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Tesla-Boss verzweifelt an „verrückter“, automatisierter Produktion

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

„Die übertriebene Automatisierung bei Tesla war ein Fehler“, räumte Elon Musk ein.
„Die übertriebene Automatisierung bei Tesla war ein Fehler“, räumte Elon Musk ein. (Bild: Hasselblad H4D)

Tesla-Chef Elon Musk hat eingeräumt, dass die Produktionsprobleme beim Model 3 von einer übertriebener Automatisierung verschärft wurden. Das „verrückte, komplexe Netzwerk“ sei man nun los geworden. Zudem kündigte Musk für das zweite Halbjahr schwarze Zahlen an und dementierte einen akuten Kapitalbedarf.

Oft hatte es der Tech-Milliardär und Tesla-Boss Elon Musk angekündigt – zweiten Halbjahr 2018 soll es nun endlich Realität werden: Tesla werde im dritten und vierten Quartal profitabel sein, verkündete Musk auf Twitter. "Deshalb besteht offensichtlich keine Notwendigkeit, Geld zu besorgen". Der 46-Jährige reagierte damit auf einen Tweet des "Economist". Das britische Wirtschaftsblatt hatte geschrieben, dass Tesla der Investmentbank Jefferies zufolge dieses Jahr zwischen 2,5 und 3,0 Milliarden Dollar benötige.

Dass es zusätzlichen Mittelbedarf gebe, hatte das Unternehmen bereits vergangene Woche zurückgewiesen. Tesla hatte ebenfalls vor einiger Zeit angekündigt, irgendwann in diesem Jahr schwarze Zahlen zu schreiben. Laut früherer Aussagen bezieht sich dies aber auf das operative Ergebnis und nicht auf den Nettogewinn.

Elon Musks Ansagen sind jedoch mit Vorsicht zu genießen. Der Tesla-CEO hat schon häufig Dinge versprochen, die dann nicht eintraten. Tesla hat im jüngsten Quartal einen Rekordverlust geschrieben und seit Gründung 2003 noch keinen Jahresgewinn gemacht.

„Verrücktes, komplexes Netzwerk von Laufbändern“

Auch bei der Produktion des Model 3 gibt es Neuigkeiten. Musk hat eingeräumt, dass die Produktionsprobleme beim neuen Elektroauto von einer übertriebener Automatisierung verschärft wurden. In einem Interview des TV-Senders CBS bestätigte Musk, dass Roboter die Fertigung in einigen Fällen verlangsamt hätten. „Wir hatten dieses verrückte, komplexe Netzwerk von Laufbändern. Und es funktionierte nicht, also sind wir es losgeworden“, nannte er als Beispiel.

Später fügte Musk bei Twitter hinzu: „Ja, die übertriebene Automatisierung bei Tesla war ein Fehler. Um genau zu sein, mein Fehler. Menschen sind unterbewertet.“ Es ist ein ungewöhnliches Eingeständnis für Musk, der sich stets fasziniert vom Potenzial der automatisierten Produktion zeigte. Er sprach von der „Maschine, die Maschinen baut“, und Robotern, die sich schneller bewegen, als das menschliche Auge erkennen kann. Um die Vision umzusetzen, kaufte Tesla unter anderem den deutschen Maschinenbauer Grohmann aus Prüm in Rheinland-Pfalz.

Musk sagte in dem Interview auch, dass ins Model 3 „zu viele neue Technologien auf einmal reingepackt“ worden seien. „Das hätte gestaffelt werden müssen.“ Das Model 3 soll mit einem Preis von 35.000 Dollar vor Steuern und Vergünstigungen Elektromobilität aus der Nische in einen breiteren Markt bringen. Tesla bekam über 400.000 Reservierungen für das Fahrzeug, müht sich aber seit dem offiziellen Produktionsstart im Sommer 2017, diese abzuarbeiten.

Der Firmenchef wollte die Produktion bereits zum Ende des vergangenen Jahres auf 5.000 Wagen pro Woche bringen. Dieses Ziel wurde auf Ende Juni verschoben. Ende März fertigte Tesla gut 2.000 Model 3 wöchentlich.

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