Ein Angebot von /

V2X: Anwendungen entwickeln und testen

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Am Beispiel einer Warnung vor einem Einsatzfahrzeug in Alarmfahrt (Sondereinsatzfahrt) eines Automobil OEMs werden diese Entwicklungsprozesse mit entsprechenden Analysen und Abschlusstests durch waveBEE Systeme umfassend unterstützt:

In der ersten Phase wurde eine waveBEEplus Entwicklungsplattform genutzt, um die Applikation zu entwickeln und für die Serienumsetzung zu spezifizieren. Vereinfacht sieht die Funktion folgendermaßen aus: Durch einen externen Auslöser (im Serienbetriebe zum Beispiel das Einschalten des Blaulichts) wird die entsprechende V2X-Nachricht, in diesem Fall eine spezielle DENM, generiert. Eine Validierung dieser Sendefunktion findet im ersten Schritt auf der Korrektheit dieser Einzelnachricht statt. Sprich: Header und Payload der Nachricht müssen der Spezifikation entsprechen.

Der nächste Schritt ist das Verwenden von mehreren V2X-Stack-Instanzen auf einer waveBEEplus, sodass diese DENM-Nachricht innerhalb eines Systems von einem V2X-Stack erzeugt und über eine virtuelle Netzwerkschnittstelle versendet wird. Als Empfangsseite dient eine zweite V2X-Instanz auf demselben Gerät. Die Empfangsseite muss in der Lage sein, die empfangene Nachricht zu dekodieren und der Empfangsfunktion – etwa einer HMI-Ausgabe - zur Verfügung zu stellen.

Um die Luftschnittstelle einzubeziehen wurden in der nächsten Phase mehrere waveBEEplus Systeme verwendet, um das reale Senden, Empfangen und Verarbeiten der Nachricht über den Physical Layer, hier IEEE 802.11p, zu testen. Dies geschah sowohl unter Laborbedingungen als auch mit reversiblen Einbauten dieser waveBEE Systeme in Versuchsfahrzeuge auf der Straße. Hierbei wurden über das HMI entsprechende Warnungen vor Einsatzfahrzeugen erzeugt.

In Phase drei ergänzen V2X-Simulation mit waveBEE Systemen im HiL unter Laborbedingungen das Testen in der Serienentwicklung. Komplexe V2X-Szenarien mit unterschiedlichsten Verkehrsteilnehmern (station types) und Nachrichtentypen (CAM, DENM, SPATEN; MAPEN, IVI) werden erzeugt und die korrekte Funktionsweise der Applikation validiert. Die Erstellung der V2X-Szenarien erfolgt hierbei schnell und einfach über den waveBEEto-go Szenario Editor. Der Editor sorgt gleichzeitig dafür, dass nur spezifikationskonforme Nachrichten definiert und erzeugt werden.

Exakt dasselbe Testszenario lässt sich mithilfe der waveBEEto-go aus dem Labor auf die reale Straße transferieren, um mit dem echten Fahrzeug unter Realbedingung das gesamte Szenario im wahrsten Sinne des Worten zu „erfahren“. Am Beispiel des Sondereinsatzfahrzeuges werden die Vorteile der waveBEE Systemlösung schnell deutlich: Die in Phase eins und zwei verwendeten waveBEE®plus Systeme dienen in den Realfahrttests weiterhin als Sender der Sondereinsatzfahrzeug-Warnung.

Die mit dem waveBEEto-go Szenario Editor erstellten V2X-Szenarien bilden die Infrastruktur ab, ohne dass diese real vorhanden sein müsste. Dabei werden aus den Simulationsdaten reale V2X-Botschaften erzeugt, die mittels automatischem Geoshifting an jeden Ort der Welt positioniert und real über die Funkschnittstelle der waveBEEto-go (wieder IEEE 802.11p) ausgesendet werden. Das Realfahrzeug kann also ohne viel Aufwand und ohne weitere Infrastruktur durch eine echte V2X-Umgebung mit realen und korrekten Botschaften fahren. In dieser Phase zeigt sich besonders die Wichtigkeit reproduzierbarer Testumgebungen für aussagekräftige Testergebnisse: Vom Labor auf die Straße und wieder zurück.

Fazit

In der aktuellen Vor-Serien Phase von V2X optimiert die Nutzung der waveBEE Produktfamilie der NORDSYS den Entwicklungsprozess von V2X-Applikationen erheblich. Auch das Nachpflegen von zukünftigen „day two“ oder „day x“ V2X use cases wird durch die offene Architektur der Entwicklungsplattformen und den Continuous Integration Process der Folgesysteme deutlich erleichtert.

Die Simulationstools ermöglichen bei geringstem Aufwand kosteneffizientes Erzeugen und Testen der komplexen V2X-Szenarien im Mix aus realen und virtuellen Teilnehmern. Die waveBEEtouch dient in allen Entwicklungsphasen als mobiles Visualisierungs- und Diagnosewerkzeug, das sowohl der Analyse der gesamten V2X-Umgebung, als auch die Validierung sämtlicher spezifizierter Details einzelner V2X-Nachrichten ermöglicht.

„Das vernetzte Auto“: Die Bedeutung von 5G im Connected Car

„Das vernetzte Auto“: Die Bedeutung von 5G im Connected Car

04.12.17 - Der erste Teil der Serie „Das vernetzte Auto“ beleuchtet die Einführung des neuen Mobilfunkstandards 5G und dessen Bedeutung für die Automobilindustrie und gibt einen Ausblick auf aktuelle Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze, die in den nächsten Serienteilen ausführlich behandelt werden. lesen

„Das vernetzte Auto“: Sicherheit im Connected Car

„Das vernetzte Auto“: Sicherheit im Connected Car

31.12.17 - Der erste Teil der Serie beleuchtete die Einführung des neuen Mobilfunkstandards 5G und dessen Bedeutung für die Automobilindustrie. Der zweite Teil beschäftigt sich mit einer der Herausforderungen beim vernetzten Auto: Der Sicherheit. Dabei wird herausgestellt, warum der Schutz vor Cyberkriminellen gerade im vernetzten Auto essentiell ist und wie dieser erreicht werden soll. lesen

„Das vernetzte Auto“: Neue Wege der Konnektivität

„Das vernetzte Auto“: Neue Wege der Konnektivität

12.01.18 - Die Reihe „Das vernetzte Auto“ dreht sich um die Möglichkeiten, die im Rahmen der Konnektivität im Fahrzeug entstehen - gerade im Hinblick auf die Einführung des neuen Mobilfunkstandards 5G. Der dritte und abschließende Teil beleuchtet Chancen und Risiken, die im Zuge der zunehmenden Vernetzung von Fahrzeugen die Debatte bestimmen. lesen

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45099591 / Verbindungstechnik)