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Rinspeed zeigt weiterentwickeltes Ökosystem microSNAP

| Redakteur: Thomas Kuther

Firmenchef Frank M. Rinderknecht hat den „Snap“ zum „microSNAP“ mit der Größe eines Renault Twizy geschrumpft.
Firmenchef Frank M. Rinderknecht hat den „Snap“ zum „microSNAP“ mit der Größe eines Renault Twizy geschrumpft. (Bild: Rinspeed)

Mit dem SNAP, vorgestellt Anfang 2018 auf der CES in Las Vegas, zeigte die Schweizer Ideenschmiede Rinspeed erstmals ein Fahrzeug, bei dem Fahrwerk („Skateboards“) und Aufbauten („Pods“) jederzeit austauschbar sind. Nun folgt auf der CES 2019 der nächste Schritt.

„Think mighty micro!“ heißt nun die neue Rinspeed-Devise auf der CES 2019. Firmenchef Frank M. Rinderknecht hat den SNAP zum microSNAP mit der Größe eines Renault Twizy geschrumpft. Und demonstriert zum ersten Mal eine vollautomatisierte Roboterstation, die Fahrgestell und Aufbauten selbstständig zusammenfügt und trennt. Fachleute bezeichnen diesen Schritt in der Automobilproduktion, bei dem das Chassis und die Karosserie zusammengefügt werden, als die Hochzeit, nur hier nicht auf Dauer, sondern nur zum zu erfüllenden Zweck.

Frische Ware kommt „just in time“ zum Kunden

Für den eidgenössischen Autovisionär ist die Zeit der großen Lieferwagen, die Kunden wie Perlen auf einer Schnur nacheinander über den Tag bedienen, vorbei. Weil der Onlinehandel boomt und auch den Fresh-Food-Bereich inzwischen einbezieht, glaubt der Schweizer an kleine autonome Fahrzeuge, die ausschwärmen und ohne Umwege ihr Gut „just in time“ zum Kunden bringen. Schneller und einfacher geht es nicht – sogar gekühlt oder gewärmt. Zu seiner Vision gehören aber auch zweisitzige „Robo-Units“, die ihre Passagiere komfortabel und effizient auf dem kürzesten Weg ans Ziel bringen. Rinderknecht ist sich sicher: „Kunden wollen mehr und mehr zeitnah beliefert werden und viele Passagiere keine Sammeltaxis, die systembedingt zeitintensive Umwege fahren müssen.“

Enorme Resonanz auf SNAP

Inzwischen ist ein Start-Up geplant und Gespräche mit Investoren sind am Laufen, um den SNAP auf die Straße zu bringen. Denn die Resonanz in der automobilen Fachwelt auf den revolutionären SNAP ist gewaltig und blieb nicht ohne Folgen: Selbst einer der renommiertesten Autohersteller ließ sich von den Eidgenossen inspirieren und zeigte neulich seine eigene Interpretation der SNAP-Systematik. Da Imitation bekanntlich die aufrichtigste Form der Schmeichelei ist, nimmt es Rinderknecht gelassen und schmunzelt: „Nun: Wer hat's erfunden?“

Ob SNAP oder microSNAP, die Grundidee bleibt

Während die Aufbauten so lange halten wie ein Auto heute, enthält das Fahrwerk alle verschleiß- und alterungsanfälligen Komponenten wie die IT-Technik für das automatisierte Fahren. „Skateboards“ (Fahrwerke) und „Pods“ (Aufbauten) sind nur Kurzzeitpartner. So nutzen vielfältige Aufbauten die gerade verfügbaren „Skateboards“. Nach wenigen Jahren werden diese recycelt, weil die Grenze ihrer Betriebsdauer erreicht ist. Sie entgehen damit elegant einem teuren und komplizierten Hardware-Update.

Das E-Mobil ist gespickt mit technischen und optischen Leckerbissen

Einer bewährten Tradition folgend, wurde auch das fünfundzwanzigste Concept-Car von Rinspeed wieder bei den Eidgenossen 4erC konzipiert und bei Esoro konstruiert und technisch umgesetzt. Das E-Mobil ist – wie immer, wenn Rinderknecht am Werk ist – gespickt mit technischen und optischen Leckerbissen, die ein namhaftes Netzwerk weltweiter Firmen beisteuert. So stammen das Robotik-System und der automatisierte Ladehilfe-Assistent von Kuka aus Augsburg. Die gesamte Beleuchtungstechnik inklusive digitalem Kennzeichen und einer Mikro-Pixel-LED, die blendfreies Fernlicht ermöglicht, kommt von Osram. Die Außenbeleuchtung kommuniziert mit anderen Verkehrsteilnehmern. Die Innenraumbeleuchtung wird mit Hilfe von Health-Tracking-Funktionen an die persönliche Stimmung des Fahrers angepasst. Bei den Scheinwerfern des microSNAPs setzt Rinspeed auf modernste LED-Technik sowie auf die innovativen Produktlösungen von Prettl Lighting & Interior aus Pfullingen. Für den Vortrieb im microSNAP sorgt ein 48-V-Traktionsmotor des international führenden Entwicklungspartners und Zulieferers Mahle, dessen Gesamtsystemlösungen über alle Antriebsarten hinweg die Mobilität von heute und morgen prägen.

Mit 5G-Telemetik autonom unterwegs

Die Verbindung zur Harman Ignite Cloud Plattform via 5G-Telematics sorgt dank High-Speed und kurzer Latenz für den effizienten Betrieb des autonom fahrenden microSNAP. Zahlreiche weitere Connected-Car-Technologien von Harman – darunter Sensor Fusion, die Harman Shield Automotive Cybersecurity Suite und Over-the-Air-Updates (OTA) ermöglichen noch Vieles mehr. Mittels mehrstufiger Authentifizierung und Instant Personalization empfängt der microSNAP jeden Nutzer so, als säße er in seinem eigenen Fahrzeug. Die Bedienung während der Fahrt erfolgt durch natürliche Spracheingabe, wobei die Passagiere den ihnen vertrauten Sprachassistenten nutzen können, sei es Bixby, Alexa, Cortana oder Siri. Das intelligente digitale Cockpit kann sich automatisch an den jeweiligen Passagier anpassen – im Falle des kompakten microSNAP sorgt ein die gesamte Fahrzeugbreite einnehmendes, gecurvtes 49-Zoll LED-Display für die visuelle Interaktion. Akustisch lässt sich der zweisitzige „Pod“ quasi noch einmal in zwei separate Soundzonen aufteilen. Diese Harman-Technologie erlaubt es beiden Passagieren, gleichzeitig unterschiedliche Musik- oder Unterhaltungsprogramme zu genießen, ohne dass sich der Mitfahrer gestört fühlt. Und Ambisonics Escape, eine weitere herausragende Harman-Sound-Technologie, macht auch den kleinsten Innenraum ganz nach Wunsch zur rollenden Open-Air-Bühne, zum Konzertsaal oder zur akustischen Kopie des eigenen Wohnzimmers. Mehr Individualisierung und persönlicher First-Class Service sind kaum noch denkbar.

Autonomes Fahrens der Stufe 5

Luxoft steuert Kompetenzen in der Entwicklung von Umfeld-Modellen und Software-Plattformen für hochautomatisiertes Fahren bei. Als globaler Software Entwicklungspartner unterstützt das Unternehmen Level-2-5-Projekte mit eigenen Entwicklungsteams und Technologien für Ground Truth, Modellbildung und Validierung. Bamboo Apps aus Tallinn, Estland, erstellte Connected-Car-Apps und das UX/UI-Design für die futuristische Mensch-Maschine-Schnittstelle (HMI), die mit Features des autonomen Fahrens der Stufe 5 angereichert sind.

Intelligentes Mobilitäts-Ökosystem

Die digitalen Dienste für den microSNAP werden von einem Co-Innovationsteam koordiniert: MHP konzentriert sich auf das intelligente Mobilitäts-Ökosystem für automatisierte intermodale Transportlösungen, während SAP eine Software-Plattform einsetzt, die durch Datenanalysen, maschinelles Lernen und das IoT die Mobilität und das Transportwesen optimiert. EY Advisory schließlich ermöglicht automatisierte, nutzungsbasierte Transaktionsabrechnungen zwischen den Ökosystemteilnehmern durch seine auf Blockchain-Technologie basierte Mobilitäts-Plattform „Tesseract“.

Umfangreiche Sensorik

Der microSNAP ist ein Sensorik-Monster. So steuert das US-Unternehmen Gentex zum Beispiel den Iris-Scanner zur Insassenerkennung, die Innenraumkamera und dimmbare Scheibenelemente in den Türen bei, wie sie auch im Boeing Dreamliner zu finden sind. Ibeo Automotive Systems, der weltweite Technologieführer für Laserscanner-Sensoren im Automotive-Bereich, stellt mit seiner Sensorik sicher, dass Hindernisse und Personen auf der Straße frühzeitig und genau erkannt werden. Die intelligente Antenne von NXP sorgt für die sichere Vernetzung mit der Außenwelt für Software-Updates, Car-2-X-Kommunikation und Infotainment. Die „BlueBox“ ist die Denkzentrale fürs automatisierte Fahren, die „GreenBox“ stellt die Energieeffizienz sicher.

Der microSNAP fährt mit einem Drive-by-Wire-System

Auch nicht alltäglich bei einem Konzeptfahrzeug: Der microSNAP fährt mit dem Drive-by-Wire-System „joysteer“ der Schweizer Firma Bozzio. Dabei garantieren redundante Lenkungs- und Bremssysteme für höchste Sicherheit. Die Sicherheit der Daten- und Informationsübertragung wurde von Dekra, einer weltweit führenden Expertenorganisation, getestet. Und wer spendet bei den zahlreichen Verbrauchern den Strom? Der gelangt über das Schnelllade-Kabel mit Hochvolt-Technologie der Firma Harting aus dem ostwestfälischen Espelkamp ins Fahrzeugnetz. Apropos Energieversorgung: Der Esslinger Thermomanagement-Spezialist Eberspächer steuert mit seiner Klima-Hardware im „People-Pod“ die Temperatur im Innenraum und stellt für den „Cargo-Pod“ die passenden Container mit leistungsstarken Heiz- und Kühlaggregaten zur Verfügung – in beiden Fällen mit integrierten Konnektivitätslösungen und jeweils autarker Stromversorgung.

Wohlfühl-Ausstattung des Innenraums

Große Aufmerksamkeit schenkt Rinspeed der Wohlfühl-Ausstattung des Innenraums. Dafür ist FoamPartner die perfekte Adresse. Das Unternehmen steuert das Knowhow für akustisch und thermisch wirksame Schaumstoffe bei. Hier verlassen sich die Bündnispartner seit Jahren aus gutem Grund auf Strähle+Hess mit seinen Experten für innovative Textilprodukte. Die im Fahrzeugsitz eingesetzte Maschenware wurde aus nachhaltigen PES/Alpaka-Naturgarnen der High-Tech-Spinnerei Schoeller gefertigt. Ebenso bringt das niederländische Chemie-Unternehmen Stahl, der Weltmarktführer für Leder- und diverse Kunststoffoberflächen in automobilen Innenräumen, seine Oberflächen-Expertise ein. Der südkoreanische Hersteller Kolon Glotech setzt Akzente mit traditionellem koreanischem Sanggam-Druck für Sitze und Verkleidungen.

Intelligente nichtintrusive Biosensorik-Technologie

Die Insassen machen es sich auf natürlich weichem Leder des Automobil-Lederspezialisten Bader aus Göppingen bequem. Lear, ein weltweit führendes Unternehmen auf dem Gebiet der Automobiltechnik, hat die intelligente Sitzlösung „ProActive Comfort“ entwickelt, die auf Komfort, Wohlbefinden und Anpassungsfähigkeit an individuelle Fahrgastbedürfnisse ausgelegt ist. Eine weitere zum Einsatz kommende Entwicklung des Unternehmens ist „BioBridge“, eine intelligente nichtintrusive Biosensorik-Technologie zur Erkennung von Stress und Müdigkeit, die Fahrerablenkung zu vermeiden hilft und die Sicherheit fördert. Mit Fasern von Lenzing Automotive Interiors im „microSNAP"-Konzeptfahrzeug des Jahres 2019 bekennt sich das Unternehmen zur gemeinsamen Erstellung eines innovativen Beförderungskonzepts der Zukunft, das neue Wege in der Verfolgung der Nachhaltigkeitsbemühungen geht und dabei gleichzeitig neue Niveaus des Komforts bietet. Gentherm, der Weltmarktführer bei und Entwickler von innovativen Thermomanagement-Technologien, entwarf ein innovatives und effizientes Heizungs- und Kühlungssystem für die Fahrgastplätze. Dieses personalisierte System erzeugt eine intelligente Klimazone für jeden Insassen im Fahrzeug, damit jeder sei perfektes Komfortniveau genießen kann.

Benutzerorientierte Designmethoden mit Hilfe virtueller Prototypenentwicklung

HFM spezialisiert sich auf funktionale Sicherheitskonzepte, E/E-Architekturen und benutzerorientierte Designmethoden mit Hilfe der virtuellen Prototypenentwicklung. Im Zentrum der Entwicklungsarbeit des Unternehmens stehen stets die für die Homologation und Typgenehmigung relevanten Anforderungen an die Zukunft des autonomen Fahrens.

Eine schweizer Uhr darf auch nicht fehlen

Eines darf bei einem Fahrzeug aus der Schweiz nicht fehlen: Eine schicke Uhr mit Schweizer Kreuz ziert den die ganze Fahrzeugbreite ausfüllenden Bildschirm.

Weltpremiere am 7. Januar 2019 in Las Vegas

Die Jubiläums-Kreation des Schweizer Mobilitätsvordenkers Frank M. Rinderknecht ist während der CES 2019 im Harman-Venue im Hard Rock Hotel zu sehen. Im Frühjahr 2019 – sozusagen vor der Haustüre der Ideenschmiede aus der Nähe von Zürich – kann der microSNAP dann auf dem Genfer Autosalon bestaunt werden – professionell in Szene gesetzt von der saarländischen Werbeagentur und Druckerei Kern.

Die Partner und Zulieferer bei der Realisierung des microSNAP sind:

4erC GmbH,

Bader GmbH & Co. KG,

bamboo apps,

Dekra,

Eberspächer Climate Control Systems GmbH & Co. KG,

Esoro AG,

Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft,

FoamPartner,

Gentex Corporation,

Gentherm,

Harman International Industries, Inc.,

Harting Technology Group,

Hanseatische Fahrzeug Manufaktur GmbH,

Ibeo Automotive Systems GmbH,

joysteer/Bozzio AG,

Kern GmbH,

Kolon Glotech Inc.,

Lear Corporation,

Lenzing Fibers GmbH,

Luxoft GmbH,

Mahle International GmbH,

MHP, A Porsche Company,

NXP Semiconductors,

Osram GmbH,

Prettl Lighting & Interior GmbH,

SAP SE,

Schoeller spinning group,

Stahl Holdings BV,

Strähle+Hess GmbH.

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