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Elektroflotten: Unternehmen profitieren von wachsender Wirtschaftlichkeit

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Sie können immer längere Strecken fahren und kosten zunehmend weniger: E-Autos. Bis 2020 könnten bereits 700.000 E-Firmenwagen in Deutschland unterwegs sein.

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Ein Tesla S 75D ist bei einer Laufleistung von 10.000 Kilometern mit 144,2 Cent pro Jahr 28,5 Cent günstiger als ein BMW 640i (172,7). Der BMW 640d kostet 177,5 Cent.
Ein Tesla S 75D ist bei einer Laufleistung von 10.000 Kilometern mit 144,2 Cent pro Jahr 28,5 Cent günstiger als ein BMW 640i (172,7). Der BMW 640d kostet 177,5 Cent.
(Bild: Clipdealer )

Der Betrieb von gewerblichen wie kommunalen Flotten ist als bedeutender Kostenpunkt ständiger Prüfung und Analyse unterworfen. Da Gewerbeflotten regelmäßig ausgetauscht werden, stellt sich vor dem nächsten Wechsel vielen die Frage: Verbrennungsmotor oder Stromer? Der Blick auf die Entwicklung der Elektromobilität zeigt, dass elektrifizierte Gewerbeflotten immer attraktiver werden.

Die Autoren einer Studie der DEKRA und dem Institut für Automobilwirtschaft (IFA) erwarten, dass die Gesamtkosten eines Elektroautos inklusive Anschaffung, Strom, Wartung und Reparatur weiter sinken und 2020 sogar ohne zusätzliche staatliche Subventionen bereits um 3,2 Prozent unter den Kosten eines Autos mit Verbrennungsmotor liegen. Gerade Wartung und Reparatur von Flottenfahrzeugen sind bei Unternehmen ein wachsender Kostenpunkt. Bei E-Autos fallen weniger Servicearbeiten an.

Wirtschaftlichkeit beginnt aber bereits bei der Anschaffung: Der Kaufpreis ist kaum noch ein Argument für Verbrenner und gegen Stromer. Vor allem Nutzfahrzeuge, die im Leasing betrieben und abgeschrieben werden können, werden in der Elektro-Variante für Unternehmen zunehmend günstiger. Für die sinkenden Preise verantwortlich sind neben Kaufprämien der Abverkauf höherer Stückzahlen, ein größeres Angebot sowie die zunehmend bezahlbare Technik.

Beispiel Batteriekosten: 2010 kostete eine Kilowattstunde noch rund 600 Euro. Das Beratungsunternehmen Horváth & Partners hat errechnet, dass 2016 nur noch rund 225 Euro pro Kilowattstunde anfielen. 2020 könnte die Kilowattstunde sogar knapp unter 100 Euro kosten.

Von Rettungsdiensten bis hin zu Taxis: Elektroautos sind die Alternative

In Deutschland gibt es rund eine Million Handwerksbetriebe, etwa 100.000 Architekten und mehrere Zehntausend Ingenieurbüros. Die meisten agieren in einem Radius von 50 bis 100 Kilometern, in Städten oft in noch geringeren Distanzen. Hier bietet sich der Betrieb von E-Flotten an, zumal sie dank verbesserter Batterietechnologie auch größere Strecken, zwischen gegenwärtig 300 und 600 Kilometern, zurücklegen können.

Selbst mit geringerer Reichweite eignet sich die Elektromobilität darüber hinaus für die Altenpflege, für kommunale und private Rettungsdienste sowie Entsorgungsbetriebe oder den Fuhrpark kommunaler Energieversorger. Denn innovative Mobilitätslösungen für Verwaltung und Bürger sind für Stadtwerke ein zukunftsfähiger Markt. Rettungsdienste und Krankentransporte sind für rund zehn Millionen Fahrten pro Jahr in Deutschland verantwortlich. Mit der Umstellung können nicht nur Kosten gesenkt werden. Die nachhaltige und saubere Energieversorgung und -nutzung ist dazu noch ein wichtiger Beitrag für die Energiezukunft.

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