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Verkehrswelt von morgen: Die Sichtweisen der Jugend und Erwachsenen

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Verkehrsforscher haben Schüler, Eltern und Lehrkräfte befragt, wie sie sich den Verkehr und das Mobilitätsverhalten der Menschen künftig vorstellen. Ziel war es, Zukunftsbilder zu sammeln und Szenarien zu analysieren. Nun liegen die ersten Ergebnisse vor.

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Wie sehen Verkehr und Mobilitätsverhalten der Menschen in 5, 15 und 35 Jahren aus?
Wie sehen Verkehr und Mobilitätsverhalten der Menschen in 5, 15 und 35 Jahren aus?
(Bild: Daimler)

„Es wird kleine, selbstfahrende Busse geben, die einen zuhause abholen.“ „In der Zukunft gibt es keine Diesel- oder Benzinautos mehr.“ „Es wird neue umweltfreundliche Flugzeuge geben.“ „E-Roller braucht die Welt nicht.“ Das sind nur einige der Vorstellungen, die das Team des DLR-Instituts für Verkehrssystemtechnik in seiner Schul-Zukunftsstudie gesammelt hat. Vor allem Elektromobilität, Umwelt und Nachhaltigkeit waren wichtige Themen für die Befragten.

"Wir haben Schülerinnen und Schüler zwischen 15 und 16 Jahren befragt. In dem Alter stehen sie vor den ersten größeren Entscheidungen im Leben: Führerschein und die Wahl des Schulabschlusses", sagt die DLR-Mobilitätsexpertin Dr. Nadine Fritz-Drobeck. Die Erwachsenen wählte das Team nach dem Zufallsprinzip aus. Das einzige gemeinsame Merkmal war, dass alle über mindestens zehn Jahre Mobilitätserfahrung verfügten, also mindestens 28 Jahre alt waren.

Selbstbestimmt autonom fahren

Sowohl die Jugendlichen als auch die Erwachsenen äußerten während der Diskussionsrunden viele ähnliche Wünsche und Vorstellungen: Ihrer Einschätzung nach bleibt das Auto ein zentraler Bestandteil im Leben der Menschen. Gerade die Unabhängigkeit bliebe wichtig – und das stärker in ländlichen Regionen. Autonome Fahrzeuge sahen sie als reizvoll an. Die Befragten äußerten allerdings, dass sie selbst entscheiden wollen, wann und wo sie autonom fahren beziehungsweise gefahren werden. Das eigene Fahrzeug versteht die Passagiere und kommuniziert mit ihnen.

Besonders wichtig war den Befragten der öffentliche Personennahverkehr. Dieser soll sowohl in der Stadt als auch auf dem Land ausgebaut werden und kostenlos sein. Die Innenstädte wünschten sich die Teilnehmer generell autofrei und zu einem Großteil als nur von autonomen Straßenbahnen, Bahnen und Bussen sowie von E-Taxis befahrbar. In Großstädten soll ein eigenes Auto im Alltag gar nicht mehr nötig sein. Für Notfälle und Sondersituationen schlugen die Befragten Autos und Shuttles vor, zum Beispiel bestellbar per App. Drohnen liefern Pakete und Medikamente aus.

Die visualisierten Ansichten der befragten Jugendlichen.
Die visualisierten Ansichten der befragten Jugendlichen.
(Bild: DLR)

Generell plädierten sie für Ausbau und Förderung der gesamten Infrastruktur, deutlich mehr Fahrradwege und Fahrradschnellstraßen. Die Schüler sprachen ein verändertes Verkehrsleitsystem an, einen Verkehr über mehrere Etagen, den unterirdischen Ausbau an Verkehrswegen sowie induktive Ladespuren unter der Fahrbahn. Speziell die Erwachsenen brachten die Idee von autonomen Elektrokapseln ein, die beispielsweise alle zehn Minuten durch die Stadt fahren oder über einen Handydienst bestellt werden können. Diese Elektrokapseln sollen sich zu größeren Einheiten zusammenschließen können und bei längeren Strecken an die Bahn andocken und auf Schienen fahren. Diese könne auch unterirdisch verlaufen.

Eine umweltfreundliche, innovative Welt

Die Befragten forderten auch mehr Grünflächen in den Städten und diskutierten eine CO2-Steuer. Vor allem die Jugendlichen drängten auf eine Änderung der Politik: Sie solle mehr Geld in die Forschung und Förderung der E-Mobilität investieren. Außerdem sahen sie das Recycling alter Batterien als problematisch und betonten, wie wichtig die Arbeit an umweltverträglichen Batterien für E-Fahrzeuge ist. Strom solle aus regenerativen Rohstoffen gewonnen und die Entwicklung von Alternativen zu Öl und Plastik vorangetrieben werden.

Die visualisierten Ansichten der befragten Eltern und Lehrer.
Die visualisierten Ansichten der befragten Eltern und Lehrer.
(Bild: DLR)

Generell soll, so der Konsens vieler Befragten, mehr auf die Entwicklung nachhaltiger Produkte geachtet werden. Weitere Wünsche sind eine intensive Forschung an emissionsarmen Flugzeugen, Wasserstoff als Treibstoff, Magnetschwebebahnen, Vakuum-Bahnen und Hyperschallmodellen.

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