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„Im fahrenden Auto haben wir keine Zeit für eine stundenlange Fehlerbehebung“

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Der Markt für automobile Cybersicherheit wächst von jetzt 1,34 Mrd. US-Dollar auf 5,77 Mrd. US-Dollar im Jahr 2025.
Der Markt für automobile Cybersicherheit wächst von jetzt 1,34 Mrd. US-Dollar auf 5,77 Mrd. US-Dollar im Jahr 2025. (Bild: Clipdealer)

Wer trägt die Verantwortung für die Cybersicherheit eines vernetzten Fahrzeugs? In Deutschland ist man sich einig und sieht die Autohersteller in der Pflicht. In den USA sieht das hingegen längst nicht jeder so.

Verbraucher in Deutschland haben Sorge, dass vernetzte Autos auch in Zukunft gehackt werden und erwarten von den Automobilherstellern, dass sie die Fahrzeuge entsprechend absichern. Dies ist das Ergebnis einer von Statista durchgeführten Umfrage im Auftrag von Karamba Security. Darin gaben 87 Prozent der 1.000 Befragten an, dass sie die Verantwortung für die Cybersicherheit eines vernetzten Fahrzeugs bei den Herstellern sehen.

Zu den größten Bedenken gehört, dass kritische Sicherheitsfunktionen gehackt werden, was zu Fehlfunktionen oder einem Unfall führen könnte (80%). Weit abgeschlagen liegt die Angst vor Autodiebstahl mit 44 Prozent auf Platz zwei, gefolgt von der Angst vor dem Diebstahl privater Daten (37%). Fast alle Befragten (92%) in Deutschland sind der Meinung, dass sicherheitsrelevante Software alle zwei Jahre in der TÜV-Hauptuntersuchung überprüft werden sollte.

„Die Umfrage zeigt, dass die Verbraucher zwar eine Zukunft mit autonomen und vernetzten Fahrzeugen akzeptieren, aber große Angst noch vor Cyberangriffen haben, die ihre persönliche Sicherheit und Unversehrtheit bedrohen. Für die Automobilindustrie bleibt dies das wichtigste Aufgabe, die es zu lösen gilt“, sagt Ami Dotan, CEO und Mitbegründer von Karamba Security.

Karamba Security hat eine ähnliche Umfrage in den Vereinigten Staaten durchführen lassen. Dort sehen nur etwa 59 Prozent der Befragten die Verantwortung für die Absicherung vernetzter Fahrzeuge bei Autoherstellern. 22 Prozent sehen diese Verantwortung sogar bei den Fahrern selbst.

Die Erwartungshaltung der Fahrer deutscher Automarken

Etwas mehr als die Hälfte der Befragten sieht die Zukunft des autonomen Fahrens optimistisch. Insgesamt 57 Prozent sehen in autonomen Fahrzeugen die Zukunft des Fahrens. In diesem Zusammenhang hat die Umfrage auch gezeigt, dass mehr als jeder Zehnte Fahrzeugeigentümer der vier deutschen Marken BMW, Audi, VW und Mercedes davon ausgeht, dass innerhalb von drei bis fünf Jahren völlig autonome Fahrzeuge auf der Straße sein werden (14%). Unter den Eigentümern anderer europäischer und internationaler Marken erwarten dies nur acht Prozent. Knapp die Hälfte der befragten Deutschen vermutet hingegen, dass es noch mindestens zehn Jahre dauert. Bemerkenswert: Jeder Zehnte glaubt, dass wir niemals vollautonome Fahrzeuge besitzen werden.

Wenn es jedoch darum geht, dem autonomen Fahrzeug sein Leben anzuvertrauen, sind die Meinungen geteilt. Auch in zehn Jahren würden nur 37 Prozent der Befragten ihr Kind oder ihr Enkel in einem völlig autonomen Fahrzeug – ohne einen tatsächlichen Fahrer, der eingreifen könnte – mitfahren lassen. Während rund 20 Prozent unschlüssig sind, würden über 40 Prozent dies ablehnen.

Cybersicherheit von Anfang an einbetten

Cybersicherheit ist eine der höchsten Prioritäten für die Automobilindustrie. Der Markt wächst: So prognostizieren die Analysten von Markets & Markets, dass der globale Markt für automobile Cybersicherheit von jetzt rund 1,34 Milliarden US-Dollar auf 5,77 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 wachsen wird. Die zunehmende Konnektivität der Fahrzeugsysteme beinhaltet sicherheitskritische Komponenten, für die die funktionale Sicherheit bei Cyberangriffen gewährleistet sein muss.

„Wenn Cyberangriffe die Unversehrtheit der Insassen beeinträchtigen können, muss die Cybersicherheit in das Fahrzeug von Anfang an integriert werden. Es sollte ein Echtzeit-Schutz von Cyberangriffen möglich sein“, so Rainer Witzgall, Managing Director DACH von Karamba Security. „Unsere Runtime-Integrity-Technologie stellt sicher, dass die Software-Integrität in dem Moment gewährleistet ist, in dem das Fahrzeug das Werk verlässt. Sie basiert auf unserer automatisierten, patentierten Control Flow Integrity (CFI)-Technologie. Die einzige Lösung ist, dass sich das Auto selbst vor Angriffen schützt, und zwar ohne Fehlalarme. Denn im fahrenden Auto haben wir keine Zeit für eine stundenlange Fehlerbehebung.“

Die vollständige Umfrage finden Sie hier.

Control Flow Integrity – State of the Art für Cyber Security?

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06.05.19 - Automobilhersteller erproben nicht erst seit gestern Security-Ansätze für vernetzte und autonome Fahrzeuge. Doch welche großen Vorteile bietet Control Flow Integrity (CFI) gegenüber anderen Ansätzen? Hier sind fünf Gründe warum CFI in ein Automotive-Sicherheitskonzept gehört. lesen

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