Suchen

Last Mile: Opel elektrifiziert den Lieferverkehr

| Autor/ Redakteur: Walther Wuttke / Benjamin Kirchbeck

Opel elektrifiziert seine Transporter-Flotte. 2020 macht der Vivaro-e den Anfang und rollt in zwei Elektroversionen zu den Händlern.

Firma zum Thema

Die 75 kWh-Variante soll bis zu 300 Kilometern Reichweite ermöglichen.
Die 75 kWh-Variante soll bis zu 300 Kilometern Reichweite ermöglichen.
(Bild: Opel.)

Mehr als drei Milliarden Sendungen müssen inzwischen jedes Jahr in Deutschland zu den Kunden gebracht werden, und die Tendenz zeigt weiter nach oben. Dabei ist Geschwindigkeit das oberste Gebot. Die Waren sollen im Idealfall am Tag nach der Bestellung beim Kunden liegen, um danach unter Umständen als Retoure wieder zu Amazon, Zalando und Co zurückgeschickt zu werden. Wenn die Umweltbelastung in den Metropolen also verringert werden soll, ist ein Wechsel zur Elektromobilität in der urbanen Logistik unausweichlich.

Mit dem Vivaro-e geht nun auch Opel in diesem Segment elektrisch an den Start. Je nach dem individuellen Einsatzzweck kann der Kunde zwischen zwei Batteriegrößen wählen. Mit der 50 kWh-Batterie fährt der Transporter bis zu 200 Kilometer weit, und der größere 75 kWh-Energiespeicher liefert ausreichend Strom für eine Fahrtstrecke von maximal 300 Kilometern. Beide Werte wurden nach der neuen WLTP-Messmethode ermittelt. Die Variante mit 300 Kilometern Reichweite könnte auch als Taxi eingesetzt werden.

„Besonders auf der letzten Meile in den Innenstädten werden die Elektrofahrzeuge für den Personentransport, Handwerker und Logistikunternehmer immer wichtiger werden“, erklärt Opel-Chef Michael Lohscheller. Und: „Dem Vivaro-e werden in den nächsten Jahren weitere Elektro-Varianten folgen. Im Jahr 2021 werden Combo Life, Combo Cargo und Zafira Life mit vollelektrischen Antrieben auf den Markt rollen.“ Der elektrisch angetriebene Vivaro basiert auf der PSA-Konzernplattform EMP2, die von vornherein für alle Antriebsoptionen ausgelegt ist.

Die Elektrifizierung der leichten Nutzfahrzeuge ist Teil der Elektro-Offensive der Rüsselsheimer. Bereits im Jahr 2021 wird die Marke acht elektrifizierte Fahrzeuge in den wichtigsten Volumensegmenten anbieten, und „bis zum Jahr 2024 werden wir unsere gesamte Produktpalette elektrifizieren. Mit diesem Produktportfolio werden wir dann hervorragend aufgestellt sein, um die ambitionierten Emissionsziele in Europa zu erfüllen“, so Lohscheller.

Wobei das „e“ bei Opel nicht allein elektrisch bedeutet. „Das e steht bei uns auch für einfach. Wir wollen es unseren Kunden so einfach wie möglich machen, in die Elektromobilität zu wechseln.“ Deshalb beraten Opel-Spezialisten die Kunden, suchen zum Beispiel nach den optimalen Ladelösungen, analysieren die vorhandene Infrastruktur und empfehlen maßgeschneiderte Lösungen.

Entwickelt werden die neuen Antriebsoptionen im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum, dass zugleich auch als globales Kompetenzzentrum der PSA-Gruppe für die Elektromobilität und für die Brennstoffzellen-Entwicklung fungiert. Schließlich haben die Rüsselsheimer Entwickler bereits mit dem Ampera im Jahr 2012 ihr erstes elektrifiziertes Fahrzeug an den Start gebracht.

Diese Erfahrungen nutzt nun der PSA-Konzern, zu dem Opel seit zwei Jahren gehört. Auch die Brennstoffzellen-Entwicklung für die Gruppe ist im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum angesiedelt. Lohscheller: „Wir verfügen über eine langjährige Erfahrung in der Brennstoffzellen-Entwicklung. Deshalb wurde das Team in Rüsselsheim zum globalen Kompetenzzentrum Wasserstoff und Brennstoffzelle innerhalb der PSA-Gruppe ernannt.“ Das erste Ergebnis wird in nicht allzu ferner Zukunft als Zafira Life mit Wasserstoffantrieb in einer Testserie auf die Straßen rollen. –ampnet

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 46278405)