Ein Angebot von /

Silent Air Taxi – Streetscooter für die Luft

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Nach dem Auto wollen die RWTH-Forscher auch das Flugzeug elektrifizieren.
Nach dem Auto wollen die RWTH-Forscher auch das Flugzeug elektrifizieren. (Bild: e.SAT GmbH)

Nach dem Auto wollen Aachener Forscher auch das Flugzeug elektrifizieren. Forscher der RWTH und der örtlichen Fachhochschule haben ein elektrohybrides Kleinflugzeug entwickelt, das 2024 einsatzbereit und so günstig wie ein Bahnticket Erster Klasse sein soll.

Vier Jahre Vorbereitung, zahlreiche Patentanmeldungen, mehrere strategische Kooperationen und die Gründung der e.SAT GmbH, ein Hersteller von elektrohybriden Flugzeugen, führen zu der nächsten Aachener Erfindung für die umweltfreundliche Mobilität von morgen. Vor mehr als 100 Gästen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik stellten die e.SAT GmbH, die RWTH Aachen University, der RWTH Aachen Campus und die FH Aachen erstmals ihr futuristisches Modell des Kleinflugzeuges Silent Air Taxi vor. Durch seinen elektro-hybriden Antrieb und das strömungsmechanisch optimale Boxwingkonzept soll das Flugtaxi kostengünstig die klassischen Hauptverkehrsträger entlasten und individuelle Reisezeiten signifikant reduzieren.

Der Flugplatz Aachen-Merzbrück wird mit Hilfe der Landesregierung Nordrhein-Westfalen zum Forschungsflugplatz weiterentwickelt, um das Silent Air Taxi dort zur Serienreife entwickeln und produzieren zu können. Bis zur Inbetriebnahme des Silent Air Taxis 2024 treibt das Partnernetzwerk auf dem RWTH Aachen Campus die technische Entwicklung gemeinsam voran und bereitet den Erstflug für 2022 vor.

Armin Laschet, Ministerpräsident Nordrhein-Westfalen, erläuterte auf der Veranstaltung die Bedeutung dieser Entwicklung für sein Bundesland: "Umweltfreundliche und bezahlbare Flugtaxis können zur Mobilität in unseren Ballungszentren einen wichtigen Beitrag leisten. Das Silent Air Taxi ist die nächste Innovation alternativer und klimaschonender Mobilitätslösungen 'made in Nordrhein-Westfalen'. Es ist immer wieder beeindruckend, wie hier am Forschungsstandort Aachen Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft Hand in Hand aus futuristischen Visionen konkrete, alltagstaugliche Technologien für eine nachhaltige Mobilität entwickeln. So wird wissenschaftliche Exzellenz in industrielle Produktion umgesetzt."

Das Silent Air Taxi

Das Kleinflugzeug fliegt mit einem Piloten und vier Passagieren bis zu 1.000 km weit mit einer Reisegeschwindigkeit von mehr als 300 km/h. Es benötigt nur eine Start- und Landebahn von maximal 400 m Länge und kann damit 95 Prozent aller deutschen Flughäfen und -plätze anfliegen. 80 Prozent der Bevölkerung in Deutschland wohnt in einem Radius von 25 km zu einem Flugplatz. Beim Start ist das Silent Air Taxi so leise, dass es schon im Abstand von 100 Metern nicht mehr zu hören ist.

"Unser Verständnis von innovativer Luftmobilität orientiert sich konsequent an den Bedürfnissen des Kunden. Das sind kürzere Reisezeiten, Pünktlichkeit und Flexibilität gegenüber den individuellen Bedürfnissen", so die beiden CEOs der e.SAT GmbH Prof. Peter Jeschke und Prof. Frank Janser. Zu den Gründern gehören auch Prof. Günther Schuh (CFO), Prof. Eike Stumpf (Entwicklungsleiter) und Prof. Kai-Uwe Schröder (Strukturmechanik), die gemeinsam mit der e.SAT GmbH das Silent Air Taxi auch in Serie in Aachen-Merzbrück produzieren wollen.

Bis zur Serienreife wird das Silent Air Taxi auch am Flugplatz Aachen-Merzbrück weiterentwickelt. Zahlreiche Forschungsanträge sind dazu gestellt. Für mehr als 12,7 Mio. Euro wird Merzbrück zum Forschungsflugplatz weiterentwickelt. So werden die Start- und Landebahn neugebaut und verschwenkt und das Gewerbegebiet Aeropark erschlossen mit Zugang zur Start- und Landebahn (Träger: Stadtentwicklung Würselen). Ebenso wird der Forschungshangar FH.AERO.SCIENCE im Gewerbegebiet gebaut. Das Verkehrsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen fördert den Ausbau zum Forschungsflughafen mit vier Millionen Euro.

Flying-V – 20 Prozent weniger Kerosinverbrauch

Flying-V – 20 Prozent weniger Kerosinverbrauch

11.06.19 - Bei herkömmlichen Jets sind Rumpf und Flügel getrennt. Bei einem neuen Flugzeugtyp namens Flying-V verschmelzen hingegen beide Elemente. Die Bauform soll helfen, kräftig CO2 zu sparen. Ein erster skalierter Prototyp soll schon im Oktober 2019 starten. lesen

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45972322 / Fahrzeuge)