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Konzeptreifen reinigt die Luft und produziert Elektrizität

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Der „Oxygene“ speichert die Energie, die der Photosynthese-Prozess freisetzt, um seine eingebettete Elektronik mit Strom zu versorgen.
Der „Oxygene“ speichert die Energie, die der Photosynthese-Prozess freisetzt, um seine eingebettete Elektronik mit Strom zu versorgen. (Bild: Hersteller)

Der Konzeptreifen „Oxygene“ des Reifenherstellers Goodyear soll dazu beitragen, dass urbane Mobilität in Zukunft sauberer wird, in dem er die Luft reinigt und die eingebettete Elektronik mit selbst erzeugtem Strom versorgt. Hauptziel ist jedoch „das Denken in gewohnten Bahnen in Frage“ zustellen.

Auf dem Genfer Auto-Salon in Genf präsentiert der Reifenhersteller Goodyear einen neuen Konzeptreifen. Der „Oxygene“ getaufte Prototyp ist speziell als urbane Mobilitätslösung entwickelt worden, mit dem Ziel die Luftqualität in den Städten zu verbessern. Das Besondere: In der Seitenwand des Reifens wächst echtes Moos. Aufgrund seiner offenen Struktur und mithilfe seines intelligenten Laufflächendesigns kann der „Oxygene“ Wasser von der Fahrbahnoberfläche absorbieren und zirkulieren lassen. So wird der Prozess der Photosynthese in Gang gesetzt, der Sauerstoff freisetzt.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind mehr als 80 Prozent der Menschen, die in Städten mit gemessener Luftverschmutzung leben, einer Luftqualität ausgesetzt, welche die von der WHO gesetzten Grenzwerte überschreitet. „Bis 2050 werden voraussichtlich mehr als zwei Drittel der Weltbevölkerung in urbanen Zentren leben. Der Bedarf nach Mobilitätslösungen für die Städte von morgen wird damit enorm ansteigen“, sagt Jürgen Titz, Vorsitzender der Geschäftsführung D-A-CH bei Goodyear. „Um die größten Herausforderungen im Bereich urbane Mobilität und Entwicklung zu meistern, werden Lösungen für eine intelligente und grüne Infrastruktur inklusive öffentlichem Nahverkehr eine Schlüsselrolle spielen.“

Der Konzeptreifen „Oxygene“ lehnt sich an das Prinzip der Kreislaufwirtschaft an. Ziel ist es, Materialabfall, Emissionen und Energieverluste zu reduzieren. Auf diese Weise fügt sich der Reifen nahtlos in die Stadtlandschaften der Zukunft ein. Zu den Eigenschaften des Prototypen gehören:

Luftreinigung durch Photosynthese

Mit seiner speziellen Lauffläche nimmt der „Oxygene“ Wasser von der Straße sowie CO2 aus der Luft auf. Er versorgt so das Moos in seiner Seitenwand mit Nährstoffen. Mittels Photosynthese gibt der Reifen wiederum Sauerstoff in die Luft ab. In einer Stadt ähnlich des Großraums Paris mit rund 2,5 Millionen Autos, die auf dem „Oxygene“ rollen, würden auf diese Weise jährlich fast 3.000 Tonnen Sauerstoff produziert und mehr als 4.000 Tonnen Kohlendioxid absorbiert werden.

Reifenproduktion per 3D-Druck

„Oxygene“ beruht auf einer nicht-pneumatischen Reifenkonstruktion, die per 3D-Druck produziert wird. Verarbeitet wird dabei Gummimehl von recycelten Altreifen. Seine Leichtbaustruktur wirkt stoßdämpfend, ist pannensicher und langlebig. Ziel ist es, das Reifenleben zu verlängern und im Sinne einer sorgenfreien Mobilität den Aufwand für Service und Reparatur zu minimieren. Die offene Struktur des Reifens erhöht dabei zusätzlich die Fahrsicherheit, da sie dabei hilft, Wasser von der Lauffläche zu absorbieren, was die Nasshaftung des Pneus verbessert.

Integrierte Elektronik wird mit Eigenstrom versorgt

Der „Oxygene“ speichert die Energie, die der Photosynthese-Prozess freisetzt, um seine eingebettete Elektronik mit Strom zu versorgen. Hierzu gehören eingebaute Sensoren, eine Einheit für künstliche Intelligenz sowie ein sich verändernder Lichtstrahl in der Seitenwand. Dieser ändert seine Farben und kann so andere Verkehrsteilnehmer und Fußgänger auf die nächsten Fahrmanöver hinweisen, etwa ein Fahrbahnwechsel oder ein Abbremsen.

In Lichtgeschwindigkeit kommunizieren

Der Konzeptreifen nutzt ein auf sichtbarem Licht beruhendes Kommunikationssystem, auch LiFi genannt, das eine hochleistungsfähige Mobilkonnektivität in Lichtgeschwindigkeit möglich macht. LiFi vernetzt den Reifen mit dem Internet der Dinge für eine Kommunikation von Fahrzeug zu Fahrzeug (V2V) sowie von Fahrzeug zu Infrastruktur (V2I), dem Kern von intelligenten Lösungen für das Mobilitätsmanagement.

Neu statt in gewohnten Bahnen denken

„Wie auch die Konzeptreifen, die wir in den vergangenen Jahren in Genf präsentiert haben, soll der „Oxygene“ unser Denken in gewohnten Bahnen in Frage stellen und der Diskussion rund um intelligente, sichere und nachhaltige Mobilität neue Impulse verleihen“, sagt Titz. „Da unser aktueller Konzeptreifen zur Verbesserung der Luftqualität beiträgt, könnte er dabei helfen, die Lebensqualität und Gesundheit von Stadtbewohnern zu verbessern.“

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Die Idee muss wohl noch ... Reifen  lesen
posted am 09.03.2018 um 11:55 von Unregistriert

ohne moos nix los :-) Super Idee. Und produzieren werden es dann mal wieder die chinesen...  lesen
posted am 09.03.2018 um 08:22 von Unregistriert


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