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Fuhrpark 4.0: Ab in die Wolke

| Autor / Redakteur: Stewart Haston / Benjamin Kirchbeck

Cloudbasierte Telematikdienste gewinnen zunehmend an Bedeutung und tragen durch Optimierung der Prozesse dazu bei, das Fuhrparkmanagement effizienter zu gestalten. Der Fuhrparkverwalter ist auf dem besten Weg zum Flotten-Innovationsmanager zu werden.

Die digitale Transformation stellt für die Fuhrpark-Unternehmen eine Chance dar, zusätzliches Wachstum und mehr Umsatz zu generieren.
Die digitale Transformation stellt für die Fuhrpark-Unternehmen eine Chance dar, zusätzliches Wachstum und mehr Umsatz zu generieren.
(Bild: Clipdealer)

Ob Fahrzeugbeschaffung, Überwachung der Kilometerstände, Führerscheinkontrolle oder Terminkoordination: Die Aufgaben und Pflichten eines Fuhrparkleiters sind vielfältig und reichen von der Verwaltung einzelner Firmenfahrzeuge bis zur Organisation einer kompletten Flotte, die tausende von Fahrzeugen umfassen kann. Ein Arbeitspensum, das sich heute dank der Digitalisierung wesentlich schneller bewältigen lässt als noch vor einigen Jahren. Denn statt Excel Tabellen und Ordnern mit abgehefteten Tankbelegen unterstützen heute digitale Fahrtenschreiber, GPS Ortungssysteme und elektronische Fahrtenbücher das Fuhrparkmanagement bei der Arbeit. Doch das ist erst der Anfang.

Eine neue Generation von Drive Rekordern filmt die Fahrt

Jedes Jahr drängen Dutzende neuer Technologien auf den Markt, die darauf ausgelegt sind, das Fuhrparkmanagement noch schneller, flexibler und kundenorientierter zu machen. Eine neue, mit dualen Kameras ausgestattete Generation von Drive- oder Festplattenrekordern für den kommerziellen Einsatz, wie etwa der VIA Mobile360 D700 Drive Recorder, erleichtern Fleet Managern ihre Arbeit. Die Systeme verfügen in der Regel über zwei Kameras und sind so etwa in der Lage, gleichzeitig HD-Videomaterial aus Sicht des Fahrers zu erstellen sowie Bilder der aktuellen Straßenverhältnisse aufzunehmen. Nach der Aufnahme werden die Daten in Echtzeit in eine Cloud übertragen, wo sie – korrekt ausgewertet - dem Flottenbetreiber die Möglichkeit bieten, die Sicherheit seiner Fahrer zu verbessern, die Betriebskosten zu senken oder die Effizienz der Fahrten zu steigern.

Die ganze Flotte im digitalen Überblick

Möglich wird dies durch die zunehmende Vernetzung der Fahrzeuge durch unterschiedliche Telematik-Komponenten. Verschiedene Sensoren, RFID Chips sowie digitale Tachoanzeigen liefern jede Menge Echtzeitdaten, mittels derer sich zum Beispiel der Reifendruck oder der Ölstand überwachen lassen. Die Systeme dokumentieren jedoch auch zurückgelegte Strecken, den Benzinverbrauch und die Fahrgewohnheiten der Fahrer.

Das VIA Mobile360 D700 Fahrzeugsicherheitssystem verfügt über duale 1080p-Kameras, die gleichzeitig HD-Videomaterial aus Sicht des Fahrers sowie Bilder der aktuellen Straßenverhältnisse aufnehmen können.
Das VIA Mobile360 D700 Fahrzeugsicherheitssystem verfügt über duale 1080p-Kameras, die gleichzeitig HD-Videomaterial aus Sicht des Fahrers sowie Bilder der aktuellen Straßenverhältnisse aufnehmen können.
(Bild: VIA Technologies)

Gestützt wird die Übertragung zur Cloud häufig von Technologien wie GPS, 4G LTE, Wi-Fi sowie der Möglichkeit, CAN-Bus Technik zu integrieren, die es der Kamera erlaubt direkt auf Daten aus dem fahrzeugeigenen Diagnosesystem zuzugreifen. Mittels GPS können Fuhrparkmanager dabei die genaue Position eines Fahrzeugs präzise orten und erhalten auch Echtzeit-Zugriff auf den Live-Videostream. Für potentiell kritische Situationen lassen sich Warnmeldungen so einstellen, dass sie Flottenbetreiber über drohende Kollisionen oder Gefahren informieren. Beispielsweise erkennen integrierte Beschleunigungs-Sensoren, wenn ein Fahrer stark bremsen oder in eine scharfe Kurve fahren muss.

Die meisten dieser Features können in der Cloud vom Fuhrparkmanagement verwaltet, analysiert und flexibel gesteuert werden. Auf Basis der ausgelesenen Daten, wie Leerlaufzeiten, Kraftstoffverbrauch, Durchschnittsgeschwindigkeit, zurückgelegte Strecke etc., können Flottenmanager sehr schnell und präzise aussagekräftige Analysen vornehmen. Zum Beispiel wie sich die Leerlaufzeiten von Fahrzeugen minimieren lassen, die Routing-Effizienz und Kapazitätsauslastung verbessert werden kann oder wie sich Kosten für Fahrzeugschäden sowie fehlerhafte oder unberechtigte Versicherungsansprüche senken lassen.

Digitale Transformation als Wachstumschance

Die digitale Transformation stellt für die Fuhrpark-Unternehmen also eine wichtige Chance dar, zusätzliches Wachstum und mehr Umsatz zu generieren. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass Flottenmanager neuen, innovativen Technologien gegenüber aufgeschlossen sind und sie zunehmend in ihre Systeme integrieren. Doch wie steht es um die digitale Kompetenz der Anwender? Zunächst gilt es herauszufinden, ob auf Seiten der Flottenbetreiber überhaupt genügend Fachwissen vorhanden ist, um die extrem großen Datenmengen, die diese Anwendungen generieren, sinnvoll zu analysieren, sodass das Management schlussendlich von ihnen profitieren kann.

Zudem stellt sich die Frage, ob die Verantwortlichen über ausreichend freie Kapazitäten verfügen, um sich zum Beispiel durch tausende Stunden von Video Streamings zu navigieren und genau den entscheidenden Moment herauszufiltern, in dem ein ernsthafter Zwischenfall stattgefunden hat. Entscheidend ist auch, ob die Anwender die Methoden kennen, mit denen sich herausfinden lässt, welche Fahrzeuge aus der Flotte zu viel Kraftstoff verbrauchen oder welche Fahrer wegen nicht ausreichender Ruhezeiten Gefahr laufen, einen Unfall zu erleiden bzw. zu verursachen.

Einen geeigneten Cloudanbieter finden

Die Antwort auf diese Fragen liegt – wie so oft heutzutage – in der Cloud, deren Architektur die technischen Anforderungen hundertprozentig unterstützen muss. Um böse Überraschungen zu vermeiden, sollte daher vor der Wahl des Cloudpartners das benötigte Technologieportfolio genauestens definiert und mit den architektonischen Möglichkeiten der Cloud abgeglichen werden. Auch Zertifizierungen von Institutionen wie EuroCloud oder dem TÜV geben Auskunft über Sicherheit und Qualität des Anbieters. Hilfreich ist zudem die Überprüfung, ob eines der verwendeten Systeme bereits für bestimmte Anbieter zertifiziert wurde und zum Beispiel die AWS IoT Core- oder Kinesis Video Stream-Zertifizierung erhalten hat, wie etwa die Systeme von Anbietern wie VIA Technologies. Fuhrparkunternehmen, die zum Beispiel Drive- oder Festplattenlösungen mit dualer Videoaufzeichnung zum Live-Streaming während der Fahrt einsetzen, sollten bei der Wahl des Cloudbetreibers darauf achten, dass erweiterte Videofunktionalitäten vom System in einem ausreichenden Maße unterstützt werden.

Dank der Unterstützung von Technologien wie GPS, 4G LTE, Wi-Fi und der Möglichkeit zur Integration der CAN Bus-Technologie kann der VIA Mobile360 D700 Recorder detaillierte Telematikdaten in Echtzeit in die Cloud übertragen.
Dank der Unterstützung von Technologien wie GPS, 4G LTE, Wi-Fi und der Möglichkeit zur Integration der CAN Bus-Technologie kann der VIA Mobile360 D700 Recorder detaillierte Telematikdaten in Echtzeit in die Cloud übertragen.
(Bild: Via Technologies)

Die Cloudplattform sollte dabei nicht nur über genügend Speichkapazität verfügen, sondern auch Features unterstützen, mit denen die Sichtung und automatisierte Auswertung von umfangreichem Videomaterial möglich ist. Dafür sind beispielsweise Eigenschaften wie automatische Zeitindizierung, Verschlüsselung, Zugangskontrolle und eine Live-On-Demand-Wiedergabe hilfreich. Für die effektive Suche nach bestimmten Szenen müssen Videofragmente schnell indizierbar und in Echtzeit abrufbar sein. Auch müssen geeignete Datenbanken für die Speicherung des gestreamten Materials zur Verfügung stehen.

Fazit

Die Digitalisierung ist nicht mehr aufzuhalten. Der Beruf des Flottenmanagers ist davon in einem besonders hohen Maß betroffen. Nur Fuhrparkbetreiber mit starker digitaler Kompetenz, die über eine leistungsfähige IT-Infrastruktur und das notwendige Know-how verfügen, Fuhrparkdaten zur Optimierung des Fuhrparkmanagements zu nutzen, werden imstande sein, den Erfolg und die Betriebseffizienz ihrer Flotte auf die nächste Ebene zu heben. Vor allem für Unternehmen mit großen Flotten könnte sich die Digitalisierung als echter Game Changer erweisen.

* Stewart Haston ist als Marketing Manager für VIA Technologies tätig.

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