Ein Angebot von /

Strom oder Gas: Welcher Energieträger ist sauberer?

| Autor / Redakteur: Michael Kirchberger/Ampnet / Sven Prawitz

Der Hyundai Ioniq ist seit Anfang 2017 als reines Elektroauto erhältlich.
Der Hyundai Ioniq ist seit Anfang 2017 als reines Elektroauto erhältlich. (Bild: Hyundai)

Elektroautos sind für viele Autohersteller das Mittel der Wahl, um die CO2-Flottenwerte zu senken. Auch bei den Verbrauchern scheint das Interesse zuzunehmen. Gleichwohl gerät eine interessante Alternative – der Gasantrieb – mehr und mehr in Vergessenheit.

Der Hyundai Ioniq Elektro ist ein Mittelklasse-Auto von fast 4,5 Metern Länge, das sich – der Name ist Programm, elektrisch fortbewegt. Bis zu 280 Kilometer Reichweite verspricht Hyundai, solange soll der 28 Kilowattstunden (kWh) leistende Lithiumionen-Akku halten. 33.300 Euro kostet der koreanische Stromer, abzuziehen sind Förder- oder Abwrackprämien. Aber nicht nur für Elektroautos gibt es finanzielle Unterstützung.

Regionale Gasversorger gestalten den Kauf eines mit eben jener Energieform angetriebenen Fahrzeugs durch eine Bonuszahlung wirtschaftlicher. Sie tun dies nicht aus Nächstenliebe oder gar aus Gründen des Umweltschutzes, sondern um ihren Gas-Umsatz zu erhöhen, das Verteilernetz effizienter zu nutzen und durch höhere Einkaufsvolumina bessere Preise erzielen zu können. Profitieren können Verbraucher und Umwelt dennoch.

Zulassungen für Gas-Autos rückläufig

Gute Gründe also, sich für ein Auto mit Gasantrieb zu entscheiden. Trotzdem haben die Zulassungen derart motorisierter Personenwagen in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgenommen. Was nur schwer verständlich ist. Denn anders als ein E-Auto fährt sein gasbetriebener Kollege einfach weiter, wenn ihm der Treibstoff-Vorrat ausgeht. Sein Motor ist bivalent ausgelegt, das heißt, er kann nicht nur Gas sondern auch ganz normales Benzin als Brennstoff nutzen. Zwischen 20 und 40 Liter Sprit sind je nach Fahrzeugtyp an Bord, die reichen allemal bis zur nächsten Tankstelle, meist sogar bis zur nächsten Füllstation für Gas. Und das Auftanken lässt sich weitaus schneller erledigen als das Nachladen einer Batterie, es dauert kaum länger als den Tank eines Benziner oder Diesels zu befüllen.

Wobei es zwei Sorten von Gas-Treibstoff zu unterscheiden gibt. LPG (Liquified Petroleum Gas), verflüssigtes Gas, das bei der Raffinierung von Erdöl anfällt, und CNG (Compressed Natural Gas), natürliches Erdgas aus unterirdischen Vorkommen, das verdichtet in die Drucktanks der Autos gepresst wird. Mit bis zu 700 bar werden sie gefüllt, um eine akzeptable Reichweite zu ermöglichen. LPG wird dagegen schon bei niedrigem Druck flüssig, sieben bar genügen um die vergleichsweise kleinen Tanks der so betriebenen Autos ausreichend zu füllen.

LPG und CNG sauberer als Diesel und Benzin

Beiden Treibstoffen ist gemein: Sie verbrennen im Ottomotor wesentlich rückstandsfreier als Benzin oder Diesel. Die entstehenden CO2-Emissionen liegen niedriger als bei Benzin, die Stickoxide sinken verglichen mit denen bei der Dieselverbrennung um rund 90 Prozent und auch der Feinstaubausstoß ist deutlich geringer als bei flüssigen Energieträgern.

Aus heutiger Sicht unterscheiden sich Elektroautos von ihren gasbetriebenen Kollegen durch eine niedrigere Reichweite, längere Standzeiten beim Laden und weniger Geräuschentwicklung in der Stadt. Bei den Umweltbelastungen durch Emissionen nehmen sie sich dagegen nicht viel. Zumindest im heutigen Energiemix bei der Gewinnung von elektrischem Strom einschließlich aller Transport- und Speicherverluste ist Elektrizität keinen Deut sauberer als Gas. Zumindest solange sie vornehmlich mit Hilfe von Braunkohle erzeugt wird, für die Stromgenerierung in Deutschland werden aktuell fast zur Hälfte fossile Energieträger verbrannt, 13,2 Prozent der 2017 insgesamt erzeugten 542 Terrawattstunden Elektrizität stammen immer noch aus der Kernenergie. Dies muss sogar die Deutsche Umwelthilfe gelegentlich eingestehen.

Ein weiteres Problem kommt mit dem Aufbau der Elektro-Infrastruktur daher. Zwar ist die Zahl der Gastankstellen mit rund 900 Stationen derer von Ladesäulen (mehr als 8400) deutlich unterlegen, doch sind beim Strom je nach Kapazität der Station mindestens 30 Minuten Ladedauer von Nöten, um den Akku wieder halbwegs aufzufrischen. Ein konventioneller Gastank im Auto ist in spätestens drei Minuten bis zum Kragen gefüllt.

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben
Mit Benzin Direkteinspritzung und den Downsizing geht eine Gasumrüstung nichtmehr.  lesen
posted am 09.11.2018 um 07:53 von Unregistriert

Nein, nicht verblüffend, sondern mehr oder weniger belanglos; denn es macht keinen Sinn, den...  lesen
posted am 13.04.2018 um 16:35 von Unregistriert

Ich war 7 Jahre lang mit einem auf LPG umgerüsteten C-Klasse-Mercedes unterwegs und der Antrieb...  lesen
posted am 12.04.2018 um 09:10 von Unregistriert

Vor längerer Zeit hatte ich einmal folgenden Beitrag gelesen; mal sehen, wer behauptet (und...  lesen
posted am 11.04.2018 um 13:31 von Unregistriert

Hallo, vielen Dank für Ihren Kommentar. Da wir uns bei next-mobility ausschließlich mit dem...  lesen
posted am 11.04.2018 um 13:21 von BK


Mitdiskutieren
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45239121 / E-Mobility)