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Schiffsemissionen reduzieren – aber wie?

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Forscher aus Schweden, Deutschland und Frankreich wollen im Projekt ShipTRASE die ökologischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Aspekte sowohl kurz- als auch langfristiger Maßnahmen zur Reduzierung von Schiffsemissionen und entsprechende Kontrollmechanismen analysieren.

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Die Schifffahrt ist das wichtigste Transportmittel im internationalen Handel, doch hat der umfangreiche Warentransport zur See weitreichende Umweltfolgen.
Die Schifffahrt ist das wichtigste Transportmittel im internationalen Handel, doch hat der umfangreiche Warentransport zur See weitreichende Umweltfolgen.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Der Computer auf dem Schreibtisch, die Jacke an der Garderobe und wahrscheinlich sogar der Kaffeebecher im Küchenschrank – die meisten Gegenstände in unserem Alltag sind per Schiff um die halbe Welt gereist, bevor wir sie nutzen können. Die Schifffahrt ist das wichtigste Transportmedium im internationalen Handel. Rund 90.000 Handelsschiffe haben 2018 etwa 11 Milliarden Tonnen Fracht über die Ozeane und Randmeere bewegt. Tendenz: steigend.

Obwohl Schiffe im Vergleich zum Transport per LKW oder Güterzügen pro transportierter Tonne Fracht emissionsärmer sind, hat der umfangreiche Warentransport zur See weitreichende Umweltfolgen. Schon heute arbeiten einzelne Staaten, die Europäische Union sowie die Vereinten Nationen daran, Regularien für einen umweltfreundlicheren, emissionsarmen Schiffsverkehr und damit eine nachhaltigere und gerechtere Nutzung der Weltmeere zu aufzustellen und umzusetzen. Bisher ist allerdings noch wenig über die Wirkung einzelner Maßnahmen und die Auswirkungen auf die Meeresumwelt bekannt.

Insgesamt drei Jahre wollen Wissenschaftler nun Handlungsoptionen für eine nachhaltigere Schifffahrt entwickeln und dabei naturwissenschaftliche und rechtliche Perspektiven miteinander verknüpfen. Ein Aspekt, der in Kiel untersucht wird, sind sogenannte Emissionskontrollgebiete (Emission Control Areas, ECAs). Zu diesen ECAs gehören auch Nord- und Ostsee. „In diesen Gebieten ist zum Beispiel der Ausstoß von Schwefeloxiden aus Schiffschornsteinen streng limitiert“, erklärt Prof. Dr. Nele Matz-Lück. Allerdings fehle es teilweise an Vorschriften zur genauen Umsetzung und auch die Überwachung der Vorschriften sei oft unklar geregelt.

Darüber hinaus ist in einigen Fällen offen, welche Folgen Maßnahmen haben werden, die dazu beitragen sollen, die neuen Emissions-Regularien einzuhalten. In ShipTRASE werden die Auswirkungen von Gaswaschanlagen, sogenannten Scrubbern, sowie langfristig als alternativer Treibstoff der Einsatz von Flüssiggas (LNG) untersucht. Mit Hilfe von Laborexperimenten wird untersucht, welche Auswirkungen diese Technologien auf die obersten Wasserschichten haben, ob sie gegenüber herkömmlichen Antrieben und Schiffsemissionen eine Entlastung bringen oder möglicherweise sogar neue, bisher noch unbekannte Schadstoffe in die Meere einbringen. Ziel ist es zu verstehen, ob sich verschiedene Typen von Schiffsemissionen unterschiedlich auf die Chemie des Oberflächenwassers auswirken.

Mit den naturwissenschaftlichen und rechtlichen Grundlagen werden dann sowohl in Deutschland als auch international Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Politik und Wirtschaft einbezogen, um diese Themen zu diskutieren, Informationen und Ergebnisse zu teilen und die weitere wissenschaftliche Forschung mitzugestalten.

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