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Stimmungsbarometer: Diese Herausforderungen sehen die Automobilmanager

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Der Fokus auf die batteriebetriebene E-Mobilität wird zunehmend von Führungskräften im Automobilsektor kritisiert. Während der Klimawandel und der globale Wettbewerb als entscheidende Herausforderungen angesehen werden, bleibt man beim Thema Diversity skeptisch.

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(Bild: Clipdealer)

Bei der Transformation hin zu neuen Antriebsvarianten setzt die deutsche Automobilbranche auch auf die Brennstoffzelle als Alternative. Das zeigt das aktuelle „Stimmungsbarometer Automotive 2020“ von PwC. 83% der Befragten aus der Automobilindustrie sehen die Politik in der Verantwortung, neben batteriebetriebener Elektromobilität auch andere Antriebstechnologien zu fördern. Doch sehen gleichermaßen auch acht von zehn Führungskräften die Hersteller in der Pflicht, eine technologieoffene Forschung und Entwicklung alternativer Antriebe zu forcieren, um alle Möglichkeiten auszuschöpfen.

Eine Möglichkeit ist aus der Perspektive der Automobilindustrie die Brennstoffzelle, vor allem wegen der umweltfreundlicheren Produktion im Gegensatz zur Batteriezelle. Für die Weiterentwicklung dieser und weiterer technologischer Innovationen setzt die Automobilindustrie auf vereinte Kräfte: Neun von zehn Befragten sind offen für branchenübergreifende Kooperationen.

„Beim Autonomen Fahren hat die Automobilbranche Entwicklungspotenzial. Über ein Drittel der Führungskräfte fühlt sich in diesem Bereich noch nicht gut aufgestellt. Damit das Autonome Fahren auf Level 4 bzw. 5 ausgebaut werden kann, ist die Zusammenarbeit mit Tech-Unternehmen und Start-ups daher unabdingbar“, stellt Felix Kuhnert, Partner und Global Automotive Leader bei PwC Deutschland, fest.

Der Klimawandel steht in diesem Jahr ganz oben auf der Agenda der Führungskräfte: Mehr als drei Viertel (78%) erwarten durch staatliche Regulierung große Auswirkungen auf ihr Geschäftsmodell. Beispiel ist die Verschärfung der Grenzen für CO2-Emissionen im kommenden Jahr und damit verbundene Strafzahlungen bei Verstößen. Aber auch Klimaproteste und der damit erhöhte öffentliche Druck bereiten der Branche Sorgen.

„Wenn sowohl die deutsche Automobilbranche als auch die Politik eine technologieoffene Forschung und Entwicklung fördern, kann die Umstellung auf klimafreundliche Antriebe hierzulande deutlich vorangetrieben werden. Die Wirtschaftsstandorte Deutschland und Europa müssen sich zudem von Produktionsstandorten in Fernost emanzipieren und lokale Kompetenzen und Kapazitäten ausbauen. Das hilft gleichzeitig dabei, die Konkurrenzfähigkeit der Autobranche als Schlüsselindustrie Deutschlands gegenüber amerikanischen und chinesischen Wettbewerbern zu sichern“, kommentiert Peter Gassmann, Europachef von Strategy&, der Strategieberatung von PwC.

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Steigenden Wettbewerb bekommen 74% der Unternehmen im laufenden Jahr zu spüren. Zudem glaubt die Hälfte der Brancheninsider, dass das Qualitätsmerkmal „Made in Germany“ aufgrund starker (Technologie-)Wettbewerber aus den USA zukünftig an Bedeutung verliert. Dabei zeigen sich besonders die Zulieferer (57%) pessimistischer als Hersteller (38%) und Handel (46%). Während sich China in den vergangenen Jahren zum wichtigen Absatzmarkt und Wachstumsmotor der Branche entwickelt hat, sehen 52% der über 200 befragten Automobilmanager die Beteiligungsoffensive chinesischer Investoren an deutschen Unternehmen jedoch kritisch.

Die Forderung nach mehr Diversity auf Führungsebene stößt bei der immer noch stark männlich geprägten deutschen Autobranche nach wie vor auf Skepsis. Weniger als die Hälfte (44%) der Befragten sieht eine Chance darin, mehr Frauen in die Chefetagen der Automobilfirmen zu holen – 2019 waren noch 48% dieser Meinung. Der Anteil der Führungskräfte, der eine höhere Frauenquote dagegen als großes bzw. sehr großes Hemmnis für die strategische Ausrichtung der Unternehmen betrachtet, stieg sogar auf 36% (2019: 30%). Alle weiteren Ergebnisse der Befragung „Stimmungsbarometer Automotive 2020“ können Sie hier nachlesen.

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