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Konnektivität auf zwei Rädern

| Autor / Redakteur: Holger Holzer / Benjamin Kirchbeck

Neben der Vernetzung mit anderen Fahrzeugen, spielen auch Radar-basierte Assistenzsysteme eine große Rolle beim Motorrad von morgen.
Neben der Vernetzung mit anderen Fahrzeugen, spielen auch Radar-basierte Assistenzsysteme eine große Rolle beim Motorrad von morgen. (Bild: Bosch)

Nicht nur beim Auto wird Vernetzung zunehmend wichtig. Auch das Motorrad soll durch Anbindung an andere Verkehrsteilnehmer, die Cloud oder auch nur das eigene Handy sicherer und komfortabler werden.

Für deutlich mehr Sicherheit auf zwei Rädern könnte künftig ein „digitaler Schutzschild“ sorgen – aufgespannt durch die Kommunikation zwischen Motorrad und anderen Fahrzeugen. So weiß ein Auto künftig bereits, dass sich ein Motorrad nähert, lange bevor es ins Sichtfeld des Fahrers oder der Bordsensoren kommt. Fahrzeuge tauschen im Umkreis von mehreren hundert Metern bis zu zehn Mal pro Sekunde Informationen zu Geschwindigkeit, Position und Fahrtrichtung aus, entweder über WLAN- oder 5G-Mobilfunkverbindungen.

Die Technik soll eine der häufigsten Unfallursachen vermeiden helfen: das Übersehen von Motorradfahrern an Kreuzungen. Bis es soweit ist, dürfte es aber noch etliche Jahre dauern. Zulieferer Bosch rechnet immerhin damit, dass bis 2025 rund 70 Prozent aller neu verkauften Motorräder vernetzt sind. Bis die Technik auch in der bestehenden Zweirad- und Pkw-Flotte für eine sinnvolle Kommunikation ausreichend verbreitet ist, dürfte weitere Zeit vergehen.

Die Motorradhersteller versprechen sich indes viel von neuen Konnektivitäts-Techniken. Zielgruppe sind Menschen, die sich bisher nicht ans motorisierte Zweirad wagen. Die neuen Konzepte könnten ihnen die Ängste nehmen und auch in der Praxis mehr Sicherheit auf der Straße gewährleisten. BMW hat zu diesem Thema im vergangenen Jahr eine Bike-Studie vorgestellt, die einen Ausblick auf die Technik für das Jahr 2023 gibt.

Der Roller Connect Link „spricht“ permanent mit anderen Verkehrsteilnehmern in der Nähe. Droht Gefahr durch ein sich zu schnell näherndes Auto oder unvorsichtige Fußgänger, wird der Zweiradfahrer beispielsweise durch einen Vibrationsalarm oder auch visuell gewarnt. Passend dazu sind Jacken in der Entwicklung, die wie ein angezogener Bildschirm Warnsignale darstellen können.

Bereits deutlich weiter fortgeschritten ist die Vernetzung von Motorrad und Smartphone. Unter anderem hat Bosch mit dem sogenannten „Integrated Connectivity Cluster“ ein entsprechendes Anzeige- und Bedienbasis entwickelt, das bereits bei mehreren Bike-Marken im Einsatz ist. Es handelt sich um ein großes, frei programmierbares Display für das Cockpit, auf dem Smartphone-Inhalte dargestellt werden – das sogenannte Spiegeln.

Es erlaubt dem Fahrer, einige Handy-Funktionen über Tasten am Lenkrad zu steuern anstatt das Telefon direkt in die Hand nehmen zu müssen. Einfach und legal kann der Biker so während der Fahrt mit dem linken Daumen zum Beispiel Musiktitel vom Handy abspielen oder auch Anrufe entgegennehmen. Zudem können Biker zum Beispiel Wetter-, Internetradio- oder speziell für Motorradtouren optimierte Navigations-Apps nutzen.

Über letztere kann sich der Fahrer dann auch Routeninformationen wie Neigungswinkel oder empfohlene Kurvengeschwindigkeiten anzeigen oder sogar als Warnung akustisch übers Helm-Headset ansagen lassen. Und sollte der Spritvorrat zur Neige gehen, zeigt die Navi-App automatisch Tankstellen in der Nähe.

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