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Fahrzeugerprobung: Modulares Oszilloskop mit Datenrekorder und GPS

| Autor/ Redakteur: Anna Krone* / Hendrik Härter

Bei der Fahrzeugerprobung spielen nicht nur Spannungs- und Stromwerte eine wichtige Rolle: Der Messtechniker möchte auch die Position des Fahrzeugs kennen. Der ScopeCorder DL350 vereint Oszilloskop und Datenrekorder.

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Modulares Messgerät: Der DL350 vereint Oszilloskop und Datenrekorder. Der Anwender kann aus 18 verschiedenen Messmodulen wählen, die bei der Fahrzeugerprobung unterstützen.
Modulares Messgerät: Der DL350 vereint Oszilloskop und Datenrekorder. Der Anwender kann aus 18 verschiedenen Messmodulen wählen, die bei der Fahrzeugerprobung unterstützen.
(Bild: Yokogawa)

Im Vergleich zu einem konventionellen Oszilloskop oder Rekorder kann der portable DL350 ScopeCorder unterschiedlichste Signalarten erfassen. Hierzu stehen 18 verschiedene Messmodule zur Verfügung, die eine flexible Konfiguration der zwei Steckplätze im Messgerät ermöglicht. Die Module bieten isolierte Eingänge mit hoher Auflösung und sind für Eingangsspannungen bis 1000 Volt, Temperaturen, Frequenzen oder serielle Bus-Signale zugeschnitten.

Das handliche Gerät lässt sich sowohl am Stromnetz als auch mit Gleichspannung oder dem integrierten Akku betreiben und ist damit für den Einsatz im Labor ebenso geeignet wie im Feld oder in Fahrzeugen. Mit einer optionalen GPS-Antenne kann der DL350 neben den Messdaten auch die aktuellen Positionsdaten mitschreiben. Zur Auswahl stehen Längen- und Breitengrad, Höhe, Geschwindigkeit, Himmelsrichtung und Status. Da der DL350 die GPS-Daten als normale Messkurven erfasst, können auch anwenderspezifische Skalierungen, Cursor-Messungen oder Messparameter und sogar Triggerbedingungen angewendet werden.

Messwerte und Standort-Daten kombinieren

Besonders im mobilen Einsatz sind GPS-Daten nützlich. Mithilfe eines Offline-Analyse-Tools lassen sich die Messwerte beispielsweise mit der dazugehörigen Position der Messaufnahme auf der Landkarte in Bezug setzen. Somit ist eine einfache Zuordnung der Messwerte mit der Position eines Fahrzeuges auf der Teststrecke möglich.

Je nach Anwendungsfall und der Integration des passenden Messmoduls können bei einer Fahrzeugerprobung so relevante Kennwerte wie Drehzahl, Geschwindigkeit, Motortemperatur und Kühlmitteltemperatur bzw. bei E-Fahrzeugen beispielsweise auch Ladestatus und elektrische Leistung in Verbindung mit der momentanen Position des Testfahrzeugs aufgezeichnet werden.

CAN-Modul erfasst Fahrzeug-Parameter

Unter den 18 verschiedenen Modulen findet sich auch ein CAN-Bus-Monitormodul. Damit arbeitet der DL350 als CAN-Knoten und interpretiert die Nutzdaten in den Daten-Frames zurück, um diese dann in klassischer Form als zeitlich abhängige Messkurve auf dem Bildschirm darzustellen. Anschließend können die interpretierten Signale wie normale Messsignale behandelt werden. Das bedeutet, der Anwender kann diese als Trigger-Quelle definieren, Cursor- und Parameter-Messungen vornehmen sowie mathematische Funktionen über die Messkanäle ausführen. Treten beispielsweise in einem Fahrzeug sporadische Fehler in der Elektronik auf, hilft der DL350 als ideales Messtool. Über das CAN-Modul werden Informationen über Motorlast, Drehzahl, Geschwindigkeit, Ganganzeige, Öltemperatur, Kühlmitteltemperatur und die Umgebungstemperatur erfasst.

Die Steuergeräte-Signale werden über den integrierten Logik-Eingang und die Spannungsversorgung der Steuergeräte über das Spannungs-Modul mit vier isolierten Eingangs-Kanälen aufgezeichnet. Optional kann die GPS-Datenerfassung aktiviert werden, um Rückschlüsse auf den zurückgelegten Fahrweg und die Prüfstrecke vorzunehmen. Um die Datenmenge für spätere Analysen gering zu halten, bietet sich ein Ereignis-Trigger mit definierter Aufnahmezeit an. Mit der Funktion Stop on Trigger wird eine Triggerbedingung in ODER-Verknüpfung auf alle relevanten Signale aktiviert. Mit Start der Messung zeichnet der DL350 kontinuierlich alle Signale auf und stoppt die Messung erst, wenn ein Trigger ausgelöst wird. Die zuvor definierte Aufnahmezeit wird anschließend auf das gewünschte Speichermedium abgelegt. Darauf folgend kann direkt eine Analyse am Gerät vorgenommen werden, um den Fehler näher eingrenzen zu können und gegebenenfalls weitere Messungen vorzunehmen. Die Messdaten lassen sich aber auch offline im Büro analysieren und mit den zusätzlichen CAN-Bus und GPS-Daten vergleichen.

Der DL350 ScopeCorder bietet durch die Modularität Messlösungen für unterschiedliche Industriebereiche und ist durch die kleine Bauform und den Akkubetrieb flexibel einsetzbar.

* Anna Krone ist Produktspezialistin für die ScopeCorder und Oszilloskope bei Yokogawa in Herrsching.

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