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Nach Uber-Unfall: NVIDIA setzt Tests mit autonomen Fahrzeugen aus

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Nach dem tödlichen Unfall eines selbstfahrenden Autos von Uber stellt auch der Grafik-Spezialist Nvidia die Fahrten mit seiner Testflotte autonomer Fahrzeuge vorübergehend ein. Das erklärte NVIDIA-Chef Jensen-Huang am Rande seiner Keynote auf der Technologiekonferenz GTC2018. Man möchte erst aus dem Uber-Unfall lernen.

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Jensen Huang, CEO und Gründer von NVIDIA, bei seiner Keynote auf der GTC 2018. Nach dem Unfall einesautonomen Uber-Wagens mit tödlichem Ausgang wird auch NVIDIA seine Tests mit selbstfahrenden Autos vorerst aussetzen. Gleichzeitig mahnte der NVIDIA-Chef, die Ingenieure des robowagens nicht vorzuverurteilen.
Jensen Huang, CEO und Gründer von NVIDIA, bei seiner Keynote auf der GTC 2018. Nach dem Unfall einesautonomen Uber-Wagens mit tödlichem Ausgang wird auch NVIDIA seine Tests mit selbstfahrenden Autos vorerst aussetzen. Gleichzeitig mahnte der NVIDIA-Chef, die Ingenieure des robowagens nicht vorzuverurteilen.
(Bild: Sebastian Gerstl)

In seiner Ansprache auf der jährlichen Nvidia-Entwicklerkonferenz GPU Technology Confernce (GTC) in San Jose sagte CEO Jensen Huang, dass mit dem tödlichen Unfall "wir daran erinnert werden, dass diese Arbeit letztlich auch von lebenswichtiger Bedeutung ist". Im San Jose McEnery Convention Center beschrieb Huang das autonome Fahren als "das wohl härteste Problem der Computertechnologie". Wir wissen, dass so viel auf dem Spiel steht."

Ein selbstfahrendes Auto von Uber hatte vergangene Woche eine Fußgängerin erfasst, die im Halbdunkel auf die Straße getreten war. Der Zusammenstoß endete für die Frau tödlich.

Erst im Januar diesen Jahres hatte Nvidia bekannt, gegeben dass das Unternehmen seit 2016 heimlich mit Uber für ihre selbstfahrenden Autos und Lastwagen zusammenarbeitet. Zudem testet der GPU-Spezialist in Kooperationen mit anderen internationalen Unternehmen wie etwa Continental autonome Fahrzeugflotten in Kalifornien, Japan und auch Deutschland.

Wie Huang angab, arbeitet das Unternehmen schon seit sieben Jahren an autonomen Fahrzeugsystemen. "[Autonomes Fahren] ist das ultimative Problem von Deep Learning und der Anwendung künstlicher Intelligenz," sagte der Nvidia-CEO nach seiner Keynote in einer Frage-und-Antwort-Runde, "und wir denken, dass wir das lösen können. Es ist ein hartes Problem, aber auch ein Sicherheitsproblem. Wir müssen die Fehler erkennen, wenn sie auftreten, und das Fahrzeug nach nach erfolgter [Objekt- bzw Personen-]Erkennung managen."

Fahrzeugingenieure nicht vorverurteilen

Gleichzeitig mahnte Huang auch, Ubers Ingenieure oder ihre Absichten und ihren Fleiß aufgrund der jüngsten Ereignisse nicht voreilig zu verurteilen. Die Ingenieure hätten die besten Absichten und "nehmen es sehr ernst mit dem, was sie tun". Er selbst werde kein Urteil über den Vorfall fällen, ehe nicht mehr Informationen über den exakten Ablauf des Unfalls bekannt sind: "Wir wissen nicht genau, was passiert ist", sagte der Nvidia-Chef, "und wir müssen ihnen die Chance geben, es selbst zu verstehen." Erst kürzlich hatte die New York Times berichtet, dass es schon länger Probleme mit Ubers autonomen Fahrzeugprogramm gäbe.

In Bezug auf Nvidias Aussetzung des eigenen Programms und die Motivation dahinter sagte Huang, dass in diesem Bereich Sicherheit immer an erster Stelle stehen muss. Daher se es jetzt nur angemessen, Vorsicht walten zu lassen.

"Wir verwenden äußerste Vorsicht und die besten Praktiken, die wir beim Testen unserer Autos kennen", sagte er. "Zunächst einmal ist es natürlich ein Sicherheitsproblem, denn unsere Ingenieure sind tatsächlich im Auto. Also nehmen wir es unglaublich ernst."

Er fügte hinzu, dass der Grund für die Aussetzung "einfach" sei, da der Unfall bedeutet, dass es nun "einen neuen Datenpunkt" gibt, der berücksichtigt werden muss. Als "gute Ingenieure" müssten die Entwickler bei Nvidia nun "abwarten, was wir aus dem Vorfall lernen können". Erst dann könne man mit den Tests fortfahren kann.

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