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Urbane Mobilität 2030 – Lautlos, schnell, riskant

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Während der Autoverkehr immer sicherer wird und jährlich weniger Insassen verletzt werden, nehmen Unfälle mit Zweirädern stetig zu.
Während der Autoverkehr immer sicherer wird und jährlich weniger Insassen verletzt werden, nehmen Unfälle mit Zweirädern stetig zu. (Bild: Axa)

Drohnen, E-Bikes und Sharing-Konzepte: Die urbane Mobilität wird sich bis 2030 maßgeblich verändern. Mit aktuellen Crashtests zeigen Unfallforscher, welche Risiken diese Trends mit sich bringen.

Veränderte Mobilitätsbedürfnisse der Bevölkerung, neue Konzepte wie Car- oder Bike-Sharing sowie zukunftsgerichtete Ideen wie Transport-Drohnen werfen neue Fragen für die Sicherheit in der Stadt der Zukunft auf. Das Jahr 2030 scheint zwar noch weit weg. Schlüsselentscheidungen bezüglich Infrastruktur und Gesetzesgrundlagen werden aber heute gefällt.

Drohnen - neue Risiken aus der Luft

Während der Güterverkehr mittelfristig weiterhin von Lastwagen und Lieferwagen dominiert sein dürfte, werden heute schon neue Formen der Güterverteilung via Roboter und Drohnen getestet. Im privaten Bereich sind bereits heute zahlreiche Drohnen in der Luft - und es werden immer mehr. Die meisten von ihnen werden von Hobby-Piloten gesteuert.

Was bei unsachgemäßer Steuerung einer Drohne passieren kann, zeigt AXA beim ersten Crashversuch. Eine neun kg schwere Transportdrohne stürzt in das Seitenfenster eines Autos und bricht in den Führerraum ein. Für die Fahrzeuginsassen hat ein solcher Unfall schwere bis tödliche Verletzungen zur Folge. Auch kleine Drohnen können erheblichen Schaden verursachen oder gar Menschen und Tiere verletzen.

In Deutschland gilt seit Oktober 2017 eine Kennzeichnungspflicht für Drohnen ab 0,25 kg - es muss eine Plakette mit den Adressdaten des Besitzers angebracht sein. Ab 2 kg Gewicht der Drohne muss der Besitzer besondere Flugkenntnisse nachweisen. Für Drohnen ab 5 kg Gewicht braucht er eine Erlaubnis der Landesluftfahrtbehörde, in über 100 m Flughöhe dürfen Drohnen nur fliegen, wenn eine behördliche Ausnahmeerlaubnis vorliegt. Über Wohngrundstücken, Naturschutzgebieten, Menschenansammlungen und Industrieanlagen gilt ein generelles Flugverbot.

E-Bike-Unfälle nehmen weiter zu - mit gravierenden Folgen

Beim zweiten Crash, den AXA zeigt, überholt ein Cargo E-Bike mit 45 km/h ein herkömmliches Fahrrad. Dabei kollidiert es frontal mit einem entgegenkommenden Personenwagen. "Da E-Bikes schneller unterwegs sind als herkömmliche Fahrräder, kommt es immer öfter zu Überholmanövern. Allerdings fehlt dafür meist der Platz - gerade in der Stadt", sagt Bettina Zahnd, Leiterin Unfallforschung & Prävention bei AXA Schweiz.. Wie riskant ein solches Manöver sein kann, veranschaulicht der Crashversuch - für den E-Bike-Fahrer hat ein solcher Zusammenstoß schwere bis tödliche Verletzungen zur Folge.

Während der Autoverkehr immer sicherer wird und jährlich weniger Insassen verletzt werden, nehmen Unfälle mit Zweirädern stetig zu. In Deutschland ist laut Statistischem Bundesamt die Zahl der Radfahrer-Unfälle mit Todesfolge von 354 (2013) auf 393 (2016) gestiegen. In 2016 sind 364 Fahrer von E-Bikes verunglückt, 3.167 Fahrer von Pedelecs (Unfälle mit Beteiligung von Radfahrern insgesamt in 2016: 81 272). Zu den häufigsten Unfallursachen bei Fahrradunfällen (inklusive Pedelecs) gehört dabei eine nicht angepasste Geschwindigkeit. Zweirad-Unfälle haben oft schwere Verletzungen zur Folge, da der Fahrer, wenn überhaupt, meist nur durch einen Helm geschützt ist. Verletzen sich bei E-Bike-Unfällen überdurchschnittlich oft ältere Personen, trifft es bei Fahrradunfällen oftmals junge Menschen.

"Die Zunahme an Zweirädern und E-Bikes in der Stadt erfordert ein Überdenken der Infrastruktur. Für die Stadt der Zukunft benötigen wir breitere und wo immer möglich separate Fahrstreifen, die das gegenseitige Überholen von Zweirädern mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten zulassen", sagt Bettina Zahnd.

Ein weiteres Risiko stellt die Geschwindigkeit der E-Bikes dar. Mehr als 45 Prozent der befragten E-Bike-Fahrer geben an, dass andere Verkehrsteilnehmer ihre Geschwindigkeit nicht richtig einschätzen können. "Autofahrer müssen sich daran gewöhnen, dass Fahrrad nicht gleich Fahrrad ist", sagt Bettina Zahnd. Zudem sei es im Hinblick auf die zunehmende Verbreitung von shared E-Bikes in den Städten wichtig, auch die - teils ungeübten - E-Bike-Fahrer zu sensibilisieren.

"Oft ist sich ein E-Bike-Fahrer selber gar nicht bewusst, wie schnell er unterwegs ist. Wir empfehlen daher die standardmäßige Installation von Tachos an E-Bikes, insbesondere bei den schnellen Modellen", so Zahnd.

Sharing: wünschenswert - aber auch riskant

Ein weiterer Trend für die Stadt der Zukunft ist Car-Sharing. "Sharing ist aus Kosten-, Platz- und Umweltgründen sehr wünschenswert", sagt Bettina Zahnd. "Die Kehrseite dieses Trends ist, dass bei nicht regelmäßiger Nutzung mit einem ausgeliehenen Auto oftmals die Routine fehlt, und man sich zulasten der Aufmerksamkeit für den Verkehr auf die Bedienung des Fahrzeugs konzentrieren muss", so Zahnd.

Im dritten Crashversuch übersieht ein unerfahrener Fahrer eines Personenwagens an einer Kreuzung einen E-Roller. Bei der Kollision mit dem Fahrzeug erleidet der Roller-Fahrer schwerste Verletzungen. Die Insassen im Personenwagen erleiden hingegen höchstens leichte Verletzungen. Dass solche Unfälle zunehmen werden, lässt sich schon heute aus der Schadenstatistik ablesen.

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Was im Artikel beschrieben wird ist logisch und keine Überraschung. Aber während man sein...  lesen
posted am 25.08.2018 um 12:30 von Eseck


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