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Klagewelle gegen Renault wegen „sittenwidriger Täuschung“ Der Abgasskandal holt nun auch Renault ein: Dem französischen Autobauer wird vorgeworfen, eine systematische Manipulation der NOx-Werte vorgenommen zu haben.

| Autor/ Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm

Die Kanzlei Rogert & Ulbrich geht gegen Renault vor. Die Anwälte werfen dem Autobauer systematische NOx-Manipulation vor. Nun wollen sie den Kauf von Fahrzeugen mit einem gängigen Diesel-Aggregat massenhaft rückgängig machen.

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(Bild: Renault)

Die durch zahlreiche Klagen gegen Händler der Volkswagenkonzernmarken und gegen den Hersteller selbst bekannt gewordene Kanzlei Rogert & Ulbrich nimmt sich nun den Renault-Konzern vor. Man habe „die erste Klagewelle“ eröffnet wegen Dieselfahrzeugen von Renault und anderen Marken, die Renault-Motoren nutzen, heißt es in einer Mitteilung der Kanzlei.

Konkret stehen 1,6-DCI-Motoren, die seit 2011 verbaut wurden, im Zentrum der Anwälte. Sie glauben, dass diese Aggregate systematisch die Grenzwerte für Stickoxide überschritten haben. „Renault hat evident vorsätzlich sittenwidrig getäuscht und hat die Käufer nicht über die abweichenden Eigenschaften ihrer Dieselfahrzeuge im Verhältnis zu den erteilten EG - Typgenehmigungen aufgeklärt“, erläutert Rechtsanwalt Marco Rogert in der Mitteilung.

Die Folge ist aus seiner Sicht, dass jeder Geschädigte einen Anspruch auf Rückzahlung des Kaufpreises unter Anrechnung einer Nutzungsentschädigung Zug um Zug gegen Rückgabe des Fahrzeuges hat. Ebenso wie in anderen Verfahren gegen andere Autohersteller, die zugunsten der klagenden Käufer endeten, werde sich Renault verantworten müssen.

Dass sie mit den Klagen gute Erfolgsaussichten haben, leitet die Kanzlei unter anderem aus erfolgreich gegen Renault-Händler geführte Verfahren ab (Urteile des LG Duesseldorf vom 09.05.2016 Az : 23 O 195/15, und vom 05.02.2018 Az: 5 O 369/16). Zudem dürfte das Vorgehen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) den Anwälten, die bezeichnenderweise die Webseite Auto-Rückabwicklung.de betreiben, in die Karten spielen.

Der von Rogert & Ulbrich angegriffene 1,6-DCI-Motor kommt den Angaben zufolge unter anderem im Mercedes Vito zum Einsatz. Den muss Mercedes aktuell auf Betreiben des KBA zurückrufen, auch wenn der Hersteller dagegen Widerspruch eingelegt hat. Sollte die Klage gegen den Hersteller erfolgreich sein, hätte Renault ein echtes Problem. Das Aggregat findet sich vielfach im Nissan Qashqai sowie in den Renault-Modellen Scenic, Megane und Fluence.

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