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Sinkende Akkupreise sorgen für Boom bei Energiespeichern

| Redakteur: Thomas Kuther

Im Energieversorgungs- und Transportsektor vollzieht sich ein grundlegender Wandel. Sinkende Wind-, Solar- und Batteriekosten bedeuten, dass Wind und Solar im Jahr 2040 fast 40% des weltweiten Stroms ausmachen werden, gegenüber 7% heute.
Im Energieversorgungs- und Transportsektor vollzieht sich ein grundlegender Wandel. Sinkende Wind-, Solar- und Batteriekosten bedeuten, dass Wind und Solar im Jahr 2040 fast 40% des weltweiten Stroms ausmachen werden, gegenüber 7% heute. (Bild: AdobeStock)

Das Forschungsunternehmen BloombergNEF hat in seinem Jahresausblick die Prognose für globale Investitionen in stationäre Energiespeicher revidiert, wobei der Großteil der Kapazitäten netzgekoppelt sein wird.

Energiespeicheranlagen auf der ganzen Welt werden sich exponentiell vervielfachen: von bescheidenen 9 GW/17 GWh im Jahr 2018 auf 1095 GW/2850 GWh bis 2040, so die neueste Prognose des BNEF.

Dieser 122-fache Boom der stationären Energiespeicherung in den nächsten zwei Jahrzehnten wird nach Schätzungen des BNEF 662 Mrd. US-$ an Investitionen erfordern. Möglich wird dies durch einen weiteren starken Rückgang der Kosten für Lithium-Ionen-Batterien, die allein zwischen 2010 und 2018 um 85% gesunken sind.

Akkukosten werden sich halbieren

Der heute veröffentlichte Energy Storage Outlook 2019 des BNEF prognostiziert eine weitere Halbierung der Kosten für Lithium-Ionen-Batterien pro Kilowattstunde bis 2030, da die Nachfrage in zwei verschiedenen Märkten – stationäre Speicher und Elektrofahrzeuge – anzieht. In dem Bericht werden die Auswirkungen auf ein globales Stromsystem modelliert, das zunehmend von kostengünstigen Wind- und Solaranlagen durchdrungen wird.

Yayoi Sekine, Energiespeicheranalytiker für BNEF und Mitautor des Berichts, sagte: „Zwei große Änderungen in diesem Jahr sind, dass wir unsere Schätzung der Investitionen, die bis 2040 in die Energiespeicherung fließen werden, um mehr als 40 Milliarden Dollar erhöht haben, und dass wir nun davon ausgehen, dass die Mehrheit der neuen Kapazitäten im Versorgungsbereich liegen wird und nicht hinter dem Zähler bei Haushalten und Unternehmen.“

Die Analyse des BNEF zeigt, dass preisgünstigere Batterien in immer mehr Anwendungen eingesetzt werden können. Dazu gehören Energieverschiebungen (rechtzeitige Verlagerung der Stromabgabe an das Netz, oft aus Zeiten überschüssiger Sonnen- und Windkraft), Spitzenwerte im Massenstromsystem (zur Bewältigung von Nachfragespitzen) sowie für Kunden, die ihre Energierechnungen durch den Kauf von Strom zu günstigen Zeiten und dessen spätere Nutzung sparen wollen.

Logan Goldie-Scot, Leiter der Energiespeicherung bei BNEF, ergänzt: „Kurzfristig sind erneuerbare Energien plus Speicher, insbesondere Solar plus Speicher, zu einem wichtigen Treiber für den Batteriebau geworden. Dies ist eine neue Ära der erneuerbaren Energien, die auf neuen Vertragsstrukturen zwischen Entwickler und Netz basiert.“

Zehn Länder repräsenteiren 75% des Weltmarkts

Boom bei Energiespeichern: fallende Akkupreise sorgen für drastische Wachstum.
Boom bei Energiespeichern: fallende Akkupreise sorgen für drastische Wachstum. (Bild: BNEF)

Gerade einmal zehn Länder sind auf dem besten Weg, fast drei Viertel des Weltmarktes in Gigawatt zu repräsentieren, so die Prognose des BNEF. Südkorea ist 2019 der Hauptmarkt, wird diese Position aber bald abgeben, wobei China und die USA bis 2040 weit vorne liegen werden. Zu den weiteren wichtigen Märkten gehören Indien, Deutschland, Lateinamerika, Südostasien, Frankreich, Australien und Großbritannien.

Im Energieversorgungs- und Transportsektor vollzieht sich ein grundlegender Wandel. Sinkende Wind-, Solar- und Batteriekosten bedeuten, dass Wind und Solar im Jahr 2040 fast 40% des weltweiten Stroms ausmachen werden, gegenüber 7% heute. Inzwischen könnten Elektro-Pkw bis 2040 ein Drittel der weltweiten Pkw-Flotte ausmachen, von heute weniger als einem halben Prozent, was den Bereich der Batterieherstellung enorm vergrößert.

Der Speicherbedarf wird steigen, um den höheren Anteil der variablen, erneuerbaren Erzeugung im Stromnetz auszugleichen. Um diesen dynamischen Angebots- und Nachfragemix zu bewältigen, werden zunehmend Batterien eingesetzt.

Der Bericht stellt fest, dass die Energiespeicherung eine praktische Alternative zur Stromerzeugung im Neubau oder zum Netzausbau werden wird.

Der Gesamtbedarf an Batterien aus den Bereichen stationäre Speicherung und elektrischer Transport wird bis 2040 auf 4584 GWh geschätzt, was eine große Chance für Batteriehersteller und Bergbauunternehmen von Komponentenmetallen wie Lithium, Kobalt und Nickel darstellt.

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