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Leise kommt die Müllabfuhr: Daimler bringt den E-Müllwagen

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Daimler treibt die Elektrifizierung seiner LKWs weiter voran. Für 2021 hat der Autokonzern mit dem eEconic nun einen neuen Lkw für den kommunalen Einsatz angekündigt – beispielsweise für die Müllabfuhr.

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Ein Mercedes-Benz Econic (hier in der Dieselvariante) im Einsatz als Müllabfuhr. Daimler möchte den Niederflur-Lkw ab 2021 in einer batterieelektrischen Variante anbieten.
Ein Mercedes-Benz Econic (hier in der Dieselvariante) im Einsatz als Müllabfuhr. Daimler möchte den Niederflur-Lkw ab 2021 in einer batterieelektrischen Variante anbieten.
(Bild: Daimler AG)

Bis zum Jahr 2039 möchte der Stuttgarter Automobilkonzern Daimler seine gesamte LKW-Flotte in lokal CO2-neutralen Varianten anbieten. Hierfür werden nach und nach die verfügbaren LKW-Modelle auch auf elektrische varianten umgestellt. Nun ist der Mercedes-Benz Econic an der Reihe. Der für den kommunalen städtischen Verkehr ausgelegte Lastkraftwagen erhält einen elektrischen Antriebsstrang verpasst.

Der eEconic basiert auf vollelektrischem Mercedes-Benz eActros, der über zwei elektrische Motoren mit jeweils 125 Kilowatt Leistung verfügt. Der Akku hat eine Kapazität von 240 Kilowattstunden, die Reichweite soll bei rund 200 Kilometern liegen.

„Ideal für städtischen Stop-and-Go-Verkehr“

„Der eEconic ist ein großer Meilenstein für die nachhaltige Gestaltung der Kommunallogistik,“ sagt Dr. Ralf Forcher, Leiter Marketing, Vertrieb und Service bei Mercedes-Benz Special Trucks“ . „Das Fahrzeug eignet sich durch sein Einsatzprofil unter anderem bei der Müllsammlung mit seinem Stop-and-go-Verkehr und planbaren Tagestouren ideal für die Elektrifizierung. Dabei verbindet es - gerade auch für den Einsatz im urbanen Raum - zwei wichtige Eigenschaften: Es ist lokal emissionsfrei und sehr leise.“

Der eEconic wird zunächst in der Konfiguration 6x2/N NLA angeboten und überwiegend als Abfallsammelfahrzeug eingesetzt. Daimler zufolge ist der urbane Einsatz in der Entsorgungswirtschaft ein ideales Einsatzfeld für batterieelektrische LKWs. Die vergleichsweise kurzen und fest eingeplanten Routen von bis zu 100 km mit einem sehr hohen Stop-and-go-Anteil sei mit der bereits vorhandenen Technologie bestens zu bewältigen. Bei vorausschauender Fahrweise könne darüber hinaus durch Rekuperation beim Bremsen elektrische Energie zur Ladung der Batterie zurückgewonnen werden, was Reichweite und Wirkungsgrad weiter verbessere.

Erste Praxiseinsätze für den elektrischen Müllwagen sollen im Jahr 2021 erfolgen. Im Jahr 2022 soll laut Daimler der Start der Serienproduktion erfolgen.

Leise LKWs vor allem in Stadtgebieten bevorzugt

Nutz-LKWs sind innerstädtisch für Einsätze wie Müllabfuhr, Verladung von Bauschuttcontainern, Erd-Abtransport und ähnliche Zwecke im Einsatz. Ein großes Problem, über das Anwohner häufig klagen, ist allerdings die Lärm- und Geruchsbelastung, die diese Fahrzeuge im regelmäßgen Einsatz erzeugen. Viele finden daher den Einsatz leiser, elektrisch betriebener LKWs anstelle herkömmlicher Dieselvarianten begrüßenswert. Mehrere Städte, beispielsweise Stuttgart, testen daher bereits den Einsatz elektrischer Lastkraftwägen - sowohl für lokale als auch für Fernverkehrs-Aufgaben. Im österreichischen Wien sind seit 2018 bereits erste Müllwägen mit elektrischem Antriebsstrang im Einsatz.

Daimler Trucks & Buses verfolgt eine nachhaltige Unternehmensstrategie und strebt bis zum Jahr 2039 an, in Europa, Japan und NAFTA nur noch Neufahrzeuge anzubieten, die im Fahrbetrieb („tank-to-wheel“) CO2-neutral sind. Bereits bis zum Jahr 2022 soll das Fahrzeugportfolio von Daimler Trucks & Buses in den Hauptabsatzregionen Europa, USA und Japan Serienfahrzeuge mit batterieelektrischem Antrieb umfassen. Bis zum Ende des Jahrzehnts möchte das Unternehmensein Fahrzeugangebot zusätzlich um wasserstoffbetriebene Serienfahrzeuge ergänzen.

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