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Luftreinhaltung bei der Reparatur von Kfz-Steuergeräten

| Autor / Redakteur: Stefan Meißner * / Dr. Anna-Lena Gutberlet

Bild 1: Lötarbeiten am Steuergerät – Schadstofferfassung mit Alsident-Absaugarm
Bild 1: Lötarbeiten am Steuergerät – Schadstofferfassung mit Alsident-Absaugarm (Bild: #MTeichgraeber)

Die Glaubitz GmbH repariert fehlerhafte Automobil-Elektronik und schützt dabei ihre Mitarbeiter nachhaltig vor entstehenden Luftschadstoffen

Die rasante Entwicklung der Kfz-Elektronik kann man an Zahlen festmachen: Mittlerweile befinden sich in jedem Mittelklassefahrzeug rund 20 Steuergeräte, während in modernen Oberklassemodellen mittlerweile über 100 Steuerteile verbaut sind.

Mit der steigenden Anzahl an Bauelementen zur Steuerung und Regelungen mechanischer, pneumatischer oder elektronischer Funktionen in Kraftfahrzeugen wächst aber auch die Zahl der Ausfälle, was unweigerlich mit einem Werkstattbesuch endet. Oftmals reicht ein Software-Update zur Wiederherstellung aller Funktionalitäten aber nicht aus. Dann muss das Steuergerät repariert werden, was im Regelfall preislich deutlich attraktiver als ein Neuerwerb ist.

Reparatur statt Neuteil

An dieser Stelle kommt die Glaubitz GmbH aus Zittau ins Spiel. Das Unternehmen kann auf eine über hundertjährige Firmengeschichte zurückblicken und hat sich seit 1996 als Anbieter von Fahrzeugelektronik-Reparaturen etabliert. Heute kümmern sich knapp 100 Mitarbeiter um die funktionale Wiederherstellung von ca. 900 unterschiedlichen Gerätetypen.

Die Palette reicht hier von Motor- und Getriebesteuergeräten über Klima­bedienteile, Servolenkungen bis hin zu Luftmassenmessern, Zündverteilern oder sogar Oldtimer-Elektronik. Mittlerweile beliefert die Glaubitz GmbH mehr als 30.000 Kunden weltweit – vorrangig Automobilwerkstätten. Gemäß dem englischen Begriff für Steuergeräte ‚Electronic Control Unit‘ firmiert das Unternehmen im Internet unter www.ecu.de.

Täglich werden 300 bis 500 Kundenanfragen per E-Mail sowie über 500 Telefonanrufe verzeichnet. Der Erfolg gibt dem Unternehmen Recht, denn Reparaturen von Steuergeräten machen Sinn. Sie stellen nicht nur eine zeitwertgerechte Alternative zum Neuteil dar (ca. 10 – 30 % des Preises), sondern bieten eine Möglichkeit der Absicherung gegen Fehldiagnosen, da rund 15 – 20 % der eingeschickten Geräte fehlerfrei sind. Zusätzlich bietet sich der ECU-Service an, wenn beispielsweise keine Neuteile mehr am Markt verfügbar sind.

Je nach Gerätetyp dauert die Reparatur zwischen ein und vier Werktagen. Da die Steuergeräte immer komplett mit Gehäuse geliefert werden, müssen diese in vielen Fällen aufgefräst oder Schutzlackierungen sowie Vergussgele entfernt werden. Klassischerweise bestehen die Steuerteile aus PCB-Platinen, werden jedoch in immer größerer Anzahl auf Keramikträgerbasis gefertigt.

Jedes Steuergerät wird an einem speziell eingerichteten Arbeitsplatz, einem Prüfstand, bearbeitet. An diesem Prüfstand erfolgen eine optische Überprüfung, ein Eingangstest, Fehlersuche, Reparatur (mit 24 Monaten Gewährleistung) und ein Ausgangstest.

An fast 50 Prüfplätzen werden daher täglich Fräs-, Bohr- und Lötarbeiten durchgeführt, die allerdings einen unangenehmen Nebeneffekt verursachen: luftgetragene Schadstoffe, wie Lötrauch oder feinste Stäube. Je kleiner die aufgewirbelten Partikel, desto schädlicher, denn sie können nicht nur Atemwegs- oder Hirnerkrankungen bei Mitarbeitern verursachen (Bild 2), sondern auch die Funktionalität der reparierten Steuerteile beeinflussen.

Wenn sich beispielsweise Aerosole oder Lösemittelreste im Lötrauch auf den elektronischen Bauelementen absetzen, können sie unter anderem die Leitfähigkeit der Bauteilanschlüsse beeinträchtigen oder Korrosion verursachen.

Filtergerät zur Beseitigung von Lötrauch

Ab dem Jahr 1998 sollten Ventilatoren/Lüfter und geöffnete Fenster für frische Luft sorgen. Das erwies sich auf Dauer aber als impraktikable Lösung, weswegen sich die Verantwortlichen bei Glaubitz ab 2007 Gedanken zur effektiven Luftreinhaltung machten.

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