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Uber macht Milliardenverlust: Kommentar zum Quartalsbericht

| Autor / Redakteur: Alyssa Altman* / Benjamin Kirchbeck

Nach Bekanntgabe des Milliardenverlustes stürzte der Uber-Kurs um zwölf Prozent ab.
Nach Bekanntgabe des Milliardenverlustes stürzte der Uber-Kurs um zwölf Prozent ab. (Bild: Clipdealer)

Uber hat im zweiten Quartal über fünf Milliarden US-Dollar Verlust zu verzeichnen. Nach dem misslungenen Börsengang im Mai, folgte nun also bereits die zweite Hiobsbotschaft binnen weniger Monate. Warum das so ist, erläutert Alyssa Altman von Publicis Sapient in ihrem Gastkommentar.

Ubers Entscheidung, eine Shopping-App mit dem Handelspartner Cargo zu starten, ist nach dem enttäuschenden Börsengang Anfang des Jahres ein interessanter Schritt. Das Unternehmen ist zwar nach wie vor die größte Ride-Hailing-App der Welt, hat bisher jedoch nie Gewinn erzielt. Wie kürzlich berichtet, machte der Konzern im abgelaufenen Quartal einen Verlust von rund fünf Milliarden Dollar.

Die Zahlen sind mehr als enttäuschend. Uber hat sich in eine riesige Geldverbrennungsmaschine verwandelt. Das Unternehmen steht in den USA unter zunehmendem Druck durch den Rivalen Lyft, der diese Woche mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen übertraf. Auch steigt der Druck auf den lokalen Märkten weltweit durch Wettbewerber wie Bolt in Großbritannien, Ola Cabs in Indien und Yandex Taxi in Russland. In dem anderen großen, für Uber relevanten Markt - dem Lebensmittelversorgungsmarkt - belasten Deliveroo und JustEat in Großbritannien sowie GrubHub, Postmates und DoorDash in den USA immer mehr den Umsatz und die Positionierung von Uber Eats.

Alyssa Altman leitet bei Publicis Sapient, den Experten für digitale Business Transformation der Publicis Groupe, den Sektor Transportation- & Mobility-Business in Nordamerika.
Alyssa Altman leitet bei Publicis Sapient, den Experten für digitale Business Transformation der Publicis Groupe, den Sektor Transportation- & Mobility-Business in Nordamerika. (Bild: Publicis Sapient)

Der Einstieg in den E-Commerce durch den Launch von Cargo ist daher ein logischer Schritt, um aus einem bisher unerschlossenen Sektor Kapital zu schlagen. Es ist jedoch unklar, ob die Verbraucher daran interessiert sind, neue Produkte unterwegs über eine App zu kaufen, die sie nicht kennen und erst herunterladen müssen. Die meisten Käufer, die dringend ein Produkt benötigen, würden wohl eher eine bereits installierte Anwendung auf ihrem Smartphone nutzen, wenn sie während einer Uber-Fahrt einkaufen wollen.

Um ihre App attraktiver zu machen, hat Uber ein Anreizsystem mit Treuepunkten geschaffen. Ob das ausreicht, die Verbraucher dazu zu bringen, die Anwendung zu nutzen, ist fraglich. Uber wird es nicht leicht haben, sich vom Wettbewerb frei zu machen: denn hier konkurrieren sie mit dem Riesen Amazon. Nach einem rekordbrechenden Prime Day ist es zweifelhaft, dass Treuepunkte und Uber Cash dazu führen werden, dass die Verbraucher von Amazon zu Uber wechseln, um Produkte zu kaufen.

Uber – Börsengang unter widrigen Bedingungen

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24.05.19 - Am 10. Mai startete das Mobility-Unternehmen Uber an der Börse. Die Erwartungshaltung waren enorm und doch hätte es schlimmer kaum kommen können: Der Kurs brach innerhalb weniger Stunden um fast 18 Prozent ein. Eine Analyse der Hintergründe. lesen

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