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Mit dem Robotertaxi durch Las Vegas

| Autor / Redakteur: Andrej Sokolow, dpa / Benjamin Kirchbeck

Das Auto fährt geschmeidig, ohne abruptes bremsen oder beschleunigen. Es wechselt bei Bedarf mit einer kurzen gesprochnen Vorwarnung die Spur, das Signal der Ampel wird per Funk übermittelt, um sich nicht auf Kameras zu verlassen.
Das Auto fährt geschmeidig, ohne abruptes bremsen oder beschleunigen. Es wechselt bei Bedarf mit einer kurzen gesprochnen Vorwarnung die Spur, das Signal der Ampel wird per Funk übermittelt, um sich nicht auf Kameras zu verlassen. (Bild: John F. Martin/APTIV/dpa)

Zur Technik-Messe CES stieg Las Vegas in die kleine Riege der Städte auf, in denen man als Passagier im Robotertaxi sitzen kann. Die Fahrt ist dezidiert unaufregend - und das ist auch der Plan.

Das Robotertaxi der Zukunft kann man sich auf der Technik-Messe CES zumindest ein wenig in Aktion vorstellen. Der Technologie-Zulieferer Apt-iv hat testweise mehrere Wagen auf die Plattform des Fahrdienst-Vermittlers Lyft gebracht. In der App von Lyft taucht unter Umständen die Option „selbstfahrendes Auto bestellen“ auf. Dann kann es zu einem von 20 Hotels gehen, für die Aptiv die Fahrtwege noch einmal minuziös selbst vermessen hat.

Eine Fahrt vom Messegelände zum „Ceasar's Palace“ ist bemerkenswert unaufregend: Das Auto fährt geschmeidig, ohne abruptes bremsen oder beschleunigen. Es wechselt bei Bedarf mit einer kurzen gesprochnen Vorwarnung die Spur, das Signal der Ampel wird per Funk übermittelt, um sich nicht auf Kameras zu verlassen.

Die Sicherheitsfahrerin am Steuer muss zwischendurch nicht eingreifen - auch nicht als ein verspäteter Fußgänger noch auf den Zebrastreifen läuft, während die Ampel für das Auto bereits grün leuchtet. Nur an Startort und Ziel übernimmt sie die Kontrolle: Aptiv und Lyft haben zwar die Erlaubnis, autonom den Verkehr auf der Straße zu navigieren - auf die privaten Parkplätze erstreckt sie sich aber nicht.

Für Lyft ist Las Vegas die zweite Roboterwagen-Teststadt nach Boston. Der Fahrdienst-Vermittler setzt dabei für die Zukunft auf den Plan, selbstfahrende Autos verschiedener Hersteller auf seine Plattform zu holen. Der große Rivale Uber hingegen arbeitet an eigener Roboterwagen-Technologie und lässt seit Herbst 2016 testweise auch Passagiere in Pittsburgh mitfahren.

Die Uber-Pläne bekamen zwar einen Dämpfer, als die Google-Schwesterfirma Waymo dem Start-up den Einsatz bei ihr gestohlener Laserradar-Technologie vorwarf. Während in diesem Jahr der Prozess beginnen soll, macht Uber aber weiter und gab auf der CES eine Partnerschaft mit dem Autocomputer-Lieferanten Nvidia bekannt.

Waymo ging unterdressen noch einen Schritt weiter und verzichtet in einem Testbereich in der Stadt Chandler in Arizona ganz auf den Notfall-Piloten am Steuer. Einwohner können dort in einem umgebauten Chrysler-Minivan mit Waymo-Technologie ihre Alltagsfahrten in einem zunächst rund 260 Quadratkilometer großen Gebiet erledigen.

Das Start-up, das als allererstes im Stadtverkehr Passagiere in selbstfahrende Autos setzte, NuTonomy, gehört jetzt zu Aptiv. Das eröffnet die Möglichkeit, Systeme, die als Absicherung für einen Ausfall doppelt an Bord sein müssen, durch den Einsatz von zwei verschiedenen Technologien noch robuster zu machen, sagte der zuständige Aptiv-Manager Serge Lambermont.

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