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Emissionsfrei durch die Luft

| Autor / Redakteur: Mario Hommen / Benjamin Kirchbeck

Um die Emissionen bei Flugzeugen zu senken, sollen teilelektrische Antriebskonzepte, wie beim Projekt E-Fan X angedacht, helfen.
Um die Emissionen bei Flugzeugen zu senken, sollen teilelektrische Antriebskonzepte, wie beim Projekt E-Fan X angedacht, helfen. (Bild: Airbus)

Der Expansionshunger der Flugbranche sowie künftige Emissionsziele werfen ein Problem auf: Beides ist eigentlich unvereinbar. Die Lösung soll auch hier die Elektrifizierung bringen. Zwar gibt es bereits Pläne, selbst größere Jets mit emissionsfreien Antrieben auszustatten, doch zunächst wird die Branche kleine Schritte machen.

Elektrisches Fliegen längst kein futuristischer Traum mehr, sondern in vielfacher Weise praktisch erlebbar. Spektakulär war etwa im Jahr 2016 die Weltumrundung des Schweizer Abenteurers Bertrand Piccard mit dem Ökoflieger Solar Impulse 2. Dank seiner mit Solarzellen bedeckten, sich auf über 60 Meter spannenden Flügel hat der Forschungsflieger 42.000 Flugkilometer ohne einen Tropfen Kerosin absolviert und nebenbei etliche andere Rekorde aufgestellt. Ein Geschwindigkeitsrekord war nicht dabei, denn durchschnittlich reichte es für lediglich 70 km/h.

Doch es braucht keineswegs riesige Flügel, um emissionsfrei abzuheben. Seit einigen Jahren wächst die Zahl von Start-ups sprunghaft, die an großen Flugdrohnen und artverwandten Konzepten tüfteln. Technisch und optisch ähneln diese den Spielzeugdrohnen, sind allerdings deutlich größer und bieten Platz für eine kleine Zahl an Passagieren. In bereits wenigen Jahren sollen diese Riesendrohnen als kommerzielle Lufttaxis zum Einsatz kommen, zunächst in Metropolen Asiens und der Golfregion, später auch in Deutschland. 2030 könnten weltweit mehr als 10.000 dieser Drohnen unterwegs sein, für 2050 rechnen Studien mit knapp 100.000 Flugtaxis. Doch wird hier die Zahl der Personen wie auch die mögliche Reichweite bescheiden bleiben. Bis zu acht Sitzplätze und 300 Kilometer sind denkbar.

In wenigen Jahren könnten zudem rein elektrisch angetriebene Jets in kleinen Formaten abheben. Daran arbeitet zum Beispiel das israelische Start-up Eviation Aircraft, die 2017 den mit elektrischem Antriebssystem der Firma MagniX ausgestatteten Flieger Alice vorgestellt haben. Gerüstet mit einer gigantischen 980-kWh-Batterie, was einer Kapazität von 27 e-Golf entspricht, sollen Reichweiten jenseits der 1.000 Kilometer möglich werden. Rund 440 km/h soll der über sechs Tonnen wiegende Batterie-Jet schnell sein. 2022 will Eviation Aircraft erste Jets für den kommerziellen Einsatz ausliefern.

Größere Jets rein elektrisch über längere Strecken zu schicken, ist in Hinblick auf die Batterie ein Problem. Hier sind vor allem noch Fortschritte bei der Energiedichte nötig. Bevor die Speichertechnik soweit ist, könnte zunächst eine Hybridisierung helfen, also eine Antriebskombination von Batterie- und Gasturbinen, um das Emissionsniveau zu senken. An der Entwicklung eines solchen Fliegers arbeiten derzeit noch Airbus, Siemens und Rolls-Royce unter dem Projektnamen E-Fan X. Angedacht ist ein vierstrahliger Jet, bei dem eine konventionelle durch eine elektrisch angetriebene Turbine ersetzt wird. Mitte bis Ende der 2030er-Jahre, so lautete die Ankündigung im Jahr 2017, soll diese Technik bei kleineren Regionaljets mit bis zu 100 Sitzplätzen im Regelbetrieb zum Einsatz kommen. Deutlich früher, nämlich für 2023, hat das US-Start-up Zunum Aero die Marktreife eines unter anderem mit Boeing entwickeltem Hybrid-Projekts angekündigt. Geplant ist allerdings ein kleiner Jet, der gut 550 km/h schnell und 1.600 Kilometer weit mit bis zu 12 Passagieren fliegen kann. Welche Konsequenzen der Boeing-Skandal um die 737 Max auf das Gemeinschaftsprojekt hat, bleibt abzuwarten.

Welche Zukunft der E-Fan X hat, scheint ebenfalls offen, denn mittlerweile wurde das Ende der engen Zusammenarbeit von Siemens und Airbus noch für dieses Jahr angekündigt. Vielleicht verfolgt Airbus ehrgeizigere Ziele, denn der im April neu angetretene Chef des Flugzeugbauers Guillaume Faury hat erst kürzlich gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ angekündigt, dass sein Unternehmen bereits in rund zehn Jahren größere, rein elektrisch angetriebene Flieger für den kommerziellen Flugverkehr anbieten wird.

Der beharrlich wachsende Flugverkehr mit größeren Jets muss elektrisch werden. Hierfür sorgen neben klaren Vorgaben in Hinblick auf Klimaziele der EU auch ein Vorstoß Norwegens, ab 2040 nur noch emissionsfreie Inlandsflüge erlauben zu wollen. Für diese Zukunft plant auch die britische Airline Eeasyjet, die gemeinsam mit dem US-Unternehmen Wright Electric zunächst einen kleinen Elektro-Jet mit kurzer Reichweite entwickeln will, der möglicherweise noch in diesem Jahr abheben könnte. Zugleich träumt man bei Easyjet von großen Passagierflugzeugen, die elektrisch fliegen. Easyjet glaubt, 2030 im Kurzstreckenverkehr soweit zu sein.

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Emissionsfrei? Also auch völlig lautlos? BImSchG §3(3) Emissionen im Sinne dieses Gesetzes sind...  lesen
posted am 10.05.2019 um 08:52 von Unregistriert

Bloß weil es bei Autos jetzt möglich ist, kann die Elektrifizierung nicht auch gleich in der...  lesen
posted am 09.05.2019 um 15:36 von Unregistriert


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