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Hochautomatisiert im Tagebau

| Autor/ Redakteur: Mario Hommen / Benjamin Kirchbeck

Autonome Fahrzeuge werden zunächst vor allem in sogenannten Gated Areas zum Einsatz kommen. Der schwedische Nutzfahrzeughersteller Scania hat mit AXL nun einen fahrerlosen Laster entwickelt, der in eben solchen abgesperrten Bereichen wie Bergwerken oder dem Tagebau eingesetzt werden kann.

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Der Scania AXL verfügt über die für autonomes Fahren nötige Hardware. Dennoch wird er über eine Kommandozentrale kontrolliert.
Der Scania AXL verfügt über die für autonomes Fahren nötige Hardware. Dennoch wird er über eine Kommandozentrale kontrolliert.
(Bild: Scania)

Diverse Branchen arbeiten daran, Transportaufgaben zu rationalisieren und nachhaltiger zu gestalten. Dabei spielen immer häufiger selbstfahrende Nutzfahrzeuge eine tragende Rolle. Gut kontrollierte Standorte, wie beispielsweise Bergwerke und Großbaustellen in geschlossener Bauweise (Gated Areas), bieten dabei guten Voraussetzungen für den Einsatz in einem Pilotprojekt.

Scania hat für einige Kunden bereits selbstfahrende Nutzfahrzeuge entwickelt, die allerdings mit einem Pilot bemannt bleiben. Beim AXL wird dieser hingegen endgültig überflüssig, weshalb der Vierachser auf eine klassische Kanzel verzichtet. Dennoch gibt es eine Art Frontmodul, in dem die für autonomes Fahren nötige Technik wie GPS-Satellitennavigationssystem, Radar, Lidar und Kameras unterkommt. Auch wenn der Laster die Voraussetzungen bietet, alleine zu fahren, wird er von einer Kommandozentrale aus gesteuert und überwacht.

Für den Antrieb ist ein konventioneller Verbrennungsmotor verantwortlich, der allerdings mit Biokraftstoff aus regenerativen Quellen betrieben wird. Wie bei klassischen Muldenkippern befindet sich hinter dem Frontmodul ein großer, nach oben offener Auflieger, in den sich Schüttgut laden lässt.

Der AXL ist für Scania ein weiterer Schritt hin zu einer smarten Zukunft des Transportsystems mit selbstfahrenden Fahrzeugen. Scania will in den kommenden Jahren weitere autonome Konzepte entwickeln und bauen, um zu demonstrieren, dass mit der bereits verfügbaren Technik solche Fahrzeuge möglich sind. Scania räumt jedoch ein, dass für die Entwicklung autonomer Fahrzeuge weniger die Hard- als vielmehr intelligente Software entscheidend sein wird, die allerdings erst noch entwickelt werden muss.

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