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Gedankenspiel – Fahren wir in Zukunft mit Wasser?

| Autor: Thomas Kuther

Fahren unsere Autos, Bahnen und Schiffe in Zukunft mit Wasser? Das wäre doch der Traum schlechthin: einfach Wasser tanken. Unmöglich? Nein, wenn auch nur indirekt.

Derzeit sind in Deutschland etwa 400 Brennstoffzellenautos zugelassen, die zwar nicht Wasser, aber Wasserstoff tanken – und dieser wird zum Beispiel mittels Elektrolyse aus Wasser hergestellt.
Derzeit sind in Deutschland etwa 400 Brennstoffzellenautos zugelassen, die zwar nicht Wasser, aber Wasserstoff tanken – und dieser wird zum Beispiel mittels Elektrolyse aus Wasser hergestellt.
( Bild: gemeinfrei / CC0 )

„Ich glaube, dass Wasser eines Tages als Brennstoff genutzt wird. Wasser, in seine Elemente Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt, wird zur unerschöpflichen Energiequelle werden“ – so schrieb Jules Verne bereits anno 1874 in seinem Roman „Die geheimnisvolle Insel“. Eifriger Verfechter des Wasserstoffantriebs ist auch Professor Harald Lesch, der kürzlich in einer Terra-X-Sendung mit seinem Vergleich von rein akkubetriebenen Elektroautos und solchen mit Brennstoffzellen einen Shitstorm lostrat.

Laut Lesch würde das Stromnetz zusammenbrechen, sollten eine Million Elektroautos gleichzeitig laden. Allerdings ging Lesch davon aus, dass alle 350 Kilowatt ziehen, was unrealistisch ist. Im Prinzip aber liegt Lesch durchaus richtig, denn es gibt viele Argumente für die Brennstoffzelle.

Thomas Kuther, Redakteur ELEKTRONIKPRAXIS und next-mobility.news: „Elektromobilität steht nicht nur für akkubetriebene E-Fahrzeuge – auch die Brennstoffzelle hat ein enormes Zukunftspotenzial.“
Thomas Kuther, Redakteur ELEKTRONIKPRAXIS und next-mobility.news: „Elektromobilität steht nicht nur für akkubetriebene E-Fahrzeuge – auch die Brennstoffzelle hat ein enormes Zukunftspotenzial.“
( Bild: ELEKTRONIKPRAXIS )

Auf diese ging Dr. Geert Tjarks von der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie in einem Seminar an der Hochschule Karlsruhe ein: Gerade zum Antrieb von Fahrzeugen, die viel Energie oder eine große Reichweite benötigen, sei, so Tjarks, die Brennstoffzelle im Vergleich zum reinen Akkuantrieb die bessere Wahl.

Denn um die Reichweite zu verdoppeln, müsste auch die Akkukapazität verdoppelt werden. Ein Tesla Model S würde dann satte 600 kg mehr mitschleppen müssen und damit enorm an Effizienz verlieren, während bei einem Toyota Mirai gerade mal ein zusätzlicher Wasserstofftank mit 100 kg nötig wäre.

Führt man dieses Gedankenspiel weiter, wird klar, dass gerade bei großen Nutzfahrzeugen, Bahnen und Schiffen die Brennstoffzelle weit überlegen ist – und so könnte noch einmal mehr eine Vision Jules Vernes Wirklichkeit werden.

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