Ein Angebot von /

Head-Up-Displays für die Logistik – Effizienz dank freier Hände

| Autor / Redakteur: Friederike Truthe / Benjamin Kirchbeck

Vision Picking für effizientes Kommissionieren. Das xBand, ein RFID-Armband von Ubimax entwickelt, sorgt für die automatische Schrittbestätigung und beschleunigt so den Prozess zusätzlich.
Vision Picking für effizientes Kommissionieren. Das xBand, ein RFID-Armband von Ubimax entwickelt, sorgt für die automatische Schrittbestätigung und beschleunigt so den Prozess zusätzlich. (Bild: Ubimax)

Head-Up-Displays (HUD) sind mittlerweile eine beliebte Alternative zu klassischen in das Armaturenbrett eingelassenen Displays. Doch Augmented Reality (AR) hilft nicht nur im Verkehr, sondern bereits in Prozessen lange bevor ein Auto fahrtüchtig auf der Straße steht.

Mithilfe von Augmented Reality (AR) werden Fahrhinweise, wie Navigationssystem oder Tachometer, zentraler im Sichtfeld der Fahrenden platziert. So wird vermieden, dass die Fahrenden selbst für eine Millisekunde den Blick von der Fahrbahn nehmen müssen. Dies erhöht die Sicherheit im Verkehr und sorgt für ein besseres Fahrgefühl bei den Fahrenden. Doch AR hilft nicht nur im Verkehr, sondern bereits in Prozessen lange bevor ein Auto fahrtüchtig auf der Straße steht. Die Automobilindustrie – und hier stellt sie keine Ausnahme dar – ist ständig auf der Suche nach Möglichkeiten, die Produktion gleichzeitig qualitativ hochwertiger und effizienter zu gestalten.

Die zeit- und modellgenaue Anlieferung von Komponenten ist im mehrstufigen Montageprozess oft erfolgsentscheidend. Damit es nicht zu Verzögerungen im Produktionsprozess kommt und um eine lückenlose „Perlenkette“ zu gewährleisten, muss auch die Logistik entsprechen optimiert werden. Deshalb werden innovative Lösungen benötigt, die das Arbeiten heute schon ökonomisch effizient und auch für die Arbeitenden sinnvoll gestalten. In diesem Spannungsfeld setzt Vision Picking an.

Alles im Blick und optimal digitalisiert

In der Logistik werden beim Vision Picking Head-Mounted-Displays (HMD) in Form von Datenbrillen (engl. Smart Glasses) eingesetzt, um Kommissionier- und Sequenzierprozesse, Ein-, Aus- und Umlagerungen oder Inventuren effizienter zu gestalten. Klassische Picklisten, Arbeitsanweisungen und Kommissionieraufträge in Papierform oder auf statischen Desktop-PCs werden als Augmented-Reality-Applikation bereitgestellt. Logistikmitarbeitende bekommen über ein Wearable-Computing-Endgerät ihrer Wahl – im Idealfall einer Datenbrille – alle kontextrelevanten Informationen zu einem Kommissionierauftrag genau im Blickfeld eingeblendet. Regalreihe, Regalfach, Anzahl der Artikel und Ablagekorb werden visualisiert und intuitiv nachvollziehbar angezeigt.

Vision Picking reagiert so auf das Problem, dass mobile Arbeitende häufig keine Möglichkeit haben, ihre Arbeitsaufträge sowie notwendige prozessrelevante Informationen dynamisch während des Arbeitsprozesses abzurufen zu können. Eingeschränkte, fehleranfällige Arbeitsumfelder sind meist die Realität, der sich Lagerarbeitende und Kommissionierende genau wie die Unternehmen zu stellen haben. Da die Wearable-Computing-Geräte über WLAN mit dem WMS- oder ERP-System vor Ort verbunden sind, findet eine Datenübertragung in Echtzeit statt. Mehrere Aufträge können parallel bearbeitet und die Wege der Arbeitenden optimiert werden (Multi-Order-Picking). Zusätzlich können die Logistikmitarbeitenden per Pushnachricht im laufenden Betrieb flexibel über Änderungen im Prozess informiert werden und so entsprechend reagieren.

Fehlerfrei, vernetzt und effektiv

Vision-Picking-Lösungen ermöglichen eine nahezu fehlerfreie Abwicklung von Kommissionierprozessen. In Kombination mit moderner Hardware ermöglichen sie die digitale Präsentation von Informationen, Anleitungen, sowie die Möglichkeit der automatisierten oder teilautomatisierten Prozessdokumentation. Durch die digitale Informationsaufbereitung auf einer Datenbrille haben mobile Mitarbeitende stets beide Hände frei für ihre eigentliche Aufgabe. Neben ökonomisch wertvollen Effizienzensteigerungen und Null-Fehlerraten, zeichnet sich Vision Picking daher auch durch ein überaus positives Feedback der Nutzenden aus: Durch das freihändige Arbeiten und das auf das konkrete Szenario optimierte User Interface, profitieren Mitarbeitende von intuitiven Kommissionierabläufen bei geringer Einarbeitungszeit und ergonomischeren Abläufen.

Je nach Anwendungsfall können passende Bestätigungsgeräte mit den Smart Glasses verbunden werden. Als Ring oder als Armband tragbare Barcode- und RFID-Scanner unterstützen das Kommissionieren. Sie ersetzen klassische sperrige Handscanner und kommunizieren meist per Bluetooth oder WLAN mit der Datenbrille. Trotz in die Datenbrillen integrierter Kamera bieten externe Scanner bei schwer erreichbaren Entnahme- oder Ablagepositionen einen klaren Vorteil; zum Beispiel, wenn sich der Lagerplatz nur knapp über dem Boden oder in großer Höhe befindet. Mit einem externen Scanner lassen sich Barcodes dort leichter und schnell scannen, ohne den eigentlichen Arbeitsablauf durch tiefes Bücken oder Strecken zu beeinträchtigen. Die Kombination der smarten Endgeräte zahlt klar auf das Effizienzkonto ein.

Labor- und Feldstudien bescheinigen Vision-Picking-Verfahren eine Effizienzsteigerung von bis zu 50% im Vergleich zur Kommissionierung mit herkömmlichen Scannern und Papierlisten. Bei produktiven Einsätzen wurden bereits deutlich zweistellige Prozessverbesserung erzielt. Im Vergleich zu Pick-by-Light oder Pick-by-Voice Systemen können zwar ähnliche Geschwindigkeiten erreicht werden, jedoch durch den Verzicht auf die in die Umgebung integrierte Elektronik ist Vision Picking deutlich flexibler und kostengünstiger. Eine Amortisierung erfolgt meist innerhalb des ersten Jahres.

Smarter Line Feed bei Schnellecke Logistics

Der niedersächsische Automobilzulieferer Schnellecke Logistics vertraut seit 2015 auf Vision Picking. Durch die Just-In-Time (JIT) und Just-In-Sequence (JIS) Belieferung seiner Kunden sind die Prozesse im höchsten Maße von optimierten und fehlerfreien Arbeitsabläufen abhängig. Die Einführung der freihändigen AR-basierten Kommissionierlösung sorgte für eine signifikante Effizienzsteigerung. Die Prozessqualität wurde verbessert und die Fehlerrate konnte auf null reduziert werden.

Schnellecke setzt noch dazu eine äußerst innovative Variante ein. In Kombination mit einem xBand RFID-Armband zur Bestätigung ermöglicht die Anwendung ein problemloses Multi-Order-Picking, sodass für bis zu 24 Fahrzeuge gleichzeitig kommissioniert werden kann. Indem das RFID-Armband sowohl die Entnahme als auch die Lagerung der Teile auf dem Warentrolley bestätigt, werden fehlerfreie Ergebnisse gewährleistet. Eine anschließende arbeitsintensive Qualitätskontrolle wird so überflüssig.

Da Arbeiter bei Schnellecke beide Hände brauchen, um die manchmal schweren und sperrigen Fahrzeugkomponenten zu bewältigen, musste auch der ergonomische Nutzen der Lösung stimmen. Durch die Einführung einer freihändigen Arbeitsweise konnte die Ergonomie deutlich verbessert werden. Die Lösung mit intuitiver Benutzeroberfläche begünstigt daneben eine kürzere Einführungszeit für neue Mitarbeitende sowie einen flexibleren Einsatz der Mitarbeitenden.

Mit Vision Picking in eine digitale Zukunft

Bis heute hat Schnellecke Logistics die Vision-Picking-Lösung an insgesamt fünf Standorten in Europa, Afrika und Südamerika ausgerollt. Die Möglichkeit, die Lösung von Deutschland aus auf stabilen und sicheren Cloud-Servern zu zentralisieren und zu hosten, vereinfacht dabei die Administration und ermöglicht zeitgleich eine kontinuierliche Steuerung der Prozesse. Für Dr. Abaid Goda, Senior Manager IT-Operations bei Schnellecke, ist Vision Picking der richtige Schritt zur richtigen Zeit: „Schnellecke setzt neue Technologien und Innovationen da um, wo sie gebraucht werden. Mit Wearable Computing haben wir eine Möglichkeit gefunden, im weltweiten digitalen Wettrennen zu gewinnen!“

Der Anwendungsfall bei Schnellecke Logistics verdeutlicht das Potential von Wearable Computing Lösungen wie Vision Picking. Der Einsatz von Datenbrillen und Augmented Reality bildet für Unternehmen – nicht nur in der Automobilbranche - eine gute Möglichkeit, ihre Prozesse nachhaltig zu optimieren.

* Friederike Truthe, arbeitet als PR & Marketing Managerin bei Ubimax

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45620054 / Display & HMI)