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Thema: Gedankenspiel – Fahren wir in Zukunft mit Wasser?

erstellt am: 28.06.2019 10:30

Antworten: 16

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RE: Gedankenspiel – Fahren wir in Zukunft mit Wasser?
01.07.2019 14:54

Ich bin fassungslos (mal wieder). Keiner weiß anscheinend, dass der Wasserstoff bei Elektrolyse aus grünem Strom 70% (siebzig) verschwendet von Strom über FC bis Straße? Mit diesen 70% könnte man viele Gas und Kohlekraftwerke entlasten. Wenn man das dann nicht tut, dann muss sich der ach so grüne Wasserstoff das CO2 dieser Kraftwerke für die Fahrleistung zurechnen lassen. Wieviel Blödsinn kommt denn da noch?


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RE: Gedankenspiel – Fahren wir in Zukunft mit Wasser?
01.07.2019 16:57

Dank fuer die Klarstellung hinsichtlich der Wasserstoff Herstellung. Es zeigt, dass eine zunehmende Anzahl von Prozessschritten in der Energieversorgung (Well-to-Tank) und Baugruppen im Antriebsstrang (Tank-to-Wheel) den Gesamt-Wirkungsgrad verringern, und den Regelaufwand, das Gewicht und die Kosten merkbar erhoehen. Ein Beispiel fuer den Antrieb waere es die Schwaechen der Batterie (langsame Ladung und Entladung bei der Rekuperation) durch einen zusaetzlichen, schnellen Super-Cap abzudecken.

Interessant waere ein Well-to-Tank Vergleich von Wasserstoff und Bio-Fuels. Sollte dieser auf aehnliche Kosten hinweisen, was ich vermute, waeren die geforderten CO2 Werte auch ohne grosse Infrastrukturmassnahmen moeglich – und auch fuer schwere Fahrzeuge und Schiffe erreichbar sein. Die Miteinbeziehung neuer hydrostatischer Antriebs-Technologie (Hydraulic Hybrid – Ingocar) wuerde den Vergleich vereinfachen.

Ingo Valentin


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RE: Gedankenspiel – Fahren wir in Zukunft mit Wasser?
01.07.2019 18:20

70% Verschwendung hört sich viel an. Ist aber immer noch sehr gut im Vergleich zu 100% Verschwendung. Und die entsteht, wenn bei viel Wind und/oder Sonne kein Abnehmer des lieferfähigen Stroms zur Verfügung steht. Wir müssen davon ausgehen, dass in Zukunft mit noch viel mehr Solar- und Windkraftwerken die Überproduktion an bestimmten Tagen noch gewaltig zunehmen wird. Eine Optimierung ist nicht möglich: Windkraftwerke können nicht dem Wind folgen und Sonnenkraftwerke nicht einfach den Wolken ausweichen. Ein Vision könnte wie folgt aussehen:
- ungenützter Strom wird umweltfreundlich in Wasserstoff umgewandelt. Man könnte ihn auch in Batterien speichern, die sind aber teuer, brauchen mehr Platz und ergeben keine neue Verbrauchsmöglichkeiten. Die Alternative Pumpspeicherwerk ist ebenfalls nicht sehr effizient, dafür der Eingriff in Natur und Lebensräume umso höher.
- der gespeicherte Strom wird dann für bestimmte Fortbenutzung verwendet oder gar an wind- und sonnenarmen Tagen direkt in Strom umgewandelt.

Ich denke, es ist an der Zeit bzgl. Batterien versus Wasserstoff von einem entweder-oder zu einem sowohl als auch zu kommen. Wo hat Wasserstoff die größte Zukunft:
(1) 100% in Jet-Antrieben: Elektrisch geht das nicht und für Flüge allgemein sind wohl die heutigen Batterien zu schwer. Und die Füllstellen sind mit Flughäfen im Vergleich etwa zu allgemein zugänglichen Wasserstofftankstellen überschaubar.
(2) Schifffahrt und Eisenbahn: Hier werden lange Strecken zurückgelegt und das Befüllen mit Wasserstoff braucht nur an festgelegten Stellen (Häfen bzw. Bahndepots) zu erfolgen.
(3) Langstrecken-LKW: Auch hier spielt das geringere Gewicht des Wasserstoffspeichers ein große Rolle und erneut müsste nur einige Tankstellen in Logistikzentren errichtet werden.

Fazit: Das Zwischenspeichen von Strom in Wasserstoff sollte verstärkt in Erwägung gezogen werden.


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RE: Gedankenspiel – Fahren wir in Zukunft mit Wasser?
01.07.2019 18:36

Natürlich wäre die Umwandlung wirklich überschüssiger elektrischer Leistung in H2 ökologisch sinnvoll. Aber wir in haben in Wahrheit Abregelungen gar nicht so oft (Größenordnung 5%), außerdem lokal beschränkt und sie müssten überhaupt nicht sein wenn endlich die Netze ausgebaut würden. Das muss also das Ziel sein. Über H2 das Problem lösen zu wollen ist Murks und kostet jede Menge CO2. Die Logik habe ich schon dargestellt.


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RE: Gedankenspiel – Fahren wir in Zukunft mit Wasser?
02.07.2019 14:19

Der Blick in die Vergangenheit zu Jules Verne ist eine richtige Betrachtungsweise u. deckt sich mit vielen anderen Erkenntnissen und Entdeckungen die seit vielen Jahren in der Elektronik Praxis abgedruckt werden.

Es zeigt aber auch erschreckend auf, was helle Köpfe in Deutschland u. natürlich auch in anderen Ländern Europas, bereits viele Jahre zurück, herausgefunden oder erfunden haben.
Die Umsetzung in serienreife Produkte und die kommerzielle Vermarktung findet leider viel zu oft dann aus Fernost statt und wird von uns importiert.

So auch, mit Wasser als Ausgangsbasis, mit Brennstollzellen-Auto’s z.B. von Hyundai u. Toyota die als absolut praxistauglich getestet wurden.

EINSCHRÄNKUNG: Infrastrukturproblem wg. fehlender Anzahl Wasserstofftankstellen

Wer im Physik-Unterricht aufgepasst hat, dem müsste eigentlich klar sein, daß am Wasserstoff kein Weg vorbeiführt.
Leider scheinen unsere Politiker und Konzernbosse bei den Automobilherstellern diese Unterrichtsstunden geschwänzt zu haben.
Nur so ist zu verstehen, daß sowohl Brennstoffzellen-Technik u. auch Wasserstoffmotoren nicht schon lange von deutschen Unternehmen auf den Markt gebracht worden sind.
Die Forschungen und Entwicklungen sind bei namhaften Unternehmen seit langem in Arbeit.
Ich habe (und tue dies immer noch) einige solcher Projekte in meinem Arbeitsleben unterstützt, die dazu notwendige Elektronik (Komponenten oder Baugruppen geliefert) und die Endprodukte könnten mit mehr Engagement sicher schon seit einigen Jahren auf dem Markt sein.

Leider, so mein Eindruck, wurde eine vorrauschauende Planung in die Zukunft auf dem Altar der Quartalsergebnisse an der Börse zur Befriedigung der Großaktionäre (z.B. Erdöl-Lieferanten) und den Bonusmöglichkeiten auf Vorstandsebenen geopfert.
Den Lobbyisten sein Dank!!

Tatsache ist: Der Batteriebetrieb ist der falsche Weg.

Grob gerechnet benötige ich das ca. 8-10-fache Gewicht einer Tankfüllung Benzin oder Diesel (50kg vs 400 -600kg)um annähernd die gleiche Reichweite zu realisieren. Nur, den Tank habe ich in wenigen Minuten wieder voll.

Nebenbei: Bei einem 40-Tonnen-LKW wiegt die notwendige Batterie allein etwa 10 Tonnen

Ein anderer Aspekt ist aber viel wichtiger!!!! UMWELTVERTRÄGLICHKEIT

Es ist hinreichend bekannt, welche Umweltschäden beim Abbau von Elementen die zur Herstellung von Batterien verursacht werden!!!!!
Es ist hinreichend bekannt, wie die ausgebeuteten Landschaften aussehen u. welche negativen Auswirkungen dies auch auf die dort lebenden Menschen hat. Wasserverlust und ähnl.

Dagegen kann Wasserstoff aus regenerativen Energien gewonnen werden, es müssen keine Stromtrassen gebaut werden. Die Elektrolyse könnte vor Ort, z.B. bei den Windparks, direkt erfolgen. Der gewonnene Wasserstoff ist in verschiedenen Versionen speicherbar (Power to Gas, Power to Liquide, Methanisierung) oder nur als Wasserstoff.
Durch Verwendung des athmosphärischen CO2-Anteils zum Aufbau der Kohlenstoffketten für die verschiedenen Brennstoffe (Benzin,Diesel,Kerosin) hätten wir sogar einen positiven Effekt für die Reduzierung der CO2-Belastung und die Verbesserung der Klimaauswirkungen.

Die vorhandene Infrastruktur der Tankstellen um die Möglichkeit der Kfz-Betankung mit Wasserstoff zu erweitern wäre ein deutlich geringerer Aufwand wie Stromtankstellen
zu installieren.

Fazit: Wir könnten schon viel weiter sein in Sachen alternativer Antriebstechnik u. Umweltverträglichkeit

Ich wünsche mir weiterhin mehr und auch kritische Berichterstattung für den Bereich individuelle, aber umweltverträgliche Mobilität. Weil, der Arbeitsplatz kommt nicht zu uns, der Kühlschrank füllt sich nicht über eine Rohrpost, nach wie vor wollen / müssen wir reisen, beruflich und privat und auch der ÖPNV braucht Antriebsenergie, usw.

Otto H. Boborzi


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RE: Gedankenspiel – Fahren wir in Zukunft mit Wasser?
03.07.2019 20:16

@Boborzi: alles schön und gut, aber wir haben keinen regenerativ erzeugten Strom übrig, keinen zu verschenken und keinen zu verschwenden. Von Elektrolyse über Brennstoffzelle bis Rad verschwinden 70%. Wenn das was verschwindet eingesetzt hätte werden können um Fossile runterzufahren, dann ist es absolut unökologisch und krass kontraproduktiv. Warum schauen in Deutschland so viele Politiker und Bürger wie Herr Boborzi nur durchs Schlüsselloch?


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RE: Gedankenspiel – Fahren wir in Zukunft mit Wasser?
11.07.2019 15:18

kein regenerativ erzeugter Strom übrig?
Da soll der ständig gegen die Wasserstoff Alternative wetternde Leser doch mal bitte die Quellen nennen.

Ich sehe häufig bei Wind stillstehende Windräder.
Wie die Abgabe der Sonnenstromerzeugten Energie erfolgt läßt sich ja leider nicht so einfach ersehen.
Aber die bereits jetzt installierte Solar erzeigbare Spitzenleistung dürfte bei voller Einspeisung unser Netz zum Wackeln bringen.


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