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„Unser ScopeCorder DL350 misst direkt Spannungen bis 1000 V“

| Redakteur: Hendrik Härter

Auf ein Wort: Anna Krone ist bei Yokogawa Deutschland Produktspezialistin für ScopeCorder und Oszilloskope.
Auf ein Wort: Anna Krone ist bei Yokogawa Deutschland Produktspezialistin für ScopeCorder und Oszilloskope. (Bild: Yokogawa)

Rekorder und Oszilloskop hat Yokogawa im DL350 vereint. Dazu lässt sich das Messgerät optional noch mit einem Akku betreiben. Das ist nicht nur für den Einsatz im Feld interessant.

Mit dem portablen ScopeCorder DL350 hat Yokogawa zwei Messgeräte zu einem Multifunktions-Gerät vereint. Über einen optionalen Akku ist das Gerät für mobile Anwendungen geeignet. Eine zusätzliche GPS-Antenne ermöglicht den Einsatz für Test- und Prüffahrten, besonders interessant für die Automobil-Branche.

Die ELEKTRONIKPRAXIS im Gespräch mit Anna Krone von Yokogawa. Sie ist Produktspezialistin für ScopeCorder und Oszilloskope.

Messtechnik wird kleiner, kompakter und vor allem mobiler. Sie haben dem DL350 optional einen Akku spendiert: Warum und welche Vorteile bieten sich für den Anwender?

Das war ein übergeordneter Wunsch unserer bestehenden Kunden des ScopeCorders DL850E – ich nenne ihn immer ganz gerne den großen Bruder des DL350. Es bestand der Wunsch, den ScopeCorder kleiner und handlicher zu gestalten sowie mit einem Akku zu betreiben. Ganz nach unserem Kundenwunsch: „Einfach schnell mal was messen können.“

Der Vorteil des Akkus liegt ganz klar in der Flexibilität bzw. Mobilität. Das Messgerät kann für Messungen im Feld mitgenommen aber auch überall dort eingesetzt werden, wo kurzfristig die Ursache eines Fehlerfalls herausgefunden und anschließend gleich behoben werden muss. Ebenfalls praktisch: sein Gewicht von weniger als 4 kg, die Akkulaufzeit von drei Stunden bei vollem Messbetrieb und eine kurze Startzeit um somit gleich messbereit zu sein.

Nicht nur für den Service- und Wartungseinsatz sowie für die Inbetriebnahme ist der DL350 ScopeCorder geeignet. Durch den modularen Aufbau und einer Auswahl von 18 unterschiedlichen Messmodulen kann das Messgerät für unterschiedliche Einsatzbereiche und Messaufgaben verwendet werden. Sei es als fester Bestandteil in der Entwicklung, am Prüfstand, als mobiles Gerät welches auf dem Testobjekt mitfährt oder aber als spontaner Troubleshooter. Zudem kann das Gerät mit einem Netzteil oder über einen DC-Konverter für 12 V betrieben werden. Dank der Speichermöglichkeit und einer direkten Aufzeichnung auf die SD-Karte sowie die Schock- und Vibrationsfestigkeit ist das Gerät auch im und auf Fahrzeugen einsetzbar.

Anders als ihre Mitbewerber setzen Sie auf ein Display mit resistivem Touch. Erklären Sie doch bitte die sich damit verbundenen Vorteile.

Wir als Yokogawa sind Vorreiter und Spezialist in der Leistungsmesstechnik. Deshalb wissen wir nur zu gut, dass Motoren bzw. Umrichter Störungen hervorrufen können, die das Display und die Bedienbarkeit negativ beeinflussen. Ich persönlich habe schon öfters erleben müssen, dass das Touchpad von meinem Laptop oder meinem Smartphone in der Nähe von Umrichtern nicht mehr voll funktionsfähig bzw. bedienbar war. Da der DL350 auch für solche Anwendungen vorgesehen wurde, war es unabdingbar eine Lösung zu finden, die einerseits dem Kundenwunsch nach einem Touchscreen und andererseits die Stabilität und störungsfreie Bedienung und Anzeige gewährleistet. Durch die positiven Erfahrungen bei unseren industriellen Rekorder haben wir uns für einen resistiven Touch entschieden.

Ein weiterer Aspekt war die Gewährleistung der Bedienbarkeit mit Handschuhen. Sei es bei industriellen Anwendungen wo es erforderlich ist Handschuhe zu tragen oder im Außeneinsatz im Winter. Weiterhin kann das Gerät wahlweise über eine Maus, Tastatur oder einem Touchpen bedient werden.

Wie unterscheidet sich der DL350 von handelsüblichen Handheld Scopes, die es auf dem Markt gibt? Welche Funktionen sind bei Ihrem Gerät besonders?

Selbstverständlich sucht man den Vergleich, schon dahingehend da die Bauform, der Akku und besonders wichtig die isolierten Eingänge eine gewisse Ähnlichkeit der Produkte signalisieren. Auch der DL350 kann als Scope mit voller Trigger-Funktionalität und allen Eigenschaften eines Oszilloskops eingesetzt werden.

Die Unterschiede bestehen grundlegend in der Kanalzahl und den möglichen Signalarten, die gemessen werden können. Der DL350 ist nicht nur ein modulares System mit 18 unterschiedlichen Messmodulen für Spannung und Strom, sondern es lassen sich auch Temperatur, Beschleunigung, Frequenz oder Dehnung messen. Über die Module ist auch die Kanalzahl variabel und reicht von 2, 4, 8 Kanälen bis hin zu maximal 240 Kanälen und wird durch 16 Logik-Eingänge im Gerät komplementiert.

Es lassen sich bis zu 1000 Veff direkt messen, die vertikale Auflösung liegt bei 12 bzw. 16 Bit und der Messspeicher ist mit 200 MWorten größer als im Vergleich. Die Größe des Speichers ist besonders wichtig, da der DL350 ScopeCorder zwei Messgeräte kombiniert – ein Oszilloskop und einen Rekorder.

Mit dem echten Rekorder-Modus lassen sich Messdaten von bis zu 50 Tagen aufnehmen und im Scope-Modus können bis zu 1000 vergangene Messungen sequenziell abgelegt werden. Interessierte können sich bei einer Gerätevorführung davon überzeugen.

Für den ScopeCorder DL350 bietet Yokogawa eine spezielle Vehicle-Edition-Option an. Wie kam es zu der Entwicklung und wen sprechen Sie konkret an?

Die Vehicle Edition gibt es schon bei der größeren Variante, dem ScopeCorder DL850E. Wir sprechen speziell die Automobil-Branche, deren Zulieferer und Dienstleister an. Aus der Historie gesehen war Yokogawa bei den Oszilloskopen einer der ersten Hersteller, der bei seinen Oszilloskopen die seriellen Trigger- und Analyse-Optionen angeboten und die Entwicklung der seriellen Busse unterstützt hat. Bevor es populär wurde, mit dem ScopeCorder unterschiedliche Signale im Automotivsektor zu messen, bestand der Wunsch, die seriellen Daten mit zu erfassen. Allerdings nicht wie mit einem Oszilloskop auf Basis des Physical-Layers, sondern auf der Nutzdaten-Basis. Die Nutzdaten, die über den Bus laufen, werden herausgefiltert, dekodiert und aufgezeichnet. So lässt sich die Motortemperatur als normales physikalisches Messsignal als Temperatur darstellen und kann wie ein analoger Kanal behandelt werden. Vorteile: eine hohe Signalanzahl, Triggeraktivierung auf jeden einzelnen dekodierten Kanal und der Vergleich zwischen realen Sensoren und den übertragenen Werten.

Der DL350 bietet auch die Vehicle Edition, womit die Module für die CAN-, LIN- oder SENT-Dekodierung in den ScopeCorder integriert und zeitgleich mit den analogen Signalen erfasst werden können.

Werfen Sie einen kurzen Blick in die Zukunft: Welchen Trend in der mobilen Messtechnik können Sie erkennen?

Der Markt für mobile Messtechnik wird meiner Meinung noch stärker wachsen. Getrieben durch das autonome Fahren bis hin zu automatisierten Anlagen, den erneuerbaren Energien oder robotergesteuerter Produktion wird der Einsatz von mobiler Messtechnik immer wichtiger. Am Anfang der Entwicklungsphase müssen Entwickler zeitnah reagieren und mögliche Fehlerquellen ausschließen können, auch durch die kürzer werdenden Entwicklungszeiten. Zusätzlich wird der Markt für Service und Wartung sowie Inbetriebnahme wachsen. Hier ist die mobile Messtechnik besonders gefordert. Zusammenfassend denke ich, dass sich zukünftig hinsichtlich der Flexibilität, der Bauform, der Akkulaufzeit und der Messmöglichkeiten noch einiges tun wird.

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