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Porsche Semper Vivus – Der erste Hybrid im Jahr 1900

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Nutzt der Fahrer die Höchstgeschwindigkeit des Semper Vivus voll aus, bringt ihn eine Batterieladung mit dem 1,7 Tonnen schweren Semper Vivus auf ebenem Gelände etwa 50 Kilometer weit. Danach kann er die Generatoren starten und mit der Energie von 40 Litern Benzin aus dem Tank weiterfahren – Reichweite unbekannt.

Irgendwann muss der Fahrer aber auch mal bremsen. Dazu greift er zunächst wieder zum Seitenhebel für den Controller und schaltet auf die Verzögerungsstufe. Jetzt werden beide Motoren von der Stromversorgung getrennt und über einen achtohmigen Widerstand kurz geschlossen, der den aus der Trägheit der bewegten Fahrzeugmasse in umgekehrter Richtung erzeugten Strom in Wärme umsetzt.

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Schwerstarbeit bei 1060 Kilo Vorderachslast

Das Rückführen der Energie in die Batterie war mit der Technologie von 1900 noch nicht möglich. Reicht das Bremsmoment der Radnabenmotoren nicht aus, tritt der Fahrer zusätzlich fest aufs Fußpedal, das auf zwei Außenbandbremsen an den Hinterrädern wirkt.

Der Nachbau des Semper Vivus verfügt zur Sicherheit darüber hinaus über eine Feststell-Außenbandbremse, die beim Original vermutlich nicht vorhanden war. Dazu kommt eine Rückrollsicherung in Form von Sperrklinken, die bei Bergfahrt ausgelöst werden und in eine Innenverzahnung in den Bremstrommeln greifen.

Die fünfte Schaltstellung des Controllers kehrt die Drehrichtung der Motoren um, der Semper Vivus fährt rückwärts. Stufe sechs ist in Wirklichkeit Stufe 0 – die Neutralstellung, in der die Benzinmotoren bei eingelegter Handbremse gestartet werden können.

Das Fahren mit dem Semper Vivus ist ein ebenso eindrucksvolles wie anstrengendes Erlebnis. Bei einer Vorderachslast von 1060 Kilogramm – hinten sind es 830 kg – wird das Lenken ohne Servounterstützung zur Schwerarbeit. Dafür genießt der Fahrer mehr als zwei Meter über der Straße von seinem Einzelsitz aus einen souveränen Überblick – die Oberkante der Fahrerrückenlehne als höchster Punkt ragt genau 1830 Millimeter über die Fahrbahn.

Dabei belegt das erste serielle Hybridauto der Welt mit 2,64 Metern Länge, dem Achsabstand von 2260 mm sowie der Spur von 1370 Millimetern und 1540 Millimetern hinten gerade mal die Grundfläche eines heutigen Kleinwagens.

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