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Mit Sensoren gegen den Parkplatzfrust

| Autor / Redakteur: Eduard Schäfer, Werner Niehaus / Benjamin Kirchbeck

Viele Städte stehen vor dem Verkehrskollaps. Die Beeinträchtigungen für Bewohner, aber auch für die Infrastruktur nehmen kontinuierlich zu.
Viele Städte stehen vor dem Verkehrskollaps. Die Beeinträchtigungen für Bewohner, aber auch für die Infrastruktur nehmen kontinuierlich zu. (Bild: Profil Marketing)

Suchen, kreisen und vielleicht finden: Die Parkplatzsuche entwickelt sich im urbanen Raum zunehmend zu einem kritischen Faktor. Mit einem sensorbasierten, intelligenten Parkleitsystem, das auch die Parkplätze im öffentlichen Raum integriert, kann die Situation entschärft werden.

Der Individualverkehr zählt aktuell zu den größten Problemen vieler Städte. Aber auch in kleineren Kommunen führt die Parkplatzsuche immer häufiger zum Verkehrskollaps. Verkehrsexperten haben errechnet, dass im urbanen Raum rund 30 Prozent des Verkehrsaufkommens durch die Suche nach dem passenden Parkraum, verursacht wird. Jüngste Untersuchungen zeigen, dass Autofahrer in vielen Städten durchschnittlich 20 Minuten pro Tag auf der Suche nach einem Parkplatz sind.

Herkömmliche Parkleitsystem verweisen zwar in vielen Gemeinden auf die Zahl verfügbarer Parkplätze in Parkhäusern oder auf öffentlichen Parkplätzen. Allerdings sind diese Park-Optionen meist nicht in allen Stadtteilen ausreichend vorhanden. Bleibt also das Parken im öffentlichen Raum, sprich auf der Straße. Die Verfügbarkeit dieser Parkplätze wird von den herkömmlichen Parkleitsystemen allerdings nicht angezeigt. Es bleibt also beim Kurven um’s Carré.

Mit ähnlichen Problemen, wie die meist dicht bebauten Stadtteile, sind auch Gewerbe- und Industriegebiete oder große Einkaufszentren konfrontiert. Oft wird die Parkplatzsuche auch in dieser Umgebung zum Lotteriespiel, kostet Zeit, Nerven und nicht zuletzt Benzin. Die einen kommen so genervt zum Geschäftstermin, anderen wiederum wird die Vorfreude auf den geplanten Einkaufsbummel im Shopping-Center vergällt. Darüber hinaus ist die Belastung für die Umwelt hoch, denn bei der Parkplatzsuche werden Tonnen von Kohlendioxid unnötig in die Luft geblasen. Initiativen zur „Grünen Stadt“ werden so ad absurdum geführt.

Parkraumbewirtschaftung mit intelligentem Sensor

Die Hoffnung von Stadt- und Verkehrsplanern sowie den Stadtpolitikern ruhen auf Möglichkeiten, die das Internet of Things (IoT) heute und in Zukunft parat hat, damit „Smart City“-Konzepte umgesetzt werden können. Mit PlacePod stellt das US-Unternehmen PNI Sensor Corporation jetzt einen Einparksensor vor, der sich ohne großen Aufwand installieren lässt und eine intelligente Parkraumbewirtschaftung ermöglicht. Eduard Schäfer, Leiter der Sensor-Abteilung bei der Düsseldorfer Unitronic GmbH, die das Produkt in Deutschland exklusiv vertreibt, erklärt: „Es handelt sich bei diesem Artikel um einen hochpräzisen, intelligenten Einparksensor. Im Gegensatz zu vergleichbaren Produkten löst der PNI-Sensor die kritischsten Punkte der Parkraumbewirtschaftung, nämlich die genaue Fahrzeugerkennung in Echtzeit und die genaue Lage der freien Parkplätze.“

In Städten lassen sich damit die kritischsten Aufgaben der Parkraumbewirtschaftung, also die genaue und zeitnahe Erkennung von Fahrzeugen beim Einparken sowie die Lokalisierung freier Parkplätze lösen. Freier Parkraum wird dann beispielsweise über eine App auf dem Smartphone angezeigt und führt den Autofahrer ohne Umwege zum ersehnten Stellplatz. Das schont die Umwelt.

Mehr Komfort für Elektroautos

Im Rahmen von SmartCity-Konzepten spielt die E-Mobilität verstärkt eine zentrale Rolle. Um die Erwartungen an den „sauberen“ Verkehr zu erfüllen, bemühen sich immer mehr Kommunen darum, das Netz von Ladestationen für Elektro-Autos engmaschiger zu knüpfen. Das soll den Umstieg auf das umweltfreundlichere Fahrzeug attraktiver machen. Dennoch ist das Angebot an elektronischen Zapfsäulen bei Weitem noch nicht ausreichend, ihr Auffinden häufig Glückssache.

Für die Fahrer von Elektro-Autos eröffnen sich mit dem intelligenten Sensor ebenfalls neue Optionen. Die Lösung kann auf den Parkplätzen mit angeschlossener Ladestation ebenso leicht installiert werden, wie auf allen anderen Stellflächen. Mit einer entsprechenden App lassen sich die verfügbaren Ladestationen durch den Fahrer zeitnah orten und auch reservieren. „Ladestationen können auf diese Weise gezielt angefahren werden, bevor der Batterie des Elektroautos der Strom ausgeht“, bringt Unitronic-Geschäftsbereichsleiter Werner Niehaus es auf den Punkt. „Das ist komfortabel und umweltfreundlich.“

Unterschiedliche Montagemöglichkeiten für mehr Flexibilität

PlacePod ist als ein im Boden eingelassener, oder an der Oberfläche montierter Sensor verfügbar, der problemlos auf ausgewiesenen Parkflächen sowie auf als Parkraum ausgewiesenen Straßen- oder Straßenabschnitten installiert werden kann. Dafür wird der Sensor einfach in die Straße eingelassen oder fest auf den jeweiligen Belag montiert.

Nach dem gleichen Schema lassen sich große Parkflächen von Einkaufszentren oder Industrie- und Gewerbegebieten ausrüsten. Mithilfe von Erkennungsalgorithmen, stellt der geomagnetische Sensor fest, ob ein Parkplatz durch ein Fahrzeug belegt ist oder nicht. Über ein LoRaWAN ™ (Low Power Wide Area Network) oder LoRa-Gateway werden die ermittelten Messwerte in Echtzeit an eine Cloud oder einen Server übertragen. Zur sicheren Identifizierung und einfachen Zuordnung der Freifläche verfügt jeder Sensor über seine eigene Identifizierungsnummer.

Niedriger Energieverbrauch und hohe Genauigkeit

„Die Sensoren und Algorithmen des PlacePod haben, im Vergleich zu anderen Parksensoren, einen extrem niedrigen Stromverbrauch“, beschreibt Eduard Schäfer die Vorteile der neuen Lösung. „Die Batterielebensdauer liegt bei bis zu 10 Jahren und garantiert während dieser Zeit eine zuverlässige und kontinuierliche Fahrzeugerkennung.“ Auf diese Weise wird jedes Parkereignis zuverlässig erfasst. Im Gegensatz zu anderen magnetischen Parksensoren verfügt das PNI-Produkt über spezielle Algorithmen, die magnetische Interferenzfelder zuverlässig filtern. Damit werden Störungen, die von U-Bahnen, Freileitungen oder dem vorbeifahrenden Verkehr ausgelöst werden können, ignoriert. Falsche Messwerte lassen sich daher erheblich reduzieren.

Der Parksensor kann auch in kritischen oder rauen Umgebungen eingesetzt werden. So ist das System in der Lage, Temperaturschwankungen von -30°C bis hin zu +70°C problemlos standzuhalten. Die Ergebnisse der Messungen werden durch diese extremen Eigenschaften eines Einsatzgebietes nicht beeinflusst. Als echtes IoT-Tool kann der Parksensor mithilfe des integrierten Bluetooth Low Energy (BLE) Moduls ’remote‘ gewartet und administriert werden. Software-Upgrades lassen sich bei Bedarf jederzeit über eine mobile App einspielen, die PNI für den Sensor entwickelt hat.

In der PNI Parking Cloud steht ein umfangreiches Dashboard zur Verfügung. Kommunen oder private Parkraumbetreiber können damit ihre gesamten Platz-Ressourcen sowie die entsprechenden Daten verwalten und überwachen. Die Installation, sowie die Verifizierung, Diagnose und Überwachung lassen sich auf diese Weise von zentraler Stelle durchführen. Ein lückenloses Berichtswesen ermöglicht jederzeit den transparenten Überblick über sämtliche Transaktionen, die auf einer Parkfläche durchgeführt werden. So lassen sich beispielsweise auch die ungeliebten Dauerparker auf den Parkplätzen von Einkaufszentren schnell identifizieren.

„Kommunen, aber auch private Betreiber können mit einem intelligenten System für die Bewirtschaftung verfügbarer Stellplätze den Parksuchverkehr deutlich reduzieren“, verspricht Eduard Schäfer. „Und in bestimmten Stadtbezirken oder Wohngegenden lassen sich mithilfe der Sensoren in Zukunft auch individuelle Anwohnerflächen einrichten, wodurch sich die Parkchancen der Anwohner erhöhen.“

Smart City: Wie Sensoren bei der lästigen Parkplatzsuche helfen

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01.02.18 - Energieautarke Sensorstreifen in der Straße übernehmen die Parkplatzsuche und ein Algorithmus ermittelt unter anderem die Größe des freien Parkplatzes. Die Gründer wollen das Parkraummanagement weiter ausbauen. lesen

* Eduard Schäfer ist als Leiter der Abteilung Sensoren für Unitronic tätig. Werner Niehaus ist Business Unit Manager bei Unitronic.

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posted am 06.12.2018 um 13:02 von Unregistriert


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