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Technologie-Start-ups: Autobauer auf Einkaufstour

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Deutsche Premiumhersteller mit der höchsten Aktivität

Im langfristigen Ranking liegen zwei deutsche Unternehmen weit vorne: Mit 37 Beteiligungen führt BMW die Rangliste knapp an – vor Daimler mit 36 und GM mit 35 Investitionen. Volvo (27), Ford (24) und Toyota (18) finden sich im Mittelfeld. Volkswagen (12), Honda (9) und Audi (8) liegen nur knapp vor den französischen Herstellern Renault und PSA, die mit je sieben bzw. sechs Beteiligungen in diesem Zeitraum das Schlusslicht bilden.

„Das Bild könnte sich aber rasch ändern“, sagt Automobilexperte Nienhaus. „Einige Hersteller holen gerade stark auf.“ So haben Toyota und PSA eigene Beteiligungsfonds aufgesetzt – nach dem Vorbild des Pioniers BMW, der bereits 2011 seinen Fonds „i Ventures“ ins Leben gerufen hat. Mit einem bereitgestellten Kapital von 500 Millionen Euro liegen die Münchener hier weit vorne.

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„Zunehmend sind die OEMs bemüht, technische Lücken zu schließen“, erläutert Nienhaus. Volkswagen etwa eröffnete in diesem Jahr den eigenen Inkubator IDEATION:HUB – nach dem Vorbild von Daimler und BMW, die schon länger eigene Einheiten für die Förderung von Start-ups unterhalten.

Bentenrieder sieht die Nachzügler nicht unbedingt in einer schwächeren Position: „OEMs, die frühzeitig begonnen haben, in verschiedene Bereiche zu investieren, besitzen aufgrund der hohen Breite des Beteiligungsportfolios zwar einen Vorteil. Wer aber abwartet, kann den Markt beobachten und sich dann fokussiert auf einzelne Partnerschaften festlegen.“

So habe Toyota jüngst einen Fonds mit 100 Millionen US-Dollar ausgestattet, der ausschließlich im Bereich der künstlichen Intelligenz investiert. „Künstliche Intelligenz ist eine übergeordnete Schlüsseltechnologie. Sie hilft einerseits im Fahrzeug etwa bei der Auswertung von Straßenschildern, genauso aber auch bei der Steuerung des Angebots von Mobilitätsdienstleistungen“, sagt Bentenrieder.

Neue Herausforderer für die OEMs

Nicht nur zwischen den klassischen OEMs verschärft sich die Konkurrenz. „Neue Player wie Uber und DiDi Chuxing drängen in den Markt und fordern die etablierten Hersteller heraus“, sagt Nienhaus. „Auch sie beteiligen sich verstärkt an Start-ups und haben inzwischen je 21 Investitionen abgeschlossen“. Zudem positionieren sich Unternehmen wie die japanische Softbank Group.

Der Telekommunikations- und Medienkonzern hat jüngst 5,5 Milliarden US-Dollar in den chinesischen Fahrdienstvermittler DiDi Chuxing investiert und bereitet Medienberichten zufolge zudem eine Investition in Höhe von zehn Milliarden US-Dollar in den DiDi-Konkurrent Uber vor. Neben weiteren Beteiligungen bei Mobilitätsdiensten wie OLA und Grab strebt Softbank auch mit mehreren Investitionen in den Bereich autonomes Fahren.

„Da die OEMs ein natürliches Interesse an diesen Technologien haben, müssen sie Unternehmen wie Softbank als ernstzunehmende Konkurrenten betrachten“, sagt Nienhaus. „Zumal sie häufig über eine enorme Finanzkraft verfügen.“

Viele neue Konkurrenten seien in der Lage, mit großen Investitionen ganze Industriezweige umzuwälzen: „Um die neuen Wettbewerber aus der Technologie-Szene auf Distanz zu halten, müssen OEMs zunächst zweigleisig fahren. Neben den Investitionen in Start-ups ist es nötig, weiter auf Inkubatoren zu setzen“, sagt Nienhaus.

Über die Analyse

Für die Analyse wurden die CVC-Investitionen der Automobilbauer BMW, Daimler, VW, Audi, PSA Group, Jaguar, Volvo, GM, Ford bis Anfang September 2017 nach Anzahl und Investitionsfokus ausgewertet. Für die weiteren genannten Unternehmen fand eine Auswertung nach Anzahl der Investitionen statt. Dabei wurden lediglich öffentlich kommunizierte Deals berücksichtigt.

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