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Rollendes Labor bringt in Afrika den medizinischen Fortschritt voran

| Redakteur: Thomas Kuther

Einen außergewöhnlichen Härtetest absolvierte ein umgebauter Land Rover Discovery im Rahmen des „Mobile Malaria Project“: eine zweimonatige Expedition über 7350 km durch Afrika.

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Für den medizinischen Fortschritt in Afrika unterwegs: ein rollendes Speziallabor auf Basis des Land Rover Discovery.
Für den medizinischen Fortschritt in Afrika unterwegs: ein rollendes Speziallabor auf Basis des Land Rover Discovery.
(Bild: Jaguar Land Rover)

Der umgebaute Discovery transportierte Technik und Laborausrüstung sowie drei Forscher der Universität Oxford – die Empfänger des Land Rover Stipendiums 2018, das der Autohersteller jährlich in Kooperation mit der Royal Geographical Society vergibt. Im Rahmen der Expedition diente der Discovery als rollendes Labor bei der Erforschung neuer Ansätze in der Malariabekämpfung. Gemeinsam mit afrikanischen Wissenschaftlern wurden in abgelegenen Regionen die Möglichkeiten mobiler DNA-Sequenzierung erfolgreich getestet – und das zum Teil sogar mit Forschungsarbeiten während der Fahrt.

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Mobiles Labor liefert an entlegenen Orten Daten

Das „Mobile Malaria Project“ wurde von Dr. George Busby geleitet. Er und seine beiden Kollegen von der Universität Oxford, Jason Hendry und Dr. Isaac Ghinai, nahmen in dem speziell präparierten Land Rover Discovery Platz. Auf ihrer 7350 km langen Reise durch die afrikanischen Länder Namibia, Sambia, Tansania und Kenia südlich der Sahara verschafften sie sich vor Ort und in Kooperation mit ihren afrikanischen Kollegen einen Eindruck, vor welchen Herausforderungen die Malariabekämpfung in Afrika aktuell steht. Bislang dauert es oft Wochen, bis nach dem Sammeln, Aufbereiten und Verschicken von Proben die Ergebnisse ausländischer Labore vorliegen. Ein mobiles Labor kann hingegen selbst an entlegenen Orten innerhalb von Stunden den Wissenschaftlern Daten liefern.

„Malaria ist ein globales Problem, von dem Millionen Menschen betroffen sind. Bei Jaguar Land Rover setzen wir uns leidenschaftlich dafür ein, dass mit unseren Technologien Experten in ihrem Streben unterstützt werden, die Welt ein wenig besser zu machen“, betont Dr. Steve Iley, Chief Medical Officer von Jaguar Land Rover. „Das Land Rover Stipendium ist hierfür ein herausragendes Beispiel. Wir sind sehr stolz, dass der von unserem Special Vehicle Operations Team maßgeschneiderte Discovery dazu beitragen konnte, die Möglichkeiten mobiler DNA- Sequenzierung in Afrika zu erforschen.“

Auf die Expedition hatten die Experten der Abteilung Land Rover Special Vehicle Operations einen Discovery mit zahlreichen Umbauten und Ergänzungen vorbereitet. So erhielt er ein mobiles Labor zur genetischen Sequenzierung, das im geräumigen 1137-Liter-Ladeabteil des 4x4-Alleskönners Platz findet. Zur Ausrüstung zählen ein Kühl- und Gefrierschrank zur Lagerung wissenschaftlicher Präparate ebenso wie eine maßgeschneiderte Rahmenkonstruktion mit verschiedenen Möglichkeiten zur Aufbewahrung und Unterbringung. Energie liefert eine zusätzliche Expeditionsbatterie. Außen kennzeichnen den Discovery des „Mobile Malaria Project“ zwei Markisen als Sonnenschutz, eine Winde, Schlamm - und Sandbleche, ein Expeditions-Dachträger und LED-Nachtfahrleuchten.

Mobiles Labor zur Malariabekämpfung

„Der Discovery war für unser Projekt das perfekte Werkzeug“ erklärt Dr. George Busby, Leiter des „Mobile Malaria Project“. „Er meisterte unterwegs jedes Terrain, transportierte mühelos unser gesamtes Equipment und fungierte als mobiles Labor. Ohne die Unterstützung durch das Land Rover Stipendium wäre es uns unmöglich gewesen, diese bedeutenden Fortschritte bei der mobilen DNA-Sequenzierung zur Malariabekämpfung zu machen.“

Malaria – die häufigste Infektionskrankheit der Welt

Malaria ist mit etwa 200 Mio. Erkrankten pro Jahr die häufigste Infektionskrankheit der Welt – und dies vor allem in Afrika: Hier konzentrieren sich rund 90% aller weltweit auftretenden Malariafälle. Innerhalb des Kontinents ist sowohl die Arzneimittelresistenz der Malariaparasiten als auch die Insektizid-Resistenz der Mücken unterschiedlich stark ausgeprägt. Genanalysen können lokalen Programmen wichtige Hinweise und Daten zu Resistenzen sowie zur effektiven Bekämpfung von Mücken und Parasiten liefern – und so die weitere Ausbreitung der Malaria stoppen.

Im Rahmen ihres zweimonatigen Aufenthalts bewiesen die britischen Wissenschaftler, dass es möglich ist, Menschen vor Ort für moderne Technologien und die daraus erwachsenden Möglichkeiten der Informationsbeschaffung zu befähigen. Dazu war nicht mehr nötig als die mit dem Discovery transportierte Ausrüstung – regionale Sequenzierung statt Warten auf weit entfernte Laboratorien.

Zeitgleich mit dem Erfolg des „Mobile Malaria Project“ gibt Land Rover die Empfänger des Stipendiums 2019 bekannt: ein reines Frauenteam, das mit einem eigens umgebauten Land Rover Discovery auf eine Forschungsreise ins ländliche Ostafrika aufbricht. Die Wissenschaftlerinnen befassen sich mit dem Kampf ostafrikanischer Kleinbauern gegen den Heerwurm – einen sich rasch ausbreitenden und höchst zerstörerischen Schädling, der die Nahrungsmittelversorgung bedroht.

Bewerbungsverfahren für das Land Rover Stipendium 2020

Darüber hinaus startet in Kürze das Bewerbungsverfahren für das Land Rover Stipendium 2020: Vom 1. September bis 30. November können sich Aspiranten auf das nächste Stipendium bewerben, das erstmals den neuen Land Rover Defender nutzen wird.

Das Land Rover Stipendium wurde 2007 erstmals von Land Rover und der Royal Geographical Society vergeben – als Teil einer seit mehr als 35 Jahren bestehenden Partnerschaft. Das Stipendium umfasst eine Zuwendung in Höhe von 30.000 Pfund Sterling (zirka 32.800 €) und die Nutzung eines Land Rover Modells. Das Stipendium würdigt ein Team passionierter Wissenschaftler, für deren Arbeit ein Land Rover unabdingbar ist. Auf diese Weise sollen Verständnis und Begeisterung für Geografie gefördert werden.

Video vom Discovery in der Malariabekämpfung:

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