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Mobilität 2045: Den Deutschen fehlt der Glaube, nicht die Bereitschaft

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Autonomes Fahren in Elektrofahrzeugen, Shared Mobility und Warenlieferungen per Drohne: Angesichts vieler neuer Mobilitätskonzepte könnte man meinen, die Mobilitätswende in unseren Städten sei nur noch eine Frage der Zeit. Doch an einen mittelfristigen Siegeszug glauben die Deutschen nicht.

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In Zukunft sollen Bewohner von Großstädten auf das eigene Auto verzichten können. Doch die Deutschen zweifeln.
In Zukunft sollen Bewohner von Großstädten auf das eigene Auto verzichten können. Doch die Deutschen zweifeln.
(Bild: Daimler)

Beim Thema Mobilität der Zukunft gehen die Wünsche der Deutschen und ihre realistischen Erwartungen an unsere Fortbewegung im Jahr 2045 weit auseinander. Das geht aus einer Umfrage im Auftrag der Management- und Technologieberatung BearingPoint hervor. 80 Prozent halten es nicht für wahrscheinlich, dass sich Elektromobilität im städtischen Verkehr durchsetzt, obwohl sich das rund ein Drittel der Bevölkerung (31 Prozent) wünschen. 40 Prozent der Befragten halten es zudem für wünschenswert, dass auch auf dem Land Fortbewegungsmittel zukünftig geteilt werden. Aber nur 14 Prozent glauben, dass die „Shared Mobility“ in 25 Jahren in ländlichen Gebieten Wirklichkeit wird.

„Bisher überwiegt bei den Deutschen die Skepsis gegenüber neuen Mobilitätsformen. Im Bereich Elektromobilität hat die Politik zwar große Pläne, der Bevölkerung jedoch fehlt bisher der Glaube an eine wirkliche Kehrtwende. Eine Wende in Richtung mehr Umweltschutz kann zudem nicht nur mit finanziellen Anreizen erreicht werden, auch die Politik muss hier stärker eingreifen. Denn bislang besteht für die Mehrheit der Bevölkerung kein Handlungsbedarf“, analysiert BearingPoint-Experte Dr. Stefan Penthin.

Die Mobilitätswende ist in aller Munde. Doch wird sie auch kommen? Der Glaube daran ist unter den Deutschen nicht sonderlich groß.
Die Mobilitätswende ist in aller Munde. Doch wird sie auch kommen? Der Glaube daran ist unter den Deutschen nicht sonderlich groß.
(Bild: BearingPoint)

Verkehr in der Stadt: Autonome Fahrzeuge wären gefragt

Städtische Gebiete sollen digitaler und fortschrittlicher werden, so die Befragten. 50 Prozent wünschen sich, dass Haushalte zukünftig ihren eigenen Strom über Solarpanels produzieren. Für wahrscheinlich halten dies allerdings nur 12 Prozent. Gut ein Drittel (34 Prozent) wünscht sich darüber hinaus, dass autonome Fahrzeuge in der Stadt an Bedeutung gewinnen und 29 Prozent wünschen sich, dass der eigene PKW im Jahr 2045 überflüssig geworden ist. Nur 11 Prozent glauben aber, dass dieses Szenario realistisch ist. Fast die Hälfte (46 Prozent) wünschen sich außerdem, dass Großfahrzeuge wie SUVs in der Stadt durch kleinere Fahrzeuge ersetzt werden. Aber auch hier ist der Graben zwischen Wunsch und realer Vorstellung groß, denn nur 21 Prozent glauben an das Verschwinden von SUVs aus deutschen Großstädten.

Leben auf dem Land: Eigener PKW bleibt essenziell

44 Prozent der Befragten halten es für wahrscheinlich, dass das Leben auf dem Land in Zukunft wieder attraktiver wird. Grund seien die Verschmutzung in den Städten sowie die hohen Mieten und räumliche Enge. Der eigene PKW bleibt auf dem Land jedoch noch immer ein wichtiges Fortbewegungsmittel: Zwar wünscht sich die Mehrheit der Befragten (54 Prozent), dass mehr Menschen von individuellen auf öffentliche Beförderungsmittel umsteigen, aber nur 13 Prozent halten das für wahrscheinlich. Zudem wünschen sich 41 Prozent, dass sich bis zum Jahr 2045 alternative Antriebe durchgesetzt haben werden, jedoch nur 19 Prozent glauben daran.

Warenverkehr: Lieferung schnell und ortsunabhängig

Nach ihren Vorstellungen für den Warenverkehr der Zukunft befragt, sehen die Umfrageteilnehmer unterschiedliche Modelle für Stadt und Land: So geben 22 Prozent der Befragten an, dass sie es für wahrscheinlich halten, dass zukünftig in der Stadt nicht mehr an Privathaushalte, sondern nur noch an Packstationen geliefert wird. 23 Prozent glauben, dass auf dem Land Pakete bald per Drohne direkt nach Hause geliefert werden.

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