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Technologiepartnerschaft – Schaeffler investiert ins Autonome Fahren

| Redakteur: Christian Otto

Schaeffler investiert in ein gemeinsames Joint Venture mit Paravan, um die eigene Kompetenz im Bereich autonomes Fahren zu erweitern.
Schaeffler investiert in ein gemeinsames Joint Venture mit Paravan, um die eigene Kompetenz im Bereich autonomes Fahren zu erweitern. (Bild: Schaeffler)

Mit einem neu gegründeten Joint Venture wollen Schaeffler und Paravan zusammen das Thema Autonomes Fahren vorantreiben. Paravan bringt dabei seine sogenannte Space-Drive-Technologie ein.

Schaeffler kauft im Bereich des autonomen Fahrens zu. Dafür gründet der Automobilzulieferer zusammen mit Paravan, einem Spezialist für behindertengerechte Fahrzeugumbauten, ein Joint Venture. Der Vertrag wurde heute (06. August) unterzeichnet. Unter dem Namen Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co. KG soll das neue Unternehmen laut Schaeffler die Drive-by-wire-Technologie „Space Drive“ weiterentwickeln – sowie neue Mobilitätssysteme entwickeln und vertreiben. Die Schaeffler Technologies AG & Co. KG hält 90 Prozent der Anteile des Joint Ventures.

Die Space Drive-Technologie stammt dabei von Paravan. Sie wurde ursprünglich für Menschen mit körperlicher Behinderung entwickelt, um ihnen eine zuverlässige Steuerung eines Fahrzeuges vollständig elektronisch zu ermöglichen. Kernelement von Space Drive ist neben der Fahr- und Bremsbetätigung vor allem die sogenannte Steer-by-wire-Funktion, welche die Spurführung des Fahrzeugs zuverlässig und rein über elektronische Stellsignale ermöglicht. Das Lenkrad und die mechanische Verbindung der Lenksäule können also vollständig entfallen.

Eine besondere Rolle kommt in dem neuen Joint Venture dem „Schaeffler Mover“ zu: Das kleine und wendige Fahrzeugkonzept ist rein elektrisch betrieben und kann – mit verschiedenen Aufbauten versehen – in urbanen Räumen für flexible Transportaufgaben eingesetzt werden.
Eine besondere Rolle kommt in dem neuen Joint Venture dem „Schaeffler Mover“ zu: Das kleine und wendige Fahrzeugkonzept ist rein elektrisch betrieben und kann – mit verschiedenen Aufbauten versehen – in urbanen Räumen für flexible Transportaufgaben eingesetzt werden. (Bild: Schaeffler)

Ansatz für die Großserie

„Steer-by-wire“ (wörtlich übersetzt „Lenken-via-Kabel“) gilt als eine Schlüsseltechnologie für das Autonomee Fahren. Auch in Pkws, die nur temporär automatisiert fahren, entstehen laut Schaeffler allein durch den Wegfall der Lenksäule völlig neue Möglichkeiten für die konzeptionelle Ausgestaltung der Fahrzeuge und ihrer Innenräume. Space Drive ist dreifach redundant und erfüllt nach Unternehmensangaben als einzige Systemlösung weltweit derzeit die höchsten Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen, insbesondere den anspruchsvollen funktionalen Sicherheitsstandard ISO 26262 ASIL D.

Genau das dürfte ein wesentlicher Grund für das Engagement von Schaeffler sein. Denn das System ist das einzige seiner Art, das eine weltweite Straßenzulassung besitzt und das laut dem Zulieferer das Potenzial hat, auch in der automobilen Großserie technisch und kommerziell wettbewerbsfähig zu sein. Das Space Drive-Konzept weist zudem über 500 Millionen Kilometer unfallfreie Fahrerfahrung auf.

Zukunftsmarkt Autonomes Fahren: Schaeffler setzt auf Rolling Chassis

Peter Gutzmer, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands und Vorstand Technologie bei Schaeffler, unterstrich den strategischen Wert der Transaktion: „Mit dem Erwerb der erprobten ‚Drive-by-wire‘-Technologie erschließen wir der Schaeffler Gruppe eine Schlüsseltechnologie, die es uns ermöglichen wird, den Unternehmensbereich Chassis zu einem ‚Fahrwerksystem-Integrator‘ zu entwickeln.“ Der Bereich „Rolling Chassis“ sei für Schaeffler die entscheidende Möglichkeit im stark wachsenden Zukunftsmarkt „Autonomes Fahren“ technologisch Fuß zu fassen und so die Diversifikation zwischen Powertrain und Chassis voranzutreiben.

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Die Space-Drive-Technologie und die entsprechenden Kompetenzen im Bereich Funktionssicherheit mit hochzuverlässigen Elektroniken sollen Schaefflers mechatronische Kompetenzen ergänzen und die Entwicklung künftiger „By-wire“-Lenksysteme beschleunigen, insbesondere durch Know-how im Bereich Systems Engineering, Elektronik und Funktionssoftware.

Entwicklungsplattform Schaeffler Mover

Über die finanziellen Details wollen die Joint Venture-Partner nicht reden. Allerdings ist die Leitung des neuen Gemeinschaftsunternehmens, das in Aichelau und Herzogenaurach sitzt, schon organisiert: Die Geschäftsführung werden Paravan-Gründer Roland Arnold als Vorsitzender sowie Schaeffler-Fahrwerkchef Dirk Kesselgruber und ein weiterer noch zu bestimmender Mitarbeiter der Schaeffler Gruppe übernehmen.

Eine besondere Rolle soll in dem neuen Joint Venture zudem dem „Schaeffler Mover“ zukommen, den Schaeffler in das neue Unternehmen einbringt. Das kleine und sehr wendige Fahrzeugkonzept ist rein elektrisch betrieben und kann – mit verschiedenen Aufbauten versehen – in urbanen Räumen für flexible Transportaufgaben eingesetzt werden.

Derzeit dient das Konzept laut Schaeffler in erster Linie als Entwicklungsplattform, um zukünftige Produkte für Fahrzeughersteller zu entwickeln und zu industrialisieren. In Kombination mit der Space Drive-Technologie und im Rahmen des Joint Ventures stellt der Zulieferer aber auch die Entwicklung ganzer Fahrplattformen für Logistik- und Serviceunternehmen in Aussicht.

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