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Japanisches „fliegendes Auto“ absolviert ersten Testflug

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Der japanische Elektronikkonzern NEC hat einen Flugdrohnen-ähnlichen Prototypen eines „fliegenden Autos“ enthüllt. Am Entwicklungsstandort in Akibo, Japan, schwebte das 150 Kilogramm schwere Fahrzeug innerhalb eines kontrollierten Käfigs etwa eine Minute lang drei Meter über dem Boden.

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NEC reiht sich in die Liste der Unternehmen ein, die in absehbarer Zeit ein marktreifes fliegendes Auto produzieren möchten. Einen entsprechenden Prototypen stellte der japanische Großkonzern diese Woche in der Nähe von Tokio vor.
NEC reiht sich in die Liste der Unternehmen ein, die in absehbarer Zeit ein marktreifes fliegendes Auto produzieren möchten. Einen entsprechenden Prototypen stellte der japanische Großkonzern diese Woche in der Nähe von Tokio vor.
(Bild: Yuri Kageyama / YouTube)

Es befand sich im Käfig und war zur Sicherheit mit Kabeln am Boden befestigt, aber es kann fliegen: Der japanische Großkonzern NEC hat den Prototypen eines fliegenden Autos vorgestellt.

Das Fahrzeug ist im Wesentlichen eine große Quadcopter-Drohne, die Menschen transportieren kann. Der japanische Elektronikhersteller zeigte die Maschine am Montag im Tokioter Vorort Akibo in einem Demonstrationsflug – allerdings ohne Passagier. Von einer Batterie angetrieben, stieg das Flugauto kurzzeitig auf etwa 3 Meter über dem Boden an, bevor es wieder zur Landung ansetzte.

Japan strebt Führungsrolle bei Flugautos an

Hinter der dramafreien Demonstration verbirgt sich ein größerer Ehrgeiz: Die japanische Regierung will, dass das Land eine Führungsrolle bei fliegenden Autos übernimmt, nachdem es die Fortschritte in der Technologie wie Elektroautos und Ride Hailing Services verpasst hat. Die technologische Roadmap des Landes sieht vor, bis etwa 2023 Waren zu transportieren, indem man Autos fliegt, und bis 2030 Menschen in Städten mit fliegenden Autos fahren zu lassen, berichtet der Nachrichtendienst Bloomberg.

„Japan ist ein dicht besiedeltes Land, und das bedeutet, dass fliegende Autos die Belastung des Straßenverkehrs erheblich verringern könnten“, zitiert das Nachrichtenmedium Kouji Okada, den Leiter des Projekts bei NEC. „Wir positionieren uns als Enabler für die Luftmobilität, liefern Standortdaten und Gebäudekommunikationsinfrastruktur für fliegende Autos.“

In den letzten Jahren ist in Japan eine kleine, leidenschaftliche Flugwagen-Community entstanden, die glaubt, dass Japan über das technische Fachwissen und die richtige Umgebung verfügt, um eine globale fliegende Autoindustrie zu fördern. Risikokapitalgeber im Land gründeten einen Spezialfonds, den so genannten Drohnenfonds, der sich mit Investitionen in autonome Flugzeuge im Allgemeinen und in Flugzeuge im Besonderen beschäftigt.

Obwohl die Demo vom Montag zu den ersten eines großen japanischen Unternehmens gehört, plant NEC nicht, das fliegende Auto in Serie zu produzieren. Stattdessen wird der Projektpartner Cartivator im Jahr 2026 mit der Serienproduktion der Transportmaschine beginnen. Diese Information hat Bloomberg von Tomohiro Fukuzawa, dem Mitbegründer des Startups.

Auch außerhalb Japans arbeitet bereits eine Reihe von unternehmen an fliegenden Autos, darunter Boeing, Airbus und Uber. Es ist jedoch noch nicht ganz klar, wer der Zielmarkt jenseits des Superreichen ist – oder ob fahrerlose „fliegende“ Taxis wirtschaftlich überhaupt tragbar sind.

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