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Studie untersucht Ziele und Wege zur Mobilität in der Luft

| Redakteur: Thomas Kuther

Ist das Flugtaxi schon reif zum Abheben? Das Fraunhofer IAO hat in einer Studie den Realitätscheck gemacht und verschiedene Faktoren der 3D-Mobilität untersucht.

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Ein Flugtaxi: Der Volocopter bei Tests in Dubai.
Ein Flugtaxi: Der Volocopter bei Tests in Dubai.
(Bild: Volocopter)

Mit dem Fokus auf Flugtaxis zeigt die Studie „Quo vadis 3D Mobility?“ auf, was die Ziele der Mobilität in der Luft sind, welchen Reifegrad relevante Technologien haben, wie Anwendungsfälle konkret aussehen können, wie die Infrastruktur dafür beschaffen sein müsste, welche Stakeholder einbezogen werden sollten und wie hoch die Nachfrage für 3D-Mobilität ist.

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Die Fähigkeit zu fliegen, ist seit vielen Jahrhunderten ein Traum der Menschen. Dieser Traum ist in den letzten Jahren dank der Fortschritte in verschiedenen wichtigen Technologiebereichen wie Batterien oder Leichtbau-Materialien in greifbare Nähe gerückt. Wie nah, haben die Mobilitätsexperten des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO nun in der englischsprachigen Studie „Quo vadis 3D Mobility“ genauer untersucht.

Die Studie beschäftigt sich sowohl mit allgemeinen Zielen urbaner Mobilität als auch mit konkreten technologischen Fragestellungen rund um 3 D-Mobilität, mit organisatorischen Aspekten wie dem Aufbau einer adäquaten Infrastruktur sowie den Stakeholdern, die für die Umsetzung von Flugtaxis an einen Tisch gebracht werden müssen.

Reifegrade und Einsatzbereiche der Technologien für 3D-Mobilität im Überblick

Was den Reifegrad der Technologien für 3D-Mobilität betrifft, kommt die Studie zu dem Schluss, dass sich einige noch in der Entwicklung befinden, aber einzelne Technologien bereits einen sehr fortgeschrittenen und anwendungsnahen Reifegrad aufweisen. Untersucht wurde auch die Eignung verschiedener Antriebstechnologien, die rein auf Batterien, Wasserstoff oder konventionellen Treibstoffen basieren, für unterschiedliche Anwendungsfälle. Bezüglich des Start- und Landevorgangs betrachten die Studienautoren sowohl Senkrechtstarter (Vertical Take-Off and Landing, VTOL) als auch Konzepte, die eine Startbahn erfordern (Short Take-Off and Landing, STOL).

Sechs Anwendungsfälle machen den Einsatz von Flugtaxis erlebbar

Um den Realitätscheck zu machen, ob und in welcher Form Lufttaxis überhaupt sinnvoll einsetzbar sind, hat das Forschungsteam im Rahmen der Studie verschiedene Anwendungsszenarien durchgespielt und dabei anhand von „Customer Journeys“ praxisnah erlebbar gemacht, wie der Alltag mit einem Flugtaxi von der Buchung bis zum Aussteigen aussehen könnte. Skizziert wurden die Use Cases „Urbanes Lufttaxi“, das Lufttaxi als „Luftrettungsdienst“, „Fähren-Ersatz“, und „Flughafen-Shuttle“ sowie das individuelle Flugauto. In den Szenarien werden die Relevanz der jeweiligen Lösung untersucht, die Zielgruppen definiert und die Eignung der verschiedenen Technologien bewertet. Um den Einsatz noch konkreter greifbar zu machen, haben die Wissenschaftler Routen und Verkehrsströme der Metropolregion Stuttgart analysiert.

„Einige Technologien befinden sich noch in der Entwicklungsphase“ kommentiert Studienautor Daniel Duwe den Status Quo von Flugtaxis. Er forscht seit einigen Jahren zum Thema „3D-Mobilität“ und hat auch kürzlich seine Promotion dazu abgegeben. Für ihn stellen gesetzliche Vorgaben, die Steuerung des Flugverkehrs sowie die Errichtung von urbaner Infrastruktur, insbesondere von so genannten Vertiports zum Starten und Landen, die größten Hürden bei der Umsetzung der Produkttechnologie dar. So kann es auch noch einige Jahre dauern, bis Flugtaxis abheben. „In progressiven Regionen dieser Welt, in denen Gesetze und Infrastruktur schnell anpassbar sind, können Flugtaxis aber vielleicht schon in wenigen Jahren zum Einsatz kommen“ schätzt Duwe.

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