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Kommentar: Was 2019 im Automobilsektor zu erwarten ist

| Autor / Redakteur: Peter Eck / Benjamin Kirchbeck

Auch 2019 wird bei den Zulassungen von E-Fahrzeugen noch keinen Durchbruch erfolgen.
Auch 2019 wird bei den Zulassungen von E-Fahrzeugen noch keinen Durchbruch erfolgen. (Bild: gemeinfrei / CC0)

So, das Jahr 2018 hätten wir also auch abgehakt. Mehr oder weniger erfolgreich. Wobei es in der Autobranche an Jubelmeldungen insgesamt doch gemangelt hat. Ob es 2019 besser wird? Gegenfrage: Reicht es vielleicht nicht schon, wenn die Dinge nicht schlechter werden?

Wer nicht ganz genau hinschaut, könnte sich sowieso fragen, ob 2018 nicht doch im Großen und Ganzen gut gelaufen ist. Die Pkw-Neuzulassungen, stets ein wichtiger Indikator für die Branche, haben im vergangenen Jahr nur ganz leicht um 0,2 Prozent auf immer noch beachtliche 3,436 Millionen Fahrzeuge nachgelassen. Nutzfahrzeuge und Motorräder legten sogar zu und der häufig unterschätzte, wirtschaftlich aber bedeutende Gebrauchtwagen-Markt hielt sich mit knapp 8,2 Millionen umgeschriebenen Fahrzeugen fast auf dem Niveau von 2017.

Keine ganz schlechten Zahlen also, zumal auf dem deutschen Markt fast alle Marken letztlich ja prächtig verdienen. Also an Autos mit Verbrennungsmotoren. Denn irgendwie wollen die Verbraucher den von Politik, diversen Umweltverbänden und einigen Herstellern entfachten Hype um das Elektroauto noch nicht so richtig mitmachen. Gerade mal 36.000 E-Autos wurden in Deutschland 2018 zugelassen, dazu kommen 31.440 Plug-in-Hybride. Passend dazu wurden 44.600 Anträge auf die staatliche E-Auto-Prämie gestellt. Zur Erinnerung: Der Topf reicht für 400.000 Fahrzeuge, seit Einführung der Regelung 2016 wurden 91.000 Anträge gestellt.

Wenn es in dem Tempo weitergehen würde, würde der Topf theoretisch noch fast ein Jahrzehnt vorhalten. Bis dahin wird mancher stolzer Umweltfreund wegen nachlassender Akku-Kräfte sicher schon sein zweites Elektroauto bestellt haben. Wahrscheinlicher ist allerdings, das bis dahin sämtliche Prämien abgeschafft und durch E-Auto-Strafzahlungen ersetzt werden, weil man die wenig segensreiche Wirkung von Batterien beim Abbau der für deren Produktion notwendigen Rohstoffe und die mannigfaltigen Entsorgungsprobleme nach deren Dienstschluss erst dann erkannt hat. Wetten?

Ob wir diese – also die Wette - gewinnen, wird Ende der 20er-Jahre keinen mehr interessieren. So wie es niemanden interessiert, ob die Bundesregierung ihr Versprechen einhalten kann, bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straße zu bringen. Wird sie übrigens nicht. Dazu müsste jetzt langsam mal ein echter Hype ums E-Auto losgehen, was wiederum wahrscheinlich allein an den Lieferzeiten scheitern würde. Aber seit wann müssen Politiker ihre Versprechen einhalten bzw. seit wann bestätigen sich deren Prognosen? Eben.

Wir prognostizieren dagegen: Zumindest das neue Jahr wird bei den Zulassungen ebenfalls noch keinen Durchbruch für die derzeit als ach so umweltfreundlich angesehene Technologie bringen. Dazu fehlt es schlichtweg an guten Angeboten und dazu ist der deutsche Autofahrer dann doch zu vernünftig. Da hilft auch ganz bestimmt nicht das erste Elektroauto eines Premiumherstellers, dessen Käufer sich die vier elektrisierten Ringe vor der Motorhaube mindestens 80.000 Euro kosten lassen müssen.

Viel mehr als für diese Art von „umweltfreundlicher Mobilität“ für Reiche wird sich der gemeine Autofahrer dafür interessieren, ob er mit seinem Diesel noch frei in manche Innenstädte wird fahren können. Auch wer ein Fahrzeug der Kategorie Euro 6 fährt, oder sogar ein vermeintlich die Spitze des Fortschritts darstellendes Auto mit Euro 6-d-temp-Einstufung, sollte sich nicht zu bequem zurücklehnen. Denn die selbsternannten Umweltwächter werden nicht ruhen, unterstützt durch manche, an Fakten wenig interessierte Medien-Kollegen, die Politik weiter vor sich herzutreiben. Wobei wir die Verantwortung der Industrie für diese Situation nicht ganz vergessen wollen.

Der Blick in die Glaskugel für 2019 und darüber hinaus verheißt dem Fahrer eines gutgläubig gekauften Selbstzünders also nichts Gutes. Seine Zukunft könnte finanziell so grau werden, wie die Farbwahl der deutschen Autofahrer beim Neuwagenkauf: Drei von vier Pkw fahren in den optimistischen Nicht-Farben Grau, Schwarz oder Weiß vor. Besser könnte man den derzeitigen Zustand der Branche durch kein anderes Bild beschreiben.

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Ansichten, die momentan keiner Hören möchte, da e-mobility neue Umsätze verspricht...  lesen
posted am 07.01.2019 um 11:46 von Unregistriert


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