Ein Angebot von /

Thema: Wasserstoff-Brennstoffzellen – Potenziale und Hürden

erstellt am: 07.11.2018 09:30

Antworten: 6

Diskussion zum Artikel



Wasserstoff-Brennstoffzellen – Potenziale und Hürden


Auch wenn der Aufbau der zur Speicherung und Bereitstellung des Wasserstoffs benötigten Infrastruktur Schwierigkeiten bereitet, spricht vieles für die Nutzung der Brennstoffzellentechnologie als ökologisch nachhaltigere Energiequelle. Denn klar ist: Alleinige Verbesserungen in der Batteriespeichertechnologie sind nicht der Weisheit letzter Schluss.

zum Artikel


bearbeiten

Antworten

nicht registrierter User


Kommentar zu: Wasserstoff-Brennstoffzellen – Potenziale und Hürden
07.11.2018 09:30

Ich verstehe den Autor nicht. Wie kann er von ögologischer Technik im Zusammenhang mit Wasserstoffbrennstoffzellen sprechen, wo doch heute noch 90% des am Markt verfügbaren Wasserstoffs aus fossilen Quellen stammt?
Die Schadstoffe, die bei der Reformierung entstehen, werden halt nicht in der Stadt, aber durchaus noch in den Industriegebieten in die Luft geblasen.

Das ist das gleiche wie mit der Batterie-E-Mobilität, wo die Batterieladung zum Großteil aus dem Kohlekraftwerk kommt.


bearbeiten

Antworten

nicht registrierter User


RE: Wasserstoff-Brennstoffzellen – Potenziale und Hürden
07.11.2018 12:26

Der Autor hat schon Recht ... die Erzeugung von H2 sollte mittels Elektrolyse aus Reg. Energ. geschehen, dann ist der gesamte Energiepfad (well-to-wheel) emissionsfrei. Was noch erwähnenswert ist wäre, daß die H2-Infratsruktur günstiger ist, als diejenige für die Ladung von Batteriefahrzeugen. Hier ein paar Zahlen für die Berechnung:

1. Eine H2-Tankstelle kostet ca. 1 MEUR
2. Ein Fahrzeug kann in 3 Minuten wieder betankt werden
3. An einer H2 Tankstelle können also ca. 240 Fahrzeuge (bei einer Auslastung von 50%) pro Tag betankt werden
4. Für eine Million Fahrzeuge wären also 4.166 H2 Tankstellen notwendig
5. Kosten für die Infrastruktur also ca. 4,1 GEUR

Nun die Rechnung für 1 Million Batteriefahrzeuge:

1. Eine Ladesäule kostet ca. 30kEUR
2. Ein Batteriefahrzeug braucht ca. 4h für eine Ladung
3. Eine Ladesäule kann also max. 6 Fahrzeuge pro Tag laden
4. Bei 1 Million Batteriefahrzeuge braucht man also ca. 166.666 Ladesäulen.
5. Die Infrastruktur kostet also ca. 5GEUR

Zudem ist noch zu bedenken, daß eine H2-Tankstelle, die gut ausgelastet ist, auch wirklich betriebswirtschaftlich betrieben werden kann. Bei einer Ladesäule für Batteriefahrzeuge ist es fraglich, wie das erreicht werden kann, weil ja pro Fahrzeug nur ca. 5kWh Strom verkauft werden (0,5 EUR/kWh * 5 = 2,5EUR pro Ladevorgang). Eine Ladesäule müsste also 12.000 Ladevorgänge absolvieren, nur im die Investitionskosten (ohne Betrieb) wieder einzuspielen. Das würde ca. 2.000 Tage dauern (5,4 Jahre).
Die H2-Tankstellen sind also eher ein Businesscase statt die Ladesäulen.

Nun zur Ökologie:
Niemand wird wohl behaupten, daß unsere heutige Energieversorgung mittels Benzin oder Diesel in irgend einer Weise ökologisch ist. Natütlich machen die elektrisch angetriebenen Fahrzeuge (Batterie und H2-BZ) ökologisch nur so wirklich Sinn, wenn die Politik dafür die Rahmenbedingungen schafft und der Strom (also auch der Wasserstoff, der daraus über Elektrolyse hergestellt wird) möglichst nicht aus Kohle, sondern aus Wind, PV und aus Wasserkraftstrom in Norwegen erzeugt wird.

Und nun noch etwas für die ewig gestrigen, die an dem heutigen System festhalten wollen:
Der Weltmarkt fragt nicht die Deutschen (84 M. Einwohner), ob sie das alles wollen oder nicht. Der Weltmarkt entscheidet sich so oder so für die Einführung von neuen Technologien (siehe DVD vs. VHS oder Smartphone vs. Tastenhandy). Nun ist es einfach nur die frage, ob in Zukunft Deutsche Produkte auf dem Weltmarkt noch gekauft werden oder nicht. Es macht keinen Sinn, sich dagegen zu wehren und aus Protektionismus an den alten Strukturen festzuhalten, denn damit gehen viel mehr Arbeitsplätze verloren, als durch eine rechtzeitige, professionelle Umstellung auf die E-Mobility mittels Batterie- UND H2-BZ Fahrzeugen.
Christian Machens


bearbeiten

Antworten

nicht registrierter User


RE: Einseitig betrachtet?
07.11.2018 13:53

Der Autor hat schon Recht ... die Erzeugung von H2 sollte mittels Elektrolyse aus Reg. Energ. geschehen, dann ist der gesamte Energiepfad (well-to-wheel) emissionsfrei.

Stimmt das wirklich so? Was ist mit dem Footprint der ganzen Gerätschaften? Allein die ganzen Drucktanks brauchen zu Ihrer Herstellung wohl sehr viel (fossile)Energie. Die Solar-Stahlhütte gibts wohl noch nicht.

Aber zurück zum Thema: Mir ist unverständlich, warum so krampfhaft an Reinwasserstoff-Brennstoffzellen festgehalten wird. Natürlich ist da die Effizienz bei der Nutzung (wenn also der Wasserstoff schon vorhanden ist) am höchsten, das ist schon klar. Aber rechtfertigt das den ganzen Aufwand bei Erzeugung, Lagerung und Handling des Wasserstoffes? Wäre es nicht viel sinnvoller andere, besser handhabbare Wasserstoffträger als Energiequelle für Brennstoffzellen zu nutzen? Eine flächendeckende Flüssiggas-Infrastruktur ist ja schon viele Jahre (LPG) sicher im Betrieb und ein CNG-Tankstellennetz schon im Aufbau. Muss man sich da wirklich Knallgas (pardon: Reinwasserstoff) antun?


bearbeiten

Antworten

nicht registrierter User


RE: Wasserstoff-Brennstoffzellen – Potenziale und Hürden
07.11.2018 14:11

Vielen Dank!
Endlich mal ein sauberer Beitrag mit Weitblick.


bearbeiten

Antworten

nicht registrierter User


RE: Wasserstoff-Brennstoffzellen – Potenziale und Hürden
07.11.2018 16:45

Mir ist unklar warum immer noch Wasserstoff als PKW Antrieb in Erwägung gezogen wird. Hier mal ein kurzer Vergleich zwischen H2 und Batteriefahrzeugen:
Honda Clarity Fuel Cell Reichweite 589km, 174PS, $59.385
Toyota Mirai Reichweite 502km, 153PS, $57.500
Tesla Model3 LongRange Reichweite 499km, 456PS, $53.000
D.h. Batterieelektische PKWs sind jetzt schon günstiger als Wasserstoff bei gleicher Reichweite. Das schnellere Tanken wird durch den riesen Nachteil erkauft, das man nicht mehr zuhause über Nacht laden kann.
Ich lade ca. 90% Zuhause und habe jeden Morgen ein vollgeladenes Fahrzeug. Mit einem Wasserstofffahrzeug geht das nicht.
Als LKW Antrieb oder in Power to Gas Anlagen ist Wasserstoff sicherlich sinnvoll, aber nicht im PKW.


bearbeiten

Antworten

vviebahn@t-online.de





dabei seit: 12.10.2018

Beiträge: 5

RE: Wasserstoff-Brennstoffzellen – Potenziale und Hürden
08.11.2018 11:08

Ich möchte den Kommentar, der die Sache gut beschreibt, ergänzen:
Für den Wasserstoff benötigt man viermal soviel Strom, im Vergleich zum direkten Laden in den Akku geladen! Das heißt es werden für diesen Sektor viermal soviel Windkraftwerke aufgestellt werden müssen. Wasserstoff ist nur da sinnvoll, wo der Akku zu groß wird, z.B. bei echt großen LKW oder Schiffen.


bearbeiten

Antworten

Antwort schreiben

Titel:


Nachricht:

 



Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.

Thema abonnieren:

Email:
*Ich bin mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung einverstanden.
Antwort abschicken