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Milliarden-Deal: LG kauft Beleuchtungsspezialisten ZKW

| Autor: Svenja Gelowicz

ZKW generiert den Hauptumsatz durch Hauptscheinwerfer für Pkws, Lkws und Motorräder. Daneben gibt es Kleinleuchten und Elektronikteile.
ZKW generiert den Hauptumsatz durch Hauptscheinwerfer für Pkws, Lkws und Motorräder. Daneben gibt es Kleinleuchten und Elektronikteile. (Bild: ZKW)

Der südkoreanische Elektronikhersteller LG übernimmt für mehr als 1,1 Milliarden Euro den österreichischen Beleuchtungsspezialisten ZKW. LG will mit der Transaktion nicht weniger, als eine weltweite Führung in der Fahrzeugbeleuchtung bei selbstfahrenden Autos – ZKW hat dafür die Technik.

LG hat heute (26. April) einen Milliarden-Deal verkündet: Die Südkoreaner kaufen den Licht- und Elektronikspezialisten ZKW für satte 1,1 Milliarden Euro. Im Rahmen dieser Transaktion wird LG Electronics eine 70-prozentige Beteiligung an der ZKW-Gruppe erwerben, die restlichen 30 Prozent übernimmt die Muttergesellschaft LG Corporation. Der Deal sei der größte in der Unternehmensgeschichte, verkündet LG. Der Verwaltungsrat hat bereits zugestimmt.

Das Ziel der Übernahme ist klar: im Bereich Fahrzeugbeleuchtung für automatisiert fahrende Autos eine globale Führungsposition einnehmen. Das Beleuchtungsgeschäft des Automobilzulieferers, das sich unter anderem auf Systeme für Premiumautos konzentriert, wird eine viel größere Marktpräsenz durch das globale Verkaufsnetz von LG haben, teilt das Unternehmen mit: „ZKWs Angebote werden das wachsende Geschäft mit Autoteilen von LG ergänzen.“ Die Südkoreaner kündigten an, zusammen mit ZKW „intelligente Beleuchtungslösungen“ zu entwickeln, die dank Sensoren und Fahrzeugkameras auch Informationen und Warnungen auf der Straße anzeigen können. Spannend bleiben vor diesem Hintergrund ebenfalls Überlegungen von ZKW, auch in das Geschäft mit Fahrzeug-Innenraumbeleuchtung einzusteigen.

ZKW: Kunden im Volumen- und Premiumsegment

LG verpflichte sich, die Autonomie von ZKW und die Arbeitsplatzkultur für die mehr als 9.000 Beschäftigten zu erhalten. Für die Produktion in Österreich soll sich nichts ändern, zumindest für die nächsten fünf Jahre. Auch CEO Oliver Schubert bleibt vorerst.

ZKW hat Standorte in Österreich, der Slowakei, in Tschechien, China, Indien, Mexiko und den USA. Mit einem Umsatz von 1,26 Milliarden Euro im Jahr 2017 und einem durchschnittlichen jährlichen Umsatzwachstum von mehr als 20 Prozent in den letzten fünf Jahren sind ZKW-Produkte in vielen großen europäischen Premium-Automobilmarken wie Audi, BMW, Porsche und Daimler zu finden. Kunden im Volumengeschäft sind VW, Volvo oder Opel; im Lkw-Sektor liefern die Österreicher zum Beispiel an MAN, Scania und Volvo Trucks.

Hintergrund: Automatisiertes Fahren erfordert zusätzliche Sicherheitskonzepte

Hochauflösende Scheinwerfer leisten einen Beitrag für zusätzliche Sicherheitskonzepte, die selbstfahrende Autos benötigen. Die verbauten Kamerasysteme brauchen bei Nacht ebenso Licht wie das menschliche Auge. Radar und Lidar funktionieren auch bei völliger Dunkelheit – die Kamera wird als Redundanz zu den anderen Systemen benötigt.

ZKW hat dafür auf der IAA im September hochauflösende Scheinwerfer für die nächste Fahrzeuggeneration gezeigt. Sie sollen nicht nur die Sicherheit für Verkehrsteilnehmer erhöhen, sondern dem Fahrer auch neuen Komfort bieten. Dabei soll ein Mix aus verschiedenen Techniken zum Einsatz kommen: Laser, Digital Light Processing (DLP), Matrix- und Pixelsysteme sowie organische LEDs (OLED), Mikrolinsen, Nanooptiken und Holographie.

ZKW-Technik für selbstfahrende Autos

Im Mittelpunkt steht dabei die Kommunikation mittels Licht. Das kann zum einen im gemischten Verkehr vorteilhaft sein, wenn die ersten Pkws mit Fahrfunktionen der Level 3 oder Level 4 unterwegs sind. Lichtprojektionen auf dem Boden sind ebenfalls ein Thema – denn die können auch während der Fahrt sinnvoll genutzt werden, wenn beispielsweise dem Fahrer der Bremsweg auf die vorausliegende Straße projiziert wird.

Mit Material von dpa

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