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Schutz vor komplexen Bedrohungen auf See

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Die technologischen Fortschritte der vergangenen Jahre haben zu einer erheblichen Zunahme der Komplexität, Geschwindigkeit und Koordination von Luft- und Bodengefahren auf Meeren und Ozeanen geführt. Das AWW-System von Thales soll hier die notwendige Unterstützung liefern.

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(Bild: gemeinfrei / CC0)

Wir erleben eine Zeit, in der Bedrohungen allgegenwärtig sind, und die Meere und Ozeane bilden dabei keine Ausnahme. Sie machen etwa 70 % der Erdoberfläche aus und sind für den globalen Wohlstand und für nationale Interessen nach wie vor von entscheidender Bedeutung. Infolgedessen sehen sich die Seestreitkräfte heutzutage mit Bedingungen konfrontiert, unter denen das Bedienpersonal an Bord weder in der Lage ist, auf die unterschiedlichen und gleichzeitig auftretenden hypersonischen, asymmetrischen Bedrohungen rechtzeitig zu reagieren, noch auswählen kann, welche die effektivste Strategie zur Verteidigung des Schiffes und der Mannschaft ist. Was die Seestreitkräfte in diesen komplexen Umgebungen benötigen, ist die Fähigkeit, Luft- und Bodengefahren schnell zu analysieren, um ihnen möglichst effektiv und dynamisch zu begegnen.

Abhilfe schafft hier das Feuerleitsystem AWW (Above Water Warfare) von Thales, welches die stufenlose Integration von digitalen S- und X-Band-Front-Ends in einen Einzelsensor umfasst und die optimale Waffensteuerung (die nur die X-Band benötigt) der aktuellen Effektoren wie beispielsweise semiaktive und Dual-Mode-Flugkörper (z. B. ESSM und Standard Missile) unterstützt.

Beim AWW-System, auf welches die Königliche Marine der Niederlande bereits zurückgreift, werden neue Sensoren und eine intelligente Software eingesetzt, um die optimale Reaktion auf das Bedrohungsszenario kontinuierlich gewährleisten zu können. Der hohe Automatisierungsgrad des Systems erleichtert die Arbeit des Bedienpersonals erheblich und versetzt es in die Lage, sich auf die wichtigsten Entscheidungen zu konzentrieren und sie zum richtigen Zeitpunkt zu treffen.

Durch die Planungsmechanismen kann auf mehrere komplexe Bedrohungen gleichzeitig reagiert werden. Das System optimiert den Einsatz von Waffen und der dazugehörigen Munition, und zwar sowohl kontinuierlich als auch dynamisch, indem beispielsweise Raketen als Reaktion auf die Schnelligkeit und Intensität weiterer unmittelbarer und künftiger Bedrohungen umgeleitet werden. Um das Bedienpersonal besser auf die Dynamik und Komplexität der Bedrohungen vorzubereiten, verfügt das System über eine umfangreiche integrierte Trainings- und Simulationsumgebung, die zur Vorbereitung von Einsätzen, zur Entwicklung von Strategien und zur Analyse von Zwischenfällen dienen kann.

Dabei ist das System nicht nur die bloße Antwort auf die gegenwärtigen und künftigen Bedrohungsszenarien, sondern bietet darüber hinaus auch den Rahmen, die Bedrohungen zu antizipieren, zum Beispiel durch die Kooperation der deutschen, niederländischen, belgischen und dänischen Seestreitkräfte auf Waffenebene.

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