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Schiffstechnik: Neodym-Eisen-Bor-Magnetsysteme für effizientere Antriebsaggregate

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

In einem der modernsten Kreuzfahrtschiffe der Welt wurde ein Pod-Antrieb verbaut, bei dem leistungsstarke Neodym-Eisen-Bor Magnetsysteme innerhalb eines permanenterregten Synchronmotors zum Einsatz kommen.

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Vacuumschmelze ist im Bereich magnetischer Werkstoffen und induktiver Bauelemente unter anderem für die Schiffs, Luft- und Automobilbranche tätig.
Vacuumschmelze ist im Bereich magnetischer Werkstoffen und induktiver Bauelemente unter anderem für die Schiffs, Luft- und Automobilbranche tätig.
(Bild: gemeinfrei / CC0)

Die steigenden gesellschaftlichen Anforderungen an eine nachhaltige Mobilität sind auch in der Schifffahrt angekommen. Weltweit wird an Konstruktionen gearbeitet, welche hohen Umweltstandards entsprechen, Emissionen im Betrieb reduzieren und die Effizienz der Motoren steigern. Dies zeigt sich nun auch bei der Weiterentwicklung des Pod-Antriebs. Als Pod-Antrieb, auch Propellergondel oder Azi-Pod genannt, bezeichnet man das Antriebsaggregat für Wasser- und Luftfahrzeuge.

Die besondere Herausforderung beim Bau von Motoren für Pod-Antriebe liegt darin, dass üblicherweise großvolumige, korrosionsgeschützte Systeme in bereits aufmagnetisiertem Lieferzustand eingesetzt werden. Dies erfordert nicht nur ausgezeichnete Magnet- und Beschichtungsqualitäten, sondern vor allem Fertigungskompetenz in der Magnetsystemherstellung. Die Einzelmagnete mit einem Volumen von über 30 cm3 werden mit Hilfe von Robotertechnik und somit mit höchster Präzision in beigestellte Trägerteile positioniert.

Insgesamt wird ein Magnetvolumen von über 2.000 cm3 pro System benötigt, pro Schiff mit zwei Antrieben kommen 128 Magnetsysteme mit einem Volumen von 0,26 m³ Magnetmaterial zum Einsatz. Die automatisierte Fertigung ermöglicht die 100 %ige Dokumentation der Magnetkenndaten, welche eine große Homogenität erreichen.

„Die Positionierung von Magneten mit höchster Präzision und die sehr hohen Kräfte, die mit großvolumigen magnetisierten Teilen verbunden sind, machen die Montage von Magnetbaugruppen zu einer anspruchsvollen Aufgabe. Für diesen Prozess setzen wir unsere Erfahrung in der Konstruktion und dem Bau von Montagewerkzeugen und unser Know-how bei der Auswahl eines geeigneten Klebeverfahrens ein.“, sagt Michael Putz, Produktmanagement Dauermagnete. „Wir sind stolz, für dieses Prestigeprojekt zur nächsten Generation von Pod-Antrieben ausgewählt worden zu sein.“

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