer. Die Innenraum-Kamera erfasst dabei die Kopfposition des Fahrers.
( Bild: Continental )

Höhere Sicherheitsstandards und das Ziel, Verletzungsrisiken im Falle eines Fahrzeugüberschlags zu minimieren, haben A-Säulen im Laufe der Jahre immer breiter werden lassen. Ein Plus an Crash-Sicherheit für Fahrer und Mitreisende. Für schwächere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer bergen sie allerdings ein erhöhtes Gefahrenpotenzial, da diese durch die Einschränkungen des Sichtfelds noch schneller übersehen werden können.

Nun schafft Continental Abhilfe, indem das Technologieunternehmen die A-Säulen mit Hilfe von OLED-Displays und Kameras durchsichtig werden lässt. „Mit der virtuellen A-Säule wollen wir die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer, vom Fahrer bis zum Fußgänger, erhöhen. Das ist die Motivation, die uns antreibt”, erklärt Dr. Karsten Michels, Leiter Systems & Technology bei Continental Interior. „Dafür haben wir State-of-the-Art-Technologien miteinander kombiniert und in das Fahrzeug eingebettet. Das Ergebnis ist ein intelligentes System, das die Gefahr durch tote Winkel im vorderen Blickfeld behebt. Damit dämmen wir ein schwerwiegendes Sicherheitsrisiko für viele Verkehrsteilnehmer ein.“

Dynamische Perspektive des Fahrzeugumfelds

In einigen Situationen kann es je nach Breite der A-Säule vorkommen, dass ein Großteil des Sichtfeldes verdeckt wird. Dieser blinde Fleck wächst im Verhältnis zur steigenden Entfernung zwischen Objekt und Fahrzeug. Aus diesem Grund hat die Gestaltung der A-Säule einen entscheidenden Einfluss auf das vordere Sichtfeld der Fahrer.

Kernelemente der virtuellen A-Säule sind die neuen, flexiblen OLED-Displays und die Innenraum-Kamera zu Fahrererkennung. Fahrer kompensieren den durch die A-Säulen eingeschränkten Blickwinkel häufig dadurch, dass sie ihre Position während der Fahrt anpassen. Deshalb erfasst die direkt über dem Lenkrad angebrachte Innenraum-Kamera die Bewegungen des Fahrers.

Gleichzeitig senden die außen am Fahrzeug montierten Surround View-Kameras Aufnahmen von der unmittelbaren Fahrzeugumgebung an die OLED-Displays, die im Inneren des Autos in die A-Säulen integriert sind. Die Live-Aufnahmen der externen Kameras bieten dem Fahrer in Verbindung mit der Erfassung seiner Kopfbewegungen eine dynamische Perspektive vom Fahrzeugumfeld – damit eröffnet die virtuelle A-Säule ein völlig neues, räumliches Sichtfeld, das eher wie der Blick durch ein erweitertes Fenster als eine Videoeinspielung wirkt.

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