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Japaner untersuchen technische Machbarkeit selbstfahrender Busse

| Redakteur: Hendrik Härter

In Japan testen insgesamt sieben Unternehmen autonome Techniken, die für selbstfahrende Busse notwendig sind. Die Projektbeteiligten wollen mögliche Probleme während des Tests identifizieren.

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Auf der Strecke der JR Easts Bus Rapid Transit haben sieben Unternehmen Techniken untersucht, um autonom fahrende Busse auf öffentliche Straßen zu bringen.
Auf der Strecke der JR Easts Bus Rapid Transit haben sieben Unternehmen Techniken untersucht, um autonom fahrende Busse auf öffentliche Straßen zu bringen.
(Bild: Kyocera )

In Hamburg sollen ab 2019 autonome Busse unterwegs sein. Im Bereich der Hafencity soll zum ersten Mal in Deutschland ein autonom fahrender Bus im normalen Straßenverkehr unterwegs sein. Ein anderes Beispiel kommt von der Deutschen Bahn, die in Bad Birnbach einen Pilotversuch mit einem Kleinbus gestartet hatte.

In Japan testen insgesamt sieben Unternehmen autonome Technologien, die in einem Bus für den öffentlichen Verkehr zum Einsatz kommen sollen. Im Projekt „Mobility Innovation Consortium“ wird ein selbstfahrender Bus getestet. Für Notfälle wird während der Testfahrten ein Fahrer anwesend sein. Die Organisation, die autonomes Fahren fördert, wird von der East Japan Railway Company (JR East) angeführt. Ziel des Projekts, das zwischen Dezember 2018 und März 2019 stattfindet, ist die Beurteilung selbstfahrender Technologien im öffentlichen Busverkehr, einschließlich eines Spurassistenten, einer Geschwindigkeitskontrolle, einer Einparkhilfe und wechselnder Routentests auf den Linien der JR Easts Bus Rapid Transit (BRT).

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Mit den Experimenten wollen alle Beteiligten verschiedene Technologiefragen identifizieren und lösen, die sich derzeit noch der Vermarktung des autonomen Bustransports entgegenstellen. Das Projekt hat sich das Ziel gesetzt, die Technologien auszuwerten, sodass während dieser Testphase keine öffentlichen Fahrten stattfinden.

Die Versuche werden mit speziell modifizierten Bussen ausgeführt, die von Advanced Smart Mobility bereitgestellt werden. Dabei werden folgende Kriterien bewertet:

1. Spurassistent und Geschwindigkeitskontrolle: Hochsensitive magnetische Impedanz-Sensoren am Bus lesen die Informationen der an den BRT-Linien befestigten magnetischen Markern ab, um die genaue Position des Fahrzeuges zu bestimmen. Die Versuche sollen den lückenlosen Betrieb der Spur- und Geschwindigkeitskontrolle sicherstellen. Durch die automatische Kontrolle der Bremsen und des Gaspedals des Fahrzeuges bewertet der Test den typischen Betriebsablauf mit Geschwindigkeiten von 40 km/h oder niedriger und Stopps an den dafür vorgesehenen Punkten.

2. Ankopplungspräzision: Beim Testen des Anhaltens werden magnetische Marker verwendet, die Informationen senden, um den Bus automatisch anzuhalten, sobald er die Standfläche der BRT-Station erreicht.

3. Mögliche alternative Wege bei engen Straßen identifizieren: Durch Funkverkehr zwischen Bus und Standorterkennungssystemen wird der Test die Möglichkeit des Busses überprüfen, eine alternative BRT-Straße zu befahren, sollte sich ein weiteres Fahrzeug von der gegenüberliegenden Seite nähern und die Straßenbreite nur für ein Fahrzeug ausreichen.

4. Weitere Experimente: Zusätzlich zu den aufgelisteten Prüfpunkten werden die Unternehmen die Standorterkennung mit GPS testen, um Navigations- und Distanzmessungssysteme zu überprüfen.

Am Projekt beteiligte Firmen und ihre Aufgaben:

  • East Japan Railway Company:Hauptverantwortlicher für die Tests und Instandhaltung der BRT-Fahrbahn.
  • Advanced Smart Mobilty Co. Ltd.: Leiter der kollaborativen Experimente und verantwortlich für autonome Fahrzeuge und Fahrzeugsteuersysteme.
  • Aichi Steel Corporation: Bereitstellung und Platzierung der magnetischen Marker sowie Instandhaltung und Kontrolle der magnetischen Markersysteme.
  • Kyocera Corporation: Verantwortlich für die Kommunikation zwischen den Fahrzeugen und Infrastruktur, Installation von Geräten am Straßenrand (LTE, ITS) und Instandhaltung der Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation.
  • SoftBank Corp.: Multi-GNSS-Terminals, Installation der Multi-GNSS-Terminals und Positionierung von Quasi-Zenit-Satelliten.
  • Nippon Signal Co., Ltd.: Installation der Signalverarbeitungssysteme, Signalleuchten und Signalkontrollsystem sowie Signalkontrolle und -management.
  • NEC Corporation: Zielverfolgungseinrichtungen und Kontrolle des magnetischen Markersystems.

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