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Tesla Model 3 – Zerlegung eines Rivalen

| Autor / Redakteur: Stefan Hajek / Benjamin Kirchbeck

Um kein Tesla-Modell ranken sich mehr Mythen, um keines gibt es solch hitzige Diskussionen wie um das Model 3.
Um kein Tesla-Modell ranken sich mehr Mythen, um keines gibt es solch hitzige Diskussionen wie um das Model 3. (Bild: Tesla)

Ingenieure deutscher Autokonzerne haben sich einige Tesla Model 3 besorgt und auseinandergenommen. Am Ende stellten die beteiligten Ingenieure unter anderem fest, dass das Model 3 durchaus das Potenzial zum Erfolg hat – unter einer Voraussetzung.

Genial? Oder Schrott? Um kein neues Modell rankten sich mehr Mythen, um keines gab es derart hitzige Diskussionen wie um Teslas erstes Auto für den Massenmarkt. Gerade erst bemängelten die Verbraucherschützer des US-Magazins "Consumer Reports" zu lange Bremswege und unhandliche Bedienelemente des Model 3 - und rieten von einem Kauf ab. Mittlerweile hat Tesla hier jedoch per Software-Update Abhilfe geschaffen und auch Consumer Reports hat sein Urteil nun entsprechend angepasst. Doch die deutschen Autobauer wollen sich auf solche Berichte allein nicht verlassen. Die WirtschaftsWoche hat einige Ingenieure ausfindig gemacht, die im Auftrag der hiesigen Konkurrenten ein Model 3 nicht nur getestet, sondern es in alle Einzelteile zerlegt haben.

Wie genau ist das Elektroauto konstruiert? Welche Materialien werden eingesetzt? Wie löst Tesla technische Probleme, an denen auch die Konkurrenz knabbert, etwa bei der Kühlung der Batterie und dem Unfallschutz? Und vor allem: Was taugt das Herzstück - die Batterie? Fragen, die vor allem die Rivalen in Stuttgart, Wolfsburg, Ingolstadt und München interessieren. Das Model 3 gilt vielen in der Branche als betriebswirtschaftliches und produktionstechnisches Himmelfahrtskommando. Aber was ist an diesen Bedenken wirklich dran?

Fahrzeuge von Ex-Tesla-Mitarbeitern

Vier Konzerne haben sich nach WiWo-Informationen in den vergangenen Wochen je ein Tesla Model 3 besorgt. Die Autos stammen von ehemaligen Tesla-Mitarbeitern, die diese sehr früh bestellen konnten und es nun zu Geld machten. Die Modelle kosten auf dem Graumarkt zwischen 100.000 und 120.000 Euro. Die hiesigen Rivalen haben sie nach Deutschland überführt und in ihren Werken auseinandergenommen. Offiziell bestätigen mag dies zwar keiner der deutschen Autobauer. Aber "es ist üblich, im Rahmen der Wettbewerbsbetrachtung Fahrzeuge anzukaufen und detailliert anzuschauen", sagt ein Daimler-Konstrukteur.

Nicht nur technische Details interessieren die Auftraggeber, auch die wirtschaftliche Kalkulation des Model 3 wollen sie verstehen: "Unser Kunde, ein süddeutscher Premiumhersteller, will vor allem wissen, ob Tesla überhaupt in der Lage ist, das Auto für die versprochenen 35.000 Dollar Nettopreis mit Gewinn zu bauen", sagt einer der Ingenieure, die ein Model 3 zerlegt haben. Und - im zweiten Schritt - was es für ihn selbst, den deutschen Hersteller, kosten würde, ein vergleichbares E-Auto in Deutschland mit einer typischen Low-Cost-Lieferkette mit vorrangig osteuropäischen Zulieferern zu bauen.

Ja, Tesla wird das Model 3 profitabel bauen, wenn...

Tesla-Chef Elon Musk selbst schürte kürzlich Zweifel, ob er mit dem Model 3 Gewinn machen kann. Die bisher erhältlichen Varianten kosten erheblich mehr als die versprochenen 35.000 Dollar. Auf Nachfragen, wann das Basismodell fertig sei, sagte Musk: Würde Tesla es jetzt schon bauen, "würden wir viel Geld verlieren, Tesla würde sterben".

Denn wie überall in der Industrie ist die Gewinnspanne bei den Premiumvarianten mit größerem Akku, zwei Motoren und Autopilot höher. Tesla arbeitet zunächst die teuren Bestellungen ab. Sechs bis neun Monate, schätzen Analysten, müssen sich Kunden gedulden, bis Tesla die Produktion der günstigeren Varianten anfährt. So lange werde es dauern, bis die Kalifornier das Model 3 hochautomatisiert und damit effizient bauen können. 10 000 Stück pro Woche sollen dann vom Band rollen - bisher schafft Tesla 3000.

Dann aber werde Tesla das Model 3 durchaus mit Gewinn bauen. "Unsere Analyse ergibt, dass alle Teile und Baugruppen zusammen rund 18.000 Dollar kosten", schreibt einer der deutschen Ingenieure, "dazu kommen branchentypisch rund 10.000 Dollar Produktionskosten für ein Auto dieser Größe, Ausstattung und Technologie."

Die Frage des süddeutschen Auftraggebers konnten die Ingenieure also klar beantworten: Ja, Tesla wird das Model 3 profitabel bauen, wenn es Musk und seine Konstrukteure schaffen, die Massenfertigung ans Laufen zu bringen, bevor das Unternehmen pleite ist. Noch etwas lernten die Zerleger - was dem deutschen Autobauer weniger gefiel: Er selbst wäre, heißt es im Prüfbericht, "derzeit nicht in der Lage, ein technisch vergleichbares batterieelektrisches Auto zu diesem Preis zu bauen".

Analyse: Tesla springen immer mehr Model-3-Kunden ab

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06.06.18 - Einer Analyse zufolge hat fast jeder vierte Kunde in den USA seine Reservierung für ein Tesla Model 3 rückgängig gemacht. In den letzten Monaten ist die Absprungrate den Daten zufolge deutlich nach oben geklettert. Die Analysten führen das unter anderem auf die jüngsten Aussagen von Elon Musk zurück. lesen

* Der Beitrag stammt im Original von wiwo.de. Erstveröffentlichung am 30.5.2018. © Handelsblatt GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

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Der Artikel ist schlicht unseriös, BILD Niveau! Genauso unseriös ist es nicht mal im Ansatz zu...  lesen
posted am 16.06.2018 um 09:39 von Unregistriert

... und die Zahlen fallen so vom Himmel.  lesen
posted am 13.06.2018 um 16:03 von Unregistriert

Der Artikel ist schlicht unseriös, BILD Niveau! Pfui, ihr habt mir 5 Minuten meiner Lebenszeit...  lesen
posted am 12.06.2018 um 13:56 von Unregistriert

Der Bremsweg wurde inzwischen von Tesla mittels Softwareupdate verkürzt und die Bewertung vom...  lesen
posted am 12.06.2018 um 13:17 von Unregistriert

ist mir hier (nicht immer, aber) schon öfter mal aufgefallen: vielversprechende Einleitung,...  lesen
posted am 12.06.2018 um 12:22 von Unregistriert


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